Rennen um IWF-Chefposten Lagarde verkündet Kandidatur für zweite Amtszeit

Nun hat sie es öffentlich bestätigt: Christine Lagarde will für eine zweite Amtszeit als Chefin des Internationalen Währungsfonds kandidieren. Eine alte Finanzaffäre könnte aber noch zum Problem werden.

IWF-Chefin Christine Lagarde: Bewerbung für zweite Amtszeit
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IWF-Chefin Christine Lagarde: Bewerbung für zweite Amtszeit


Seit Mittwoch läuft offiziell die Bewerbungsfrist für den Chefposten beim Internationalen Währungsfonds (IWF). Nun hat die Amtsinhaberin angekündigt, erneut kandidieren zu wollen. "Ja, ich bewerbe mich für ein zweites Mandat", sagte IWF-Direktorin Christine Lagarde dem französischen Fernsehsender France 2. Ihre erste Amtszeit läuft Ende Juli aus.

Am Donnerstag hatten bereits Deutschland, Großbritannien und ihr Heimatland Frankreich ihre Unterstützung für eine Kandidatur zugesichert. Da dies öffentlich geschah, gingen Beobachter ohnehin davon aus, dass die 60-Jährige zuvor zugesagt hatte, für eine zweite Amtszeit zur Verfügung zu stehen.

"Frau Lagarde war in den schwierigen Zeiten nach der Finanzkrise eine umsichtige und erfolgreiche Krisenmanagerin", begründete das Bundesfinanzministerium seine Entscheidung. Der französische Ministerpräsident Manuel Valls sicherte Lagarde am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos seine Unterstützung zu.

"Die Welt sieht sich einem gefährlichen Cocktail von Risiken ausgesetzt", sagte der britische Finanzminister George Osborne. "Christine hat die Vision, die Energie und den Scharfsinn, um die Weltwirtschaft durch die kommenden Jahre zu steuern." Deshalb werde er Lagarde nominieren.

Die frühere französische Finanzministerin war 2011 an die Spitze des IWF gewählt worden. Bislang hat Lagarde keine Herausforderer, andere Interessenten können jedoch derzeit ihre Kandidatur offiziell anmelden. Ungeschriebenen Regeln zufolge stellen die Europäer den Chef des IWF und die USA den der Weltbank. Dieses Arrangement steht allerdings zunehmend in der Kritik, die Schwellenländer fordern mehr Einfluss in den internationalen Finanzinstitutionen.

Lagardes zweiter Amtszeit könnte zudem noch ein juristisches Problem im Weg stehen. Im Dezember ordnete ein Gericht in Paris an, dass ihr wegen ihrer Rolle bei einer 400-Millionen-Euro-Zahlung an den Unternehmer Bernard Tapie ein Verfahren droht. Das Geld war dem Unterstützer des früheren Präsidenten Nicolas Sarkozy während der Amtszeit Lagardes als Finanzministerin als Schadenersatz zuerkannt worden. Damit sollten Verluste ausgeglichen werden, die Tapie 1992 beim Verkauf von Adidas-Anteilen entstanden sein sollen.

fdi/AFP

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Dramaturg 22.01.2016
1. Gerichtliches Verfahren droht?
Liebe spon, das drohte schon vor ihrer ersten Amtszeit und wurde nie durchgezogen! Also lasst diese gekünstelte Aufgeregtheit.
Eppelein von Gailingen 22.01.2016
2. Hat Frankreich ein Abo auf die IWF-Präsidentschaft?
Dann stört es niemanden aus der politischen Kaste von GB und Deutschland, weil man die jeweiligen Affären einfach vergisst. Beim unkontrollierten Sex-süchtigen Strauss-Kahn war es ein Ausrutscher. Kann vorkommen. Bei Lagarde ist es die alte Belastung der Finanzaffäre als Finanzministerin Frankreichs und der offenen staatl. Forderung an den Jongleur Tapie von 400 Mio. € Rückzahlung. http://www.welt.de/wirtschaft/article137565590/Muss-Tapie-400-Millionen-Euro-zurueckzahlen.html Für eine zweite Amtszeit kandidieren, eine unglaubliche Chuzpe?
Giancarlo 22.01.2016
3. Frau Lagarde ein Büttel der Hochfinanz
Nie hat Frau Lagarde die Tätigkeit des IWF hinterfragt. Gründe gäbe es genug. Es gibt keine Institution der Welt die derart rücksichtslos die Interessen der Investment- und Großbanken gegenüber Ländern durchsetzt die beim IWF Hilfskredite beantragt haben. Mit der Waffe des Kredits werden Länder in die Knie gezwungen und deren wirtschaftliche und soziale Strukturen zerstört und das über Jahre. Eine Rationalität, die das Ziel hat, den Ländern und den dort lebenden Menschen auf absehbare Zeit wieder lebenswerte Verhältnisse zu bescheren ist nicht erkennbar. Erkennbar ist eine Ideologie, genannt Neoliberalismus, die ausschließlich die Interessen des Finanzkapitals vertritt.
angste 22.01.2016
4. Danke
Das ist ein Danke für die Änderung der IWF- Regeln: Ab sofort gibts auch Geld, auch wenn man Kredite nicht zurückzahlen will. Damit die Ukraine doch Milliarden bekommt.
epiktet2000 22.01.2016
5. Ach was,
Zitat von Eppelein von GailingenDann stört es niemanden aus der politischen Kaste von GB und Deutschland, weil man die jeweiligen Affären einfach vergisst. Beim unkontrollierten Sex-süchtigen Strauss-Kahn war es ein Ausrutscher. Kann vorkommen. Bei Lagarde ist es die alte Belastung der Finanzaffäre als Finanzministerin Frankreichs und der offenen staatl. Forderung an den Jongleur Tapie von 400 Mio. € Rückzahlung. http://www.welt.de/wirtschaft/article137565590/Muss-Tapie-400-Millionen-Euro-zurueckzahlen.html Für eine zweite Amtszeit kandidieren, eine unglaubliche Chuzpe?
diese Frau ist durch dieses Finanzfronterlebnis gestählt für die zukünftigen Skrupellosigkeit und unbarmherzige soziale Härte notwendig machenden Herausforderungen der Weltwirtschaft. Sie weiß bereits ohne nachzudenken, wem sie zu geben hat und wem nicht. Sie darf sich nur nicht am Liftboy vergreifen.
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