Korrigiertes Defizit Bankenrettung treibt Italiens Schulden in die Höhe

Um fast einen halben Prozentpunkt hat Italien sein Defizit nach oben korrigiert. Der Grund sind milliardenschwere Staatshilfen für mehrere Banken.

Zentrale der Monte dei Paschi in Siena
REUTERS

Zentrale der Monte dei Paschi in Siena


Wegen der Rettung zweier Banken hat Italien im vergangenen Jahr deutlich mehr Schulden gemacht als zunächst angegeben. Das italienische Defizit lag 2018 bei 2,3 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP), wie das Statistikamt Istat mitteilte. Die Behörde revidierte damit Angaben vom März, wonach die Neuverschuldung lediglich bei 1,9 Prozent lag. Der Wert bleibt dennoch sowohl unter dem des Vorjahres von 2,5 Prozent als auch unter der zulässigen EU-Obergrenze von drei Prozent.

Notwendig wurde die Korrektur durch die Rettung zweier Banken in der Region Venetien durch Staatshilfen. Dem europäischen Statistikamt zufolge erhöhte sich das Defizit dadurch um 4,7 Milliarden Euro. Auch die Rettung der toskanischen Traditionsbank Monte dei Paschi di Siena spiegelt sich in den neuen Zahlen nun vollständig wider.

Die scheidende Regierung von Ministerpräsident Paolo Gentiloni strebt für das laufende Jahr eine Neuverschuldung von 1,6 Prozent an. Die bei der Parlamentswahl im März gestärkte Fünf-Sterne-Bewegung und die rechte Lega haben Steuersenkungen und höhere Sozialausgaben versprochen, was das Defizit hoch treiben würde.

Italien gehört zu den am höchsten verschuldeten Industriestaaten. Der Schuldenberg entsprach 2017 rund 131,8 Prozent der Wirtschaftsleistung. Die deutsche Schuldenquote ist mit 64,1 Prozent nicht einmal halb so hoch.

dab/Reuters



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