Aufschwung Italien schafft stärkstes Wachstum seit 2010

Erfreuliche Nachrichten vor der Parlamentswahl: Italiens Wirtschaft ist im vergangenen Jahr kräftig gewachsen. Auch das Defizit konnte die Regierung zurückfahren.

Rom (Archiv)
REUTERS

Rom (Archiv)


Die italienische Wirtschaft hat 2017 das stärkste Wachstum seit 2010 verbucht. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg dem Statistikamt Istat zufolge um 1,5 Prozent und damit sogar noch etwas stärker als zunächst angenommen. Auch das Haushaltsdefizit fiel 2017 mit 1,9 Prozent geringer aus als zunächst angenommen.

Die Wirtschaft des Landes war 2014 nach zwei Jahren Rezession wieder gewachsen - damals um 0,1 Prozent. Im Jahr 2015 stieg das BIP um 0,7 Prozent, 2016 dann um 0,9 Prozent. 2017 gab es nun ein Plus von 1,5 Prozent. Doch damit blieb das Land stets unter dem Durchschnitt der Eurozone. Denn vergangenes Jahr legte das BIP in den Ländern mit der Gemeinschaftswährung im Schnitt um 2,5 Prozent zu.

Für dieses Jahr rechnet Italien mit einem Wachstum von ebenfalls 1,5 Prozent. Der Internationale Währungsfonds prognostizierte 1,4 Prozent.

Fotostrecke

7  Bilder
Vor der Wahl: Italien droht der Rechtsruck

Das Defizit konnte Rom im vergangenen Jahr deutlich von 2,5 Prozent auf 1,9 Prozent des BIP zurückfahren, teilte Istat weiter mit. Die Zahl ist besser als von der Regierung und der EU-Kommission erwartet - sie hatten damit gerechnet, dass das Defizit bei 2,1 Prozent der Wirtschaftsleistung liegen wird.

Die Verschuldung allerdings ist weiterhin riesig. Sie betrug im vergangenen Jahr 131,5 Prozent der Wirtschaftsleistung und lag damit nur geringfügig unter dem Wert von 2016 mit 132 Prozent. Nur der langjährige Krisenstaat Griechenland kommt in der Eurozone auf höhere Verschuldungswerte.

Bei der Wahl am kommenden Sonntag liegt das Mitte-Rechts-Lager von Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi Umfragen zufolge mit 35 bis 37 Prozent vorne. Gefolgt von der Fünf-Sterne-Bewegung, der vom Komiker Beppe Grillo gegründeten Anti-Establishment-Partei. Der Mitte-Links-Block von Ministerpräsident Paolo Gentiloni landet Umfragen zufolge auf Platz drei.

brt/AFP/Reuters

insgesamt 11 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
ellenbetti 01.03.2018
1. ja das kennen wir schon
immer wo Wahlen sind, Rechtsdruck herrscht, ist die Wirtschaft kürzlich phantastisch gestiegen. Warum also etwas anderes wählen ? Ich hoffe jeder Italiener ließt es noch rechtzeitig.
JaguarCat 01.03.2018
2. Schuldenabbau durch Inflation
Bei Schulden von 130% BIP nominal reicht 1,5% Wachstum und 1,6% Inflation, um die Schulden um 4 Prozentpunkte zu reduzieren. Clevere Strategie
seinedurchlaucht 01.03.2018
3. Bekannte Masche
Es sind Wahlen und es droht der Rechtsruck, da werden nochmal schöne Zahlen kurz vorher verteilt, kennen wir.
breguet 01.03.2018
4. Ein Wunder!
Die Madonna hat Italien zu einemsagenhaften Wachstum verholfen. Man sollte allerdings immer bedenken von welchem Niveau das Wachstum ausging. Italien ist pleite, egal wie viel Wachstum die haben. Außerdem sind die Zahlen in den PIGS Staaten immer mit Vorsicht zu genießen, das weiß man ja von Griechenland. Aber wenn es hilft rechts einzudämmen, warum nicht.
Commentatore 24 01.03.2018
5. Immer das gleiche Spiel
Wie groß muss die Angst der "Etablierten" sein, das diese jeweils kurz vor verändernden Ereignissen immer ein paar Zahlen parat haben. Ich hoffe es gibt eine Veränderung, denn wer braucht solche Trickser an den Schalthebeln der Macht!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.