Italien in Not Fußballprofis wollen Staatsanleihen kaufen

Sie kicken und kaufen fürs Heimatland: Italienische Fußballprofis wollen Patriotismus beweisen und in Staatsanleihen der hochverschuldeten Republik investieren. Die Hilfe der Sportler käme genau zur rechten Zeit.

AS-Rom-Star Francesco Totti: Aufforderung zum Kauf von Staatsanleihen
AFP

AS-Rom-Star Francesco Totti: Aufforderung zum Kauf von Staatsanleihen


Rom - So könnten die italienischen Fußballprofis vielleicht die verpatzte Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr wiedergutmachen: Kicker sollen ihrem hochverschuldeten Heimatland helfen und Staatsanleihen kaufen. Die Fußballergewerkschaft (AIC) rief ihre Mitglieder dazu auf, die von Investoren verschmähten Papiere zu stützen.

"Wir als Verband werden italienische Staatsanleihen kaufen", sagte AIC-Präsident Damiano Tommasi. Er habe einen Brief an alle Mannschaftskapitäne der Profi-Teams geschrieben, damit sie mit ihren Teams den kommenden Montag zu einem "BTP-Tag" machten. BTP ist die Abkürzung für Buoni del Tesoro Poliennali, das sind festverzinsliche italienische Staatsanleihen.

In der Gewerkschaft AIC sind viele der hochbezahlten Stars der Serie-A-Mitglieder. "Einige von uns spielen in der Nationalmannschaft", erklärte Tommasi. "Jedenfalls sind wir alle Unterstützer dieses Landes und glauben an seine Stärke und aus diesem Grund schließen wir uns dem 'Tag der Staatsanleihen' an." Es gehe darum, "das Vertrauen deutlich zu machen, das Italiener in ihr Land haben".

Zu den AIC-Verbandsmitgliedern gehören einige der höchstbezahlten Fußballer, darunter Francesco Totti vom AS Rom und Alessandro Del Piero von Juventus Turin. Mehrere prominente Italiener, darunter Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo, hatten vor kurzem für Aktionen zum Kauf italienischer Anleihen geworben.

Kredite nur gegen hohe Zinsen

Wie nötig die italienische Regierung Hilfe braucht, zeigte sich am Freitag. Die Zinsen für Anleihen des Landes erreichten erneut ein Rekordhoch. Wie geplant konnte die Regierung in Rom sich zwar an den Märkten zehn Milliarden Euro leihen, sie musste dafür aber für Anleihen mit einer Laufzeit von sechs Monaten 6,5 Prozent Zinsen zahlen. Bei der letzten Ausgabe solcher Anleihen am 26. Oktober hatte der Zinssatz noch bei 3,5 Prozent gelegen.

Investoren misstrauen dem Spar- und Reformwillen der Regierung. Derzeit hat Italien Schulden von rund 1,9 Billionen Euro. Das entspricht 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

mmq/dpa



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Seite 1
kuddel37 25.11.2011
1. .
Zitat von sysopSie kicken und kaufen fürs Heimatland: Italienische Fußballprofis wollen Patriotismus beweisen und in Staatsanleihen der hochverschuldeten Republik investieren. Die Hilfe der Sportler käme genau zur rechten Zeit. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,800037,00.html
Wieviele Milliarden da wohl zusammen kommen? Am besten gleich ein Staatsanleihen-Abo abschließen, denn einmal kaufen wird nicht lange helfen.
c++ 25.11.2011
2. .
Schritt in die richtige Richtung. Italien braucht weder Geld aus Deutschland noch einem anderen Land. Italien ist reich, seine Bürger können durch einen Solidarbeitrag die Schulden ihres Landes deutlich senken. Nur eben nicht bloß hoch verzinsliche Staatsanleihen kaufen in der Hoffnung, dass EZB oder sonst wer die Rückzahlung garantiert, sondern als VermögensABGABE. Und so muss es nicht nur in Italien laufen, dann wird die Schuldenkrise gelöst.
onkelbobo 26.11.2011
3. And the circus leaves town...
Zitat von sysopSie kicken und kaufen fürs Heimatland: Italienische Fußballprofis wollen Patriotismus beweisen und in Staatsanleihen der hochverschuldeten Republik investieren. Die Hilfe der Sportler käme genau zur rechten Zeit. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,800037,00.html
Gespannt, wieviel da wohl zusammenkommt. Abgesehen davon sind sich die Herren vom Verband offenbar bewusst, dass der Fußballzirkus in andere Länder wandert, wenn in Italien tatsächlich angefangen wird zu sparen.
tailspin 26.11.2011
4. Hirn in den Haxn
Zitat von sysopSie kicken und kaufen fürs Heimatland: Italienische Fußballprofis wollen Patriotismus beweisen und in Staatsanleihen der hochverschuldeten Republik investieren. Die Hilfe der Sportler käme genau zur rechten Zeit. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,800037,00.html
Das hat nicht unbedingt etwas mit Hirn zu tun. Eher mit Eigenwerbung. Wahrscheinlich muss man die zu erwartenden Kapitalverluste der Herrn Fussballer als Werbungskosten abschreiben, auch wenn es keine Werbungskosten sind.
bauagent 26.11.2011
5. Reiches Italien?
Zitat von c++Schritt in die richtige Richtung. Italien braucht weder Geld aus Deutschland noch einem anderen Land. Italien ist reich, seine Bürger können durch einen Solidarbeitrag die Schulden ihres Landes deutlich senken. Nur eben nicht bloß hoch verzinsliche Staatsanleihen kaufen in der Hoffnung, dass EZB oder sonst wer die Rückzahlung garantiert, sondern als VermögensABGABE. Und so muss es nicht nur in Italien laufen, dann wird die Schuldenkrise gelöst.
In Italien, lieber Forist, ist es noch schlimmer, als in den meisten anderen europäischen Ländern. Sie kennen nur die Statistiken, die Geamtwerte, wie die 3.5 Billionen Barvermögen der Italiener. Sie wissen aber offenbar nicht, dass nur 10 % der Italiener, 90 % des Vermögens besitzen. Diese 10 % sind aber Internationalisten und kaufen das, was die höchste und sicherste Rendite bringt. In Griechenland sind auch 500 Mrd., davon 200 Mrd,. in die Schweiz abgehauen. Die hätten doch auch die 330 Mrd. Staatsschulden ablösen können. Träumen Sie weiter!
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