Sorge in Italien Monti warnt vor Pleite Siziliens

In Italien wächst die Sorge vor einer Pleite Siziliens. Ministerpräsident Monti warnte, die Region stehe vor dem finanziellen Kollaps. Auch Griechenland braucht dringend Geld und will bei seinen Partnern einen Überbrückungskredit heraushandeln. Gute Nachrichten kommen dagegen aus Portugal.

Italiens Regierungschef Mario Monti: Druck auf sizilianischen Gouverneur
AFP

Italiens Regierungschef Mario Monti: Druck auf sizilianischen Gouverneur


Rom/Athen - Die italienische Regierung fürchtet ein Eskalieren der Finanzkrise in Sizilien. Der Region drohe der finanzielle Kollaps, sagte Ministerpräsident Mario Monti am Dienstag in Rom. Es gebe erhebliche Sorgen vor einer Pleite Siziliens. Für die Finanzkrise der Insel macht die Regierung auch die lokalen Behörden verantwortlich.

Monti erklärte, er erwarte von Gouverneur Raffaele Lombardo eine Bestätigung, dass dieser bis zum Monatsende zurücktrete. Sizilien gilt als Armenhaus des südeuropäischen Euro-Landes.

Auch in Griechenland gibt es Sorgen über die Finanzierung des Landes. Denn die nächste Tranche aus dem aktuellen Hilfspaket kommt wohl erst im September zur Auszahlung - falls die Kontrolleure von Europäischer Zentralbank (EZB), Internationalem Währungsfonds (IWF) und EU-Kommission dies befürworten. Allerdings droht dem Land bereits vorher das Geld auszugehen.

Darum bemüht sich Griechenland bei seinen internationalen Geldgebern um eine finanzielle Überbrückung, mit der das klamme Land über den nächsten Monat kommen kann. "Wir kämpfen um einen Überbrückungskredit bis September", sagte ein Vertreter des griechischen Finanzministeriums am Dienstag.

EZB, IWF und EU-Partner haben Griechenland zwar grundsätzlich Hilfe bei der Deckung seines kurzfristigen Finanzbedarfs im August zugesagt, doch die genauen Umstände sind noch unklar. Laut Medienberichten ist im Gespräch, dass die EZB Verzögerungen bei der Rückzahlung einer fälligen Milliarden-Anleihe akzeptieren könnte.

IWF traut Portugal 2013 Rückkehr an Finanzmärkte zu

Gute Nachrichten gab es zumindest aus dem Krisenland Portugal. Der IWF bescheinigt der Regierung dort deutliche Fortschritte bei der Umsetzung der Spar- und Reformauflagen. Die Behörden hätten eine überzeugende Bilanz vorgelegt, teilte der IWF am Dienstag mit. Die Chancen für einen Erfolg des Hilfsprogramms seien relativ hoch. IWF, EZB und die EU-Länder haben für Portugal ein 78 Milliarden Euro schweres Hilfspaket geschnürt.

Sollte Portugal die Reformen weiter strikt umsetzen, könne das Land bis Ende kommenden Jahres wieder Zugang zu den Finanzmärkten haben, erklärte der IWF. Allerdings warnte der Fonds vor Risiken durch die schlechte Konjunktur in der Euro-Zone. Für dieses und das kommende Jahr werde deshalb nicht mit einer Verbesserung der Situation auf dem portugiesischen Arbeitsmarkt gerechnet, hieß es. Besonders die Schuldenkrise im benachbarten Spanien könne sich negativ auf Portugal auswirken.

mmq/Reuters

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insgesamt 24 Beiträge
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Seite 1
lukapp 17.07.2012
1. und...
...hat er schon eine Idee, wie Deutschland das Problem lösen sollte??
sabine_26 17.07.2012
2. Sümpfe auf Sizilien?
Überall dort wo es viel Korruption gibt, wird es schwierig...
prontissimo 17.07.2012
3. aber klar doch:
Zitat von lukapp...hat er schon eine Idee, wie Deutschland das Problem lösen sollte??
zahlen !
glücklicher südtiroler 17.07.2012
4. Sizilien...
Zitat von sysopAFPIn Italien wächst die Sorge vor einer Pleite Siziliens. Ministerpräsident Monti warnte, die Region stehe vor dem finanziellen Kollaps. Auch Griechenland braucht dringend Geld und will bei seinen Partnern einen Überbrückungskredit heraushandeln. Gute Nachrichten kommen dagegen aus Portugal. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,844985,00.html
Sizilien gehört zu jenen Italienischen Regionen die am meisten vom Italienischen LFA profitieren. Als Sonderautonomie bekommen sie noch zusätzliche Gelder. Infolge der auf der Insel herrschenden ineffizienten Verwaltung und Wirtschaft versickern die Gelder ungenutzt. Die Insel leistet sich infolge des Familismus und der Vetternwirtschaft eine der aufgeblähtesten Verwaltungen des Landes. Vom Hauptproblem der Insel, der Mafia, ganz zu schweigen. Die hat immer vom Geldfluß vom Festland mitprofitiert. Im Gegensatz zur landläufigen Meinung die dem Drogenhandel die größte Relevanz zumessen ist das bessere, und wichtigere, Geschäftsmodell der Mafia und ihr zugerechnete und affliliierte Firmen öffentliche Gelder abzugreifen. Indem man sich die Aufträge sichert. Der Rücktritt ist zu wenig; Sizilien bedarf einer Generalreform. Schian Gruaß...
caliper 17.07.2012
5. lehrbuchmässig
Zitat von glücklicher südtirolerSizilien gehört zu jenen Italienischen Regionen die am meisten vom Italienischen LFA profitieren. Als Sonderautonomie bekommen sie noch zusätzliche Gelder. Infolge der auf der Insel herrschenden ineffizienten Verwaltung und Wirtschaft versickern die Gelder ungenutzt. Die Insel leistet sich infolge des Familismus und der Vetternwirtschaft eine der aufgeblähtesten Verwaltungen des Landes. Vom Hauptproblem der Insel, der Mafia, ganz zu schweigen. Die hat immer vom Geldfluß vom Festland mitprofitiert. Im Gegensatz zur landläufigen Meinung die dem Drogenhandel die größte Relevanz zumessen ist das bessere, und wichtigere, Geschäftsmodell der Mafia und ihr zugerechnete und affliliierte Firmen öffentliche Gelder abzugreifen. Indem man sich die Aufträge sichert. Der Rücktritt ist zu wenig; Sizilien bedarf einer Generalreform. Schian Gruaß...
Besonders viel Geld dahin schicken wo die ineffizienteste Verwaltung ist. Das ist dann doch was für's Lehrbuch. Als Beispiel für "Fehlallokation" im Kapitel "Allokationspolitik".
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