Konjunkturprogramm Italiens Regierung pumpt Milliarden in Schulen und Verkehrsprojekte

Italiens Regierung kämpft gegen die Rezession und steckt Geld in die Sanierung von Schulen, den Brückenbau und senkt die Steuern für Strom. Allein in der Baubranche sollen so 30.000 neue Jobs entstehen.

Fabrikarbeiter im italienischen Gravellona: Tiefe Rezession
REUTERS

Fabrikarbeiter im italienischen Gravellona: Tiefe Rezession


Rom - Mit Milliarden gegen die schwache Wirtschaft: Die italienische Regierung hat ein umfangreiches Infrastrukturprogramm vorgelegt. Drei Milliarden Euro sollen investiert werden, teilte Ministerpräsident Enrico Letta am Samstagabend nach einer Kabinettssitzung in Rom mit. Die drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone wird von einer schweren Rezession geplagt.

Von dem Programm, das Investitionen in das Bahnnetz, in die Sanierung maroder Schulgebäude, Brücken und Tunnel vorsieht, verspricht sich die Regierung die Entstehung von 30.000 neuen Arbeitsplätzen. Zudem sollen Stromkunden über die Senkung der Steuer zur Förderung erneuerbarer Energien um 550 Millionen Euro entlastet werden.

Eine Belastung für den Haushalt befürchtet Letta nicht. Er hält an dem Ziel fest, das Defizit in diesem Jahr wieder unter die EU-Grenzmarke von drei Prozent der Wirtschaftsleistung zu drücken. In den nächsten Tagen will Letta zusätzliche Maßnahmen vorstellen, um die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen. Unter anderem solle die Bürokratie abgebaut und der Kampf gegen die hohe Jugendarbeitslosigkeit verstärkt werden, sagte Letta. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt in Italien bei 40,5 Prozent. Die Maßnahmen sollen binnen 60 Tagen vom Parlament in Gesetzesform gebracht werden.

yes/Reuters/AFP



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insgesamt 53 Beiträge
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durden_tyler 16.06.2013
1. wetten, dass genug Geld
wetten, dass genug Geld für solche - IMHO existenziell wichtige Maßnahmen - vorhanden ist? Es wird nur an falscher Stelle vergeudet. In D genauso wie in Italien oder GR.
ChristianWild 16.06.2013
2. Konjunkturprogramm
Erstaunlich was die Italiener vorhaben. Eigendlich das Einmaleins jeden staatlichen Anschubprogrammes. So lehrt es das BWL/VWL Studium im ersten Semester. SINNVOLLE Investitionen des Staates zum Anschub der Konjunktur. Das gerade Italien voranschreitet verwundert schon ein bisschen, aber sie schaffen es vieleicht. Unsere Politiker sind dafür zu ........ Bei der Voraussetzung, die unsere Volksvertreter mitbringen, ist es auch verständlich, dass sie nichts auf die Reihe bringen. Wer das Einmaleins nicht kann, kann eben nicht Rechnen. Wer es nicht gelernt hat, ist nicht dumm, aber am falschen Platz. Das fatale daran ist, das sie glauben rechnen zu können.
xianjin 16.06.2013
3. und wer bezahlt das?
die EZB und der deutsche Steuerzahler natürlich. Es ist schon interessant, wie "moderne" Regierungen einfach so Milliarden aus der Luft zaubern, nach der Finanzierung fragt keiner mehr. In Italien, wie auch fast überall in Europa, hat man immer noch nicht begriffen, dass staatliche Investitionen allein nur ein kurzfristiger Schuss sind, der dem Junkie namens Wirtschaft vielleicht ein Jahr reicht. Daran ändern auch fantastisch klingende Angaben von 30 000 Jobs nichts, denn wir wissen ja alle, wie gut Regierungen "schätzen", in Wirklichkeit werden es vielleicht halb so viele. Von den 3 Milliarden wird ja auch noch einiges im korrupten bürokratischen Sumpf untergehen. Unterm Strich sieht man das wieder viel zu einfach (wir pumpen einfach noch mehr Geld rein, dann wird das schon) und ich freue mich schon auf die Ausreden, die dann wieder kommen. Wie wäre es mal mit strukturellen Reformen und dem Kampf gegen Korruption?! Steuersenkungen und Förderung des Mittelstandes anyone? Stärkt die Binnennachfrage, dann haben die Leute mehr Geld und zahlen auch mehr Steuern, DANN können auch solche Großprojekte unternommen werden. Wenn erst eine der großen europäischen Wirtschaften untergeht (Italien, Spanien und Frankreich sind auf bestem Wege), hilft auch die EZB, der ESM und der deutsche Michel nicht mehr, die sind dann nämlich auch alle Pleite. Aber vielleicht muss genau das passieren, um Europa wachzurütteln.
balsamico58 16.06.2013
4. Ausgerechnet Italien ...
Unseren POlitikern müsste so ein Bericht doch zumindest einmal in ihrem Leben die Schamesröte ins Gesicht treiben. Ausgerechnet das viel geschmähte und gerne verunglimpfte Italien scheint in Gegensatz zum deutschen "Merkelianischen Prinzip des Handelns" den Hintern hoch zu bekommen. - Macht Deutschland vor, wie es möglicherweise auch gehen kann. In Italien sucht man wohl nicht nur nach alternativlosen Lösungen. Es gibt eben einfach nichts gutes, ausser man tut es. FORZA ITALIA!
hatomune 16.06.2013
5. Allein in der Baubranche!!!
Die Baubranche ist weltweit wohl diejenige mit den fortgeschrittensten mafiosen Struktur (auch bei uns!). Ganz bitterböse sieht das rund ums Mittelmeer aus. 30000 Arbeitsplätze? Für Mafiosi bis in die Chefetagen und Parlamente.
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