Washington/Berlin - Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Wachstumsprognosen nach unten korrigiert. Die Euro-Zone verharrt demnach auch 2013 in der Rezession. Die Wirtschaftsleistung werde 2013 um 0,2 Prozent schrumpfen, heißt es in dem am Mittwoch in Washington vorgelegten Weltwirtschaftsausblick der Organisation. Bisher hatte sie ein minimales Wachstum von 0,2 vorausgesagt.
Bereits im Vorjahr war die Wirtschaftsleistung der Euro-Zone nach IWF-Berechnungen um 0,4 Prozent geschrumpft. Erst für 2014 erwartet der Fonds wieder Wachstum.
Auch für Deutschland reduzierte der IWF seine Voraussage für dieses Jahr von 0,9 auf 0,6 Prozent. Im kommenden Jahr rechnet der Fonds mit einem Plus von 1,4 Prozent.
Die globale Wirtschaft wird laut IWF im laufenden Jahr um 3,5 Prozent zulegen, im kommenden Jahr gar um 4,1 Prozent. Eine entsprechende Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters fällt etwas weniger gut aus. Demnach rechnen 600 Ökonomen mit einem weltweiten Wachstum von 3,3 Prozent im laufenden Jahr.
Konzernchefs verlieren Optimismus
Die Wachstumserwartungen der weltweiten Management-Elite sind ebenfalls getrübt. Nur knapp jeder fünfte Vorstandschef rechnet für das laufende Jahr mit einem globalen Aufschwung, 28 Prozent fürchten eine Verschlechterung der allgemeinen Wirtschaftslage. Das geht aus einer Umfrage der Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers hervor, die am Dienstag auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos vorgestellt wurde.
Auf Sicht der kommenden drei Jahre erwarten 46 Prozent der Manager weltweit ein Umsatzwachstum. Die Einschätzungen der CEOs aus den Schwellenländern sind deutlich positiver als die der Manager aus den Industriestaaten. So sehen zum Beispiel 85 Prozent der Befragten aus Indien und 62 Prozent der Befragten aus Afrika ihr Unternehmen langfristig klar auf Wachstumskurs - gegenüber 51 Prozent der nordamerikanischen CEOs, 52 Prozent der CEOs in Asien-Pazifik und 34 Prozent der westeuropäischen Vorstandschefs.
Portugal leiht sich für fünf Jahre selbständig Geld
Ein kleiner Hoffnungsschimmer kommt aus dem Krisenland Portugal: Knapp zwei Jahre, nachdem das Land unter den Euro-Rettungsschirm flüchtete, hat es laut einem Zeitungsbericht die Rückkehr an den Kapitalmarkt geschafft - wenn auch zunächst nur auf Umwegen.
Am Mittwoch konnte über Banken eine fünfjährige Anleihe bei Anlegern platziert werden, berichtet die Tageszeitung "Publico". Insgesamt habe die Auktion etwa zwei Milliarden Euro in die Staatskasse gespült. Die Nachfrage habe ausgereicht, um das Fünffache der Papiere zu verkaufen. Die Rendite solle bei etwa fünf Prozent gelegen haben.
Seit Portugal im Frühjahr 2011 unter den Euro-Rettungsschirm geschlüpft ist, hat es keine längerfristigen Kredite mehr von privaten Investoren erhalten. Lediglich Anleihen über wenige Wochen - sogenannte Geldmarktpapiere - waren noch möglich.
Allerdings setzen Anleger schon seit längerem wieder stärker auf portugiesische Staatstitel. Am Sekundärmarkt, wo bereits ausgegebene Schuldverschreibungen gehandelt werden, sind die Risikoaufschläge zuletzt deutlich gesunken. Am Montag war die Rendite für Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit erstmals seit Ende 2010 wieder unter die Marke von 6,0 Prozent gefallen. Zuletzt wurde sie bei 5,65 Prozent notiert.
Die neue portugiesische Anleihe wurde nicht im Rahmen einer herkömmlichen Versteigerung platziert, sondern syndiziert begeben. Bei diesem Verfahren werden die Schuldtitel zunächst von einer Gruppe von Konsortialbanken übernommen, die sie dann interessierten Investoren anbieten. Diesen Weg hatten jüngst auch Irland und Spanien gewählt, um wieder langlaufende Anleihen am Markt unterzubringen.
ssu/dapd/dpa/Reuters
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