IWF senkt Wachstumsprognose Trump schadet Deutschlands Wirtschaft

Die Handelskonflikte mit den USA bremsen das weltweite Wirtschaftswachstum: Der Internationale Währungsfonds korrigiert deshalb seine Prognose für 2018 und 2019 nach unten. Auch Deutschland ist beeinträchtigt.

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Der Dauerstreit um neue Handelsbarrieren der Vereinigten Staaten und die hohe Schuldenlast vieler Staaten haben das Wachstum der Weltwirtschaft spürbar gebremst. Das schreibt der Internationale Währungsfonds (IWF) am Dienstag in seiner neuen Prognose. Im Vergleich zu seiner Vorhersage aus dem April erwartet der IWF für die Jahre 2018 und 2019 nun nur noch ein Wachstum von 3,7 Prozent statt 3,9 Prozent.

Die Prognose für das Wachstum in Deutschland korrigierte der IWF sogar noch deutlicher nach unten: Die Wirtschaft der Bundesrepublik werde in beiden Jahren nur um je 1,9 Prozent wachsen. Für 2018 sind das 0,6 Punkte weniger als noch im April prognostiziert.

Auch für die Eurozone wurde die Voraussage im Vergleich zum April dieses Jahres um 0,1 Punkte nach unten korrigiert.

Auf der Wirtschaft lasteten vor allem die Handelskonflikte - allen voran der Streit zwischen den beiden weltweit größten Volkswirtschaften USA und China. Hinzu kämen alte und immer neue Unsicherheiten wie der Brexit oder die Folgen der Zinswende in den USA für viele Schwellenländer, hieß es vom IWF.

"Die Wahrscheinlichkeit weiterer negativer Schocks für unsere Wachstumsvorhersage ist gestiegen", sagte Obstfeld. Der Handelskrieg zwischen den beiden weltgrößten Volkswirtschaften USA und China sowie die Androhung von US-Zöllen auf Autos und Autoteile insgesamt könnte etablierte Lieferketten unterbrechen, vor allem dann wenn es zu Vergeltungsmaßnahmen kommt, sagte Obstfeld. "Das Wachstum wird von nicht nachhaltigen politischen Maßnahmen getrieben".

Auch die Aussichten in den Schwellenländern seien düster. Für die Türkei erwartet der Währungsfonds wegen der schwachen Lira, der gestiegenen Kreditkosten und der ungewissen Entwicklung der dortigen Verbrauchernachfrage für das kommende Jahr einen deutlichen Rückgang des Wachstums auf 0,4 Prozent - 3,6 Prozentpunkte weniger als noch im April. Die türkische Wirtschaft bleibe "höchst anfällig" für geopolitische Risiken oder plötzliche Veränderungen von Kapitalströmen, erklärte der IWF.

Für das von einer Wirtschafts- und Währungskrise betroffene Argentinien sagt der Währungsfonds einen Abschwung um 2,6 Prozent 2018 und 1,6 Prozent im kommenden Jahr voraus. Im Krisenstaat Venezuela steht demnach bereits das fünfte Jahr in Folge ein Rückgang des BIP an: 2018 um 18 Prozent und 2019 um weitere fünf Prozent. Binnen fünf Jahren sank dort das BIP pro Kopf nach IWF-Angaben um mehr als 35 Prozent, bis 2023 könnten es fast 60 Prozent sein.

aar/ssu/dpa/AFP/Reuters



insgesamt 15 Beiträge
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thequickeningishappening 09.10.2018
1. Zinsen und Energie Preise
Die FED wird voraussichtlich noch Drei bis Vier Mal anziehen (75 bis 100 Basis Points) und Der Oelpreis (Brent/Tapis) liegt bei knapp 90 Dollar mit Potential nach oben. Beides Gift für Schwellenländer Die zudem in (steigende) US Dollar verschuldet sind!
ulrics 09.10.2018
2. Es gibt kein Wachstum!
Ich diese Fiktion von Wachstum nicht mehr ertragen. Es gibt kein Wachstum. Es werden nur Güter verlagert zu Ungunsten eines Teils der Welt. Wenn überhaupt müsste es als Bereicherung auf Kosten anderer bezeichnet werden.
c.weise 09.10.2018
3. Doping ist nie nachhaltig
Auch die EU Wirtschaft wird gedopt. Vor allem durch die Nullzinsen. Die fortgesetzte Schuldenexpansion in der EU gefährdet die Zukunft. Draghi gehört abgesetzt, genau wie Frau Merkel.
marthaimschnee 09.10.2018
4. wie überaus praktisch
Da kann man ja den Boom, der - sofern es ihn überhaupt wirklich gegeben hat - bei den meisten Menschen sowieso nicht angekommen ist, ja endlich für beendet erklären (könnte vielleicht Herr Pofalla? der macht das so Klasse) und so jegliche Erwartungen des Einzelnen, daß man vielleicht selber doch irgendwann mal davon profitieren könnte/müßte, endgültig begraben. Und sich dann wundern, daß Extremisten mit Zerstörungsabsicht gewählt werden.
iasi 09.10.2018
5. Der IWF hatte damals ja auch die Krise vorhergesagt - oder etwa nicht?
Nicht nachhaltige Maßnahmen der USA? Etwa der Abbau der mittel- und langfristig gefährlichen Leistungsbilanzungleichgewichte?
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