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IT-Gipfel: Gabriel will eigenes Börsensegment für Start-ups

Am Neuen Markt verbrannten Anleger um die Jahrtausendwende viel Geld - dennoch plant Wirtschaftsminister Gabriel eine Neuauflage. An der "Börse 2.0" sollen Start-ups an Kapital kommen.

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Gabriel beim nationalen IT-Gipfel: "Kein Subventionsprogramm"

Hamburg - Erst vor wenigen Wochen sorgten die Börsengänge des Onlinehändlers Zalando und der Start-up-Schmiede Rocket Internet für Aufregung - das Debüt verlief bei beiden jedoch eher schwach. Trotzdem soll es künftig ein eigenes Börsensegment für Start-ups geben - das kündigte Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) auf dem achten IT-Gipfel in Hamburg an. Durch eine "Börse 2.0" sollten Start-ups in Deutschland leichter an Finanzmittel kommen.

Es gebe bereits Gespräche mit der Deutschen Börse, einen konkreten Zeitplan für die Einrichtung eines neuen Finanzmarktplatzes für Start-ups konnte Gabriel allerdings nicht nennen. Nach Informationen des manager magazin ist ein Treffen zwischen dem Minister und Reto Francioni, der Vorstandschef der Deutschen Börse, für Anfang Dezember geplant.

Von den negativen Erfahrungen mit dem "Neuen Markt" vor mehr als zehn Jahren wolle man sich nicht von dem Projekt abhalten lassen, sagte Gabriel. Er sprach sich zudem dafür aus, Kapitalgebern beim Einstieg in jungen Firmen die Verrechnung von Verlustvorträgen zu ermöglichen. Das Fehlen dieser Möglichkeit gilt als ein Hindernis bei der Start-up-Finanzierung.

Die Idee eines neuen Börsensegments für Start-ups hatte bereits der damalige Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) während seiner Amtszeit geäußert. Mit dem Entry Standard verfügt die Deutsche Börse zudem schon über ein Segment, an dem sich junge Unternehmen notieren lassen können. Dabei entfällt etwa die Veröffentlichung von Quartalszahlen. Rocket Internet hatte sich für diese Möglichkeit entschieden.

Insgesamt will das Wirtschaftsministerium unter Gabriel in dieser Legislaturperiode fast eine halbe Milliarde Euro dafür ausgeben, die Digitalisierung der Wirtschaft voranzutreiben. Die "digitale Agenda" der Bundesregierung sei aber kein Subventionsprogramm, sagte Gabriel.

vks/Reuters/dpa

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