Regierungsprognose Italiens Wirtschaft schrumpft auch 2013

Die wirtschaftliche Misere Italiens wird sich noch länger hinziehen als bisher erwartet. Die Regierung von Ministerpräsident Mario Monti korrigierte ihre Wachstumsprognose deutlich nach unten. Die Rezession werde bis 2013 anhalten, das Haushaltsdefizit soll steigen.

Ministerpräsident Monti: Wachstumsziele verpasst
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Ministerpräsident Monti: Wachstumsziele verpasst


Rom - Italien wird in diesem und im nächsten Jahr deutlich mehr Schulden machen als ursprünglich geplant. Die Regierung teilte am Donnerstag mit, das Haushaltsdefizit werde 2012 bei 2,6 Prozent der Wirtschaftsleistung liegen und 2013 bei 1,8 Prozent. Bisher war die Regierung von einem Minus von 1,7 beziehungsweise 0,5 Prozent ausgegangen.

Schuld am hohen Defizit ist vor allem die schwache Wirtschaftsentwicklung. Die Regierung korrigierte ihre Wachstumsprognose für das Land kräftig nach unten. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde im laufenden Jahr um 2,4 Prozent schrumpfen und im kommenden Jahr um 0,2 Prozent. Im April war man in Rom noch von einem BIP-Rückgang um 1,2 Prozent für 2012 und einem Wachstum von 0,5 Prozent 2013 ausgegangen.

Italien steckt seit dem vergangenen Jahr in der Rezession. Die Technokratenregierung von Ministerpräsident Mario Monti hatte gleich zu Beginn ihrer Amtszeit ein umfassendes Reformprogramm angekündigt und zum großen Teil auch durchgesetzt. Die Frühverrentung wurde eingeschränkt und die Rente mit 67 eingeführt. Gebühren und Steuern wurden erhöht, Ausgaben gekürzt. Doch die Reformen haben bisher vor allem die Wirtschaft abgewürgt.

stk/Reuters/dpa/AFP



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insgesamt 7 Beiträge
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king_pakal 20.09.2012
1. optional
Zitat von sysopGetty ImagesDie wirtschaftliche Misere Italiens wird noch länger hinziehen als bisher erwartet. Die Regierung von Ministerpräsident Mario Monti korrigierte ihre Wachstumsprognose deutlich nach unten. Die Rezession werde bis 2013 anhalten, das Haushaltsdefizit soll steigen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,857074,00.html
Und wie werden dann die Schulden abgebaut, wenn der Haushaltsdefizit steigt? Die Italiener werden wohl um die Aufnahme von neuen Schulden nicht herumkommen. Ausserdem wächst die Wirtschaft ja nur, wenn neue Schulden aufgenommen werden, da wir in einem Schuldgeldsystem leben. Ich kann also nicht verstehen, wenn die sogenannten Experten einerseits Wirtschaftswachstum fordern und gleichzeitig von Abbau der Schulden reden. Abbau der Schulden bedeutet Wirtschaftsrückgang.
eks2040 20.09.2012
2. Italien = Europa
Viele Prognosen sagen, dass das Wirtschaftswachstum im ganzen Euro-Raum geringer ausfaellt als zunaechst erwartet. Damit fallen Steuergelder aus... und die Kompensation waere nur ueber erneute Sparverordnungen zu erreichen... doch die Loesung kommt in Form von neuer Verschuldung. Und wer wird Grossglaeubiger in diesen Faellen, insbesonders da die Zinsen ja nicht recht steigen duerfen. Die EZB ist gefragt. Und das wird nicht ohne neue Liquiditaet gehen = USA QE3 aehnlich. Das passt auch, denn dann werden die Wechselkurse nicht vollstaendig aus dem Rahmen laufen. Und leichtes Geld = abgewertetes Geld macht exporte moeglich, aber kostet viel auf der Importseite. Bitte auf die Kaufkraft achten und das Ersparte absichern!! Karl
ausmisten 20.09.2012
3. ab jetzt wird s lustig
ohne neuschulden zu machen schrumpft also die wirtschaft im club med.das trifft auch fuer frankreich und D zu.da das "sparen"ohnehin nur geschwaetz ist(seit 1500 milliarden plant schaeuble ausgeglichen haushalt,jetzt sind wir in D bei ueber 2000 ohne die buergschaften)stellt sich die frage,wo und wie soll das enden.ich freu mich schon auf meinen ersten 100000 euro schein!
hobbysechs00 20.09.2012
4. ezb muss helfen
ich bin seit 49 Jahren geschäftliche in Italien und ich muss doch meine Anerkennung ausdrücken ,dass in dieser Zeit fast mittelalterliche. Zustände überwunden wurden .es ist zu bewundern, wie sie sich durchs leben kämpfen.die ezb sollte konsequent fuer ein Absenkung des Zins Niveaus sorgen und wir brauchen auch eine Inflation um die 3 besser 4 % um den Staat u den Mittelstand zu entlasten. in Deutschland u Italien und so tragen die Sparer auch etwas bei.sie zählten am wenigsten steuern und sollen sie doch investieren dann retten sie die kohlen
nexus7 21.09.2012
5. Mitgefangen
Die Wirtschaft wird deshalb abgewürgt, weil man im Euro feststeckt. Die Abwertungsmöglichkeit der Währung fällt als Steuerungsinstrument aus. Stattdessen zeigte der Euro sogar einen Kursanstieg. Der Abstieg aus dem Schuldenturm wird schmerzhaft - für alle. Schuldenbasierte Wirtschaftssysteme sind am Ende, da muss jetzt jedes Land seinen eigenen Weg finden.
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