IWF-Chefin Lagarde ruft nach staatlichen Investitionen

Auftakt der Jahrestagung von Weltwährungsfonds und Weltbank: IWF-Chefin Lagarde ermutigt Länder mit lahmender Konjunktur zu höheren Ausgaben. Finanzminister Schäuble will eine Stärkung deutscher Investitionen prüfen.

Lagarde (in Washington): "Kurzfristig das Wachstum unterstützen"
AP/dpa

Lagarde (in Washington): "Kurzfristig das Wachstum unterstützen"


Washington - Christine Lagarde will Überzeugungsarbeit leisten. Angesichts der schwierigen Lage der Weltwirtschaft ruft die IWF-Chefin nach staatlichen Konjunkturhilfen. "Das kann ein guter Weg sein, um kurzfristig das Wachstum zu unterstützen", sagte Lagarde zum Auftakt der Jahrestagung von IWF und Weltbank in Washington. Das Treffen der 188 Mitgliedsländer beginnt an diesem Freitag in der US-Hauptstadt.

Lagarde betonte, dass sich öffentliche Investitionen auf längere Sicht auch für die Staatshaushalte rechneten. Diese könnten nicht nur wachstumsfreundlich, sondern auch schuldenfreundlich sein. "Die Mitglieder müssen einen viel höheren Finanzeinsatz erbringen, der sich darauf richtet, das heutige Wachstum und das morgige Wachstumspotenzial entschieden zu erhöhen", schreibt Lagarde in einem Strategiepapier anlässlich der Veranstaltung.

Der IWF hatte in seinem jüngsten Wirtschaftsausblick auch Deutschland ausdrücklich dazu aufgerufen, mehr Geld in Infrastrukturprojekte zu investieren. Die Bundesrepublik habe ihren Staatshaushalt saniert und könne sich solche Ausgaben leisten, ohne EU-Defizitvorschriften zu verletzen.

Laut Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) prüft die Bundesregierung angesichts der Konjunkturdelle eine Stärkung der Investitionen: "Wir müssen Investitionen eine höhere Priorität einräumen", sagte er in Washington. Konjunkturprogrammen mit neuen Schulden erteilte er allerdings erneut eine Absage.

Für Aufsehen sorgte Schäuble am Rande der IWF-Tagung mit einem verbalen Angriff auf die "Alternative für Deutschland" (AfD). Der Finanzminister machte keinen Hehl daraus, dass er die Partei ablehnt.

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Der IWF: Struktur des Währungsfonds

bos/AFP/dpa



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