Weltkonjunktur: Währungsfonds prognostiziert Wachstumsschub

Trotz Schuldenkrise sagt der Internationale Währungsfonds ein stärkeres Wachstum der Weltwirtschaft voraus. Selbst für die Euro-Zone sind die Experten nicht mehr ganz so pessimistisch, auch wenn ein Restrisiko bleibt.

Containerschiff im Hamburger Hafen: Hoffen auf ein Ende der Krise Zur Großansicht
dapd

Containerschiff im Hamburger Hafen: Hoffen auf ein Ende der Krise

Washington - Der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht für das laufende Jahr und für 2013 bessere Aussichten für das weltweite Wachstum. Von Entwarnung könne aber keine Rede sein, heißt es im aktuellen Ausblick des IWF. Die Weltwirtschaft sei in einer Phase "gespannter Ruhe". "Das Risiko einer weiteren Krise ist weiterhin sehr präsent und könnte sowohl die Industrie- als auch die Schwellenländer treffen", schrieb IWF-Chefkökonom Olivier Blanchard.

Trotz der unsicheren Entwicklung fällt die Prognose für die Euro-Zone etwas weniger pessimistisch aus als zuletzt. 2012 sei weiter mit einer Rezession zu rechnen, auch wenn sie milder ausfalle, heißt es. Die Wirtschaftsleistung schrumpfe insgesamt um 0,3 Prozent. Im Januar wurde der Rückgang noch mit 0,5 Prozent beziffert. Spanien könne seinen Abwärtstrend 2013 voraussichtlich stoppen, schreiben die IWF-Experten. In Italien dagegen gehe es zunächst weiter abwärts.

Deutschland sieht der IWF als Profiteur im Kampf gegen die europäische Schuldenkrise. Die Wachstumsprognose für die Bundesrepublik könne nach oben korrigiert werden, wenn auch nur leicht, teilte der IWF mit. Das Bruttoinlandsprodukt steige in diesem Jahr voraussichtlich um 0,6 Prozent. Das sind 0,3 Prozentpunkte mehr als im Januar erwartet, aber immer noch deutlich weniger als im vergangenen Jahr geschätzt. Für 2013 geht der Währungsfonds weiter von 1,5 Prozent Wachstum aus.

Die Entscheidung über den größeren Euro-Rettungsschirm habe rund um den Globus die Angst vor einem scharfen Abschwung mindern können, erklärten die IWF-Experten. Entsprechend wurde die Prognose für die gesamte Weltkonjunktur angehoben. Im laufenden Jahr legt sie demnach um 3,5 Prozent zu - bislang war von 3,3 Prozent die Rede. Für 2013 schätzt der Fonds das globale Plus auf 4,1 Prozent, das sind 0,1 Prozentpunkte mehr als zuletzt errechnet.

"Die Dinge könnten jeden Moment wieder sehr schlecht werden"

Dennoch: Die Gefahren der Verschuldung und der wackeligen Finanzsysteme vor allem in Europa seien längst nicht ausgestanden, warnte IWF-Chefökonom Blanchard. "Man hat das Gefühl, dass die Dinge jeden Moment wieder sehr schlecht werden könnten." Politiker der Euro-Staaten dürften im Kampf gegen die Krise keine Pause einlegen. "Brandmauern allein können die schwierigen Haushalts-, Wettbewerbs- und Wachstumsprobleme nicht lösen", sagte Blanchard. "Das Hauptrisiko bleibt, dass es eine weitere Krise in Europa gibt."

Wachstumsmotoren bleiben laut IWF die Schwellen- und Entwicklungsländer. Der Bericht sieht für sie im laufenden Jahr ein Wachstum von 5,7 Prozent voraus. 2013 legen die aufstrebenden Volkswirtschaften demnach um sechs Prozent zu.

Bei seiner am Donnerstag beginnenden Frühjahrstagung will der IWF eine Aufstockung der Mittel zur Krisenbekämpfung in die Wege leiten. IWF-Chefin Christine Lagarde hält inzwischen nur noch eine Aufstockung der Mittel um mehr als 400 Milliarden Dollar für erforderlich - 200 Milliarden weniger als im Januar geschätzt.

mmq/dpa/Reuters

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insgesamt 22 Beiträge
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1. Unerträgliches Gequatsche sog. Experten
chrimirk 17.04.2012
Zitat von sysopTrotz Schuldenkrise sagt der Internationale Währungsfonds ein stärkeres Wachstum der Weltwirtschaft voraus. Selbst für die Euro-Zone sind die Experten nicht mehr ganz so pessimistisch, auch wenn ein Restrisiko bleibt. Weltkonjunktur: Währungsfonds prognostiziert Wachstumsschub - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,828152,00.html)
Am besten nicht mehr beachten, ist ohnehin nur Geschwätz und Wichtigtuerei.
2. Ist doch nur Arbeitsnachweis..
Baikal 17.04.2012
Zitat von chrimirkAm besten nicht mehr beachten, ist ohnehin nur Geschwätz und Wichtigtuerei.
.. sonst könnte doch irgendwer (nee, Merkel und Konsorten nicht, die bestellen den Quark schießlich zu Wahlkampfzwecken) auf die Idee kommen, hier zu sparen.
3. Kriese?
paul sartre 17.04.2012
Zitat von sysopTrotz Schuldenkrise sagt der Internationale Währungsfonds ein stärkeres Wachstum der Weltwirtschaft voraus. Selbst für die Euro-Zone sind die Experten nicht mehr ganz so pessimistisch, auch wenn ein Restrisiko bleibt. Weltkonjunktur: Währungsfonds prognostiziert Wachstumsschub - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,828152,00.html)
Die "Krise" ist doch bei uns in Deutschland nie angekommen. Bei uns in der Firma wurde keiner entlassen. Im Gegenteil - in den letzten Jahren ist regelmäßig unsere Boni gestiegen.
4.
umbhaki 17.04.2012
[Dieser Thread kann damit geschlossen werden. Es ist nämlich bereits alles notwendige erschöpfend gesagt :)
5.
CompressorBoy 17.04.2012
Zitat von paul sartreDie "Krise" ist doch bei uns in Deutschland nie angekommen. Bei uns in der Firma wurde keiner entlassen. Im Gegenteil - in den letzten Jahren ist regelmäßig unsere Boni gestiegen.
Klar, als Angestellter einer Bank, die regelmäßig am Volksvermögen schmarotzt, lässt sich gut lachen...
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