Sanktionen gegen Iran Ahmadinedschad soll Währungsverfall vor Parlament erklären

Die iranische Landeswährung Rial hat in den vergangenen Wochen rapide an Wert verloren. Das Parlament in Teheran hat jetzt Präsident Mahmud Ahmadinedschad einbestellt: Er soll die "verspätete" Reaktion der Regierung auf den Einbruch des Devisenkurses erklären.

Präsident Ahmadinedschad: Verspätete Reaktion der Regierung
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Präsident Ahmadinedschad: Verspätete Reaktion der Regierung


Teheran - Der rapide Wertverfall der iranischen Währung Rial sorgt im Land für Unruhe. Das Parlament in Teheran hat jetzt Präsident Mahmud Ahmadinedschad einbestellt und ihn aufgefordert, Rechenschaft abzulegen. 77 Abgeordnete unterzeichneten einen Text, in dem sie Ahmadinedschad auffordern, die "verspätete" Reaktion der Regierung auf den Einbruch des Devisenkurses zu erklären, wie die amtliche Nachrichtenagentur Irna am Sonntag berichtete.

Um den Präsidenten einzubestellen, müssen mindestens 74 der insgesamt 290 Abgeordneten einen entsprechenden Beschluss unterstützen. Das ultra-konservative Parlament steht Ahmadinedschad sehr kritisch gegenüber. Bereits im März hatte es den Staatschef wegen seiner politischen und wirtschaftlichen Bilanz einbestellt. Es war die erste Aktion dieser Art seit der islamischen Revolution1979.

Die Einbestellung hat zwar keine direkten politischen Folgen. Wenn aber ein Drittel der Abgeordneten einen Misstrauensantrag gegen den Präsidenten einbringt, könnte er mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit seines Amtes enthoben werden.

Rial im freien Fall

Die Landeswährung hatte im Oktober weiter stark an Wert verloren: Binnen weniger Tage verlor sie 40 Prozent ihres Wertes im Vergleich zum Dollar. In ihrem Schreiben werfen die Abgeordneten der iranischen Zentralbank vor, mit ihrer Untätigkeit verschuldet zu haben, dass sich der Wechselkurs im Vergleich zu einem Dollar in nur 20 Tagen von 22.000 Rial auf fast 40.000 Rial verschlechterte. Dies habe eine "Inflation begleitet von wirtschaftlichem Abschwung" verursacht.

Die Abwertung des Rial ist eine der Folgen des Embargos gegen iranische Banken und Erdölunternehmen, das die USA und die EU in den vergangenen zwei Jahren schrittweise umgesetzt haben. Sie wollen Iran damit zwingen, Details zum Nuklearprogramm offenzulegen. Das Land wird verdächtigt, ein Atomwaffenprogramm voranzutreiben.

Israel erwägt einen Militärschlag gegen Iran. Regierungschef Benjamin Netanjahu sagte vergangene Woche, die internationale Gemeinschaft müsse beim iranischen Atomprogramm "eine rote Linie" ziehen. In einem Interview mit der französischen Wochenzeitung "Paris Match" versicherte er, dass die arabischen Staaten im Falle eines israelischen Angriffs gegen den Iran erleichtert wären. Manche Nachbarländer hätten verstanden, dass der Iran als Atommacht eine Bedrohung auch für sie und nicht nur für Israel wäre.

Die internationalen Sanktionen führten dazu, dass die iranischen Erdölexporte zurückgingen und sich in der Folge auch die Einnahmen von Devisen verringerten. Dass auch Importe erschwert und verteuert wurden, beschleunigte die Inflation im Land. Seit dem Sommer spricht die Führung in Teheran von einem "Wirtschaftskrieg", der gegen den Iran geführt werde.

nck/dapd/Reuters

insgesamt 29 Beiträge
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MrStoneStupid 04.11.2012
1. Mehr Recherche und weniger Propaganda gewünscht
Es gibt im WWW Gerüchte, dass Feinde des Iran Falschgeld drucken und im Iran in Umlauf bringen, um dem Iran zu schaden und laut FNA sind die Gas-/Ölexporte des Iran keineswegs gefallen. Bitte mehr Recherche und weniger Propaganda - thanks. (imho)
Sabi 04.11.2012
2. Ökonomie
Das ist islamische Ökonomie mit Verteufelungen von Westen, Dollar und die Werte von der freien Wirtschaft ! Die wollen lieber im eigenen Saft schmoren, und wissen aber nicht, dass man Öl und Gas nicht essen kann !
blechteller 04.11.2012
3. einfach zu erklären
Zitat von sysopDPADie iranische Landeswährung Rial hat in den vergangenen Wochen rapide an Wert verloren. Das Parlament in Teheran hat jetzt Präsident Mahmud Ahmadinedschad einbestellt: Er soll die "verspätete" Reaktion der Regierung auf den Einbruch des Devisenkurses erklären. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/irans-parlament-bestellt-ahmadinedschad-wegen-waehrungsverfalls-ein-a-865188.html
die briten haben festgestellt dass vom iran derzeit keine bedrohung ausgeht und auch kein bau von a-waffen festgestellt werden konnte.sie haben sich daher gegen die bereitstellung von flugplätzen für israel/usa entschieden. die briten wollen einen völkerrechtswidrigen angriffskrieg nicht unterstützen. weiterhin hat der iran sich an den sperrvertrag gehalten (militärische anlagen sind KEIN bestandsteil!) die anreicherung auf 20% ist lt.vertrag erlaubt. ausser mutmassungen konnten von israel bisher keine beweise für den a-waffen-bau im iran vorgelegt werden, auch nicht von den kontrollgremien. somit entfällt wohl jegliche legitimität der sanktionen gegen den iran, folglich müssten sie aufgehoben werden.
prolet20.4 04.11.2012
4.
Da haben Sie die Keule zu früh rausgeholt, Wirkung verpufft.
angsthoch10 04.11.2012
5. Liebes
Lesen Sie mal den Beitrag 5, das konnte man in den letzten 2 Wochen überall nachlesen. Bitte stellen Sie nicht jeden, der gegen die rechtsaußen Regierung in Israel ist in die antisemitische Ecke! Sind die Briten, die ihre Flugplätze nicht für einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg zur Verfügung stellen jetzt auch Antisemeiten?Dass jedes Land dieser Erde offen kritisiert werden darf außer Israel ist einfach nur noch krank!
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