Zu teuer Irland reduziert Ein- und Zwei-Cent-Münzen

1,99? War gestern. In Irland werden Cent-Beträge bei der Auszahlung von Wechselgeld künftig auf- und abgerundet. Die kleinen Münzen sind schlicht zu teuer.

Ein-Cent-Stück: Herstellung der Münze ist deutlich teurer als ihr Wert
DPA

Ein-Cent-Stück: Herstellung der Münze ist deutlich teurer als ihr Wert


Die beiden kleinsten Euromünzen verschwinden zunehmend vom Markt. Nun führt auch Irland eine Regel ein, nach der die kleinsten beiden Münzen dort bald eine deutlich geringere Rolle spielen. Vom 28. Oktober an werden Wechselgeldbeträge in Geschäften auf die jeweils nächste Fünf-Cent-Stelle auf- oder abgerundet, teilte die irische Zentralbank mit.

Auf diese Weise soll der Bedarf an Ein- und Zwei-Cent-Stücken reduziert werden, heißt es in der Mitteilung. Die wichtigsten Details der neuen Regelung im Überblick.

  • Rechnungsbeträge werden auf die nächste Fünf-Cent-Stelle auf- oder abgerundet.
  • Ein- und Zwei-Cent Münzen bleiben aber gesetzliches Zahlungsmittel.
  • Die neue Regel zur Rundung ist freiwillig: Verbraucher haben das Recht, die Rundung abzulehnen und sich das exakte Wechselgeld auszahlen zu lassen.
  • Zudem betrifft die Rundung nur Beträge, die in bar bezahlt werden. Bei elektronischen Transaktionen - beispielsweise per Giro- und Kreditkarte oder Scheck - sollen weiterhin die genauen Cent-Beträge abgerechnet werden.

Damit führt Irland als siebtes EU-Mitglied eine Regelung zur Rundung von Wechselgeldbeträgen ein: nach Belgien, Finnland und den Niederlanden sowie Ungarn, Schweden und Dänemark.

Die EU-Kommission hatte bereits vor zwei Jahren Pläne vorgestellt, die eine Abschaffung der Münzen im Wert von einem und zwei Cent vorsehen. Zur Begründung hieß es damals, Herstellung und Herausgabe der Münzen seien relativ teuer, zumindest übersteige beides den Wert der Geldstücke. Laut Mitteilung der irischen Zentralbank kostet die Herstellung einer Ein-Cent-Münze 1,65 Cent und einer Zwei-Cent-Münze 1,94 Cent.

Auch Experten der Deutschen Bundesbank erwägen derzeit die Abschaffung des Kleingelds. Denn nach Erkenntnissen des Instituts horten viele Bürger in der Bundesrepublik lieber die Ein- und Zwei-Cent-Münzen, anstatt damit zu bezahlen.

bos

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insgesamt 131 Beiträge
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Seite 1
ulli7 19.10.2015
1. Ein-und Zwei-Cent-Münzen sind auch in Deutschland ein Ärgernis
Da sollte die Bundesregierung dem Vorbild von Irland folgen. Allein der enorme Zeitgewinn an den Kassen würde diese Maßnahme rechtfertigen. Das dauert manchmal eine gefühlte Ewigkeit, wenn manche Käufer an der Kasse nach ihren Ein- und Zwei-Cent-Münzen suchen.
SirWolfALot 19.10.2015
2.
Naja, von horten kann ja nicht die Rede sein. Man weiß einfach nur nicht, was man mit dem kleinkram anstellen soll. Meistens zahlt man mit Scheinen oder 50ct+ da bleibt am Ende sehr viel Kupfergeld über und bspw Zigaretten mit Kupfergeld zu bezahlen ist einfach zu aufwendig ;)
schnitteuk 19.10.2015
3.
Weder Schweden noch Ungarn sind Euroländer.
weger.christian 19.10.2015
4. Belgien?
Belgien? Weit wann? Ich bin seit 2001 hier... Hätte nichts dagegen, aber kriege ständig noch 1- und 2-cent Münzen....
x-cube 19.10.2015
5. Falsch
Sie sind nicht zu teuer, sondern nichts mehr Wert!
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