IWF-Prognose US-Steuerreform sorgt für weltweiten Wachstumsschub

Zahlen, die Donald Trump gerne hören wird: Dank der Steuerreform in den USA könnte die Weltwirtschaft in den kommenden Jahren um fast vier Prozent zulegen. Doch der Aufschwung könnte schneller enden als erwartet.

Donald Trump
AP

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Die Steuerreform von US-Präsident Donald Trump verbessert nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) die Wachstumsaussichten für die USA, Deutschland und die gesamte Weltwirtschaft. In seinem vorgelegten aktualisierten Ausblick erhöhte der Fonds seine Konjunkturprognosen für die globale Wirtschaft.

Sie wird demnach in diesem und im kommenden Jahr um jeweils 3,9 Prozent zulegen. Das wären je 0,2 Prozentpunkte mehr als bislang vorausgesagt. Die Erwartungen für die USA wurden für 2018 um 0,4 Punkte auf 2,7 Prozent nach oben geschraubt und für 2019 um 0,6 Punkte auf 2,5 Prozent. Für Deutschland hob der IWF seine Prognosen kräftig an um je einen halben Punkt auf 2,3 Prozent in diesem und 2,0 Prozent im nächsten Jahr.

IWF-Chefvolkswirt Maurice Obstfeld warnte allerdings, die Wachstumsbeschleunigung beruhe maßgeblich auf Faktoren, die nicht längerfristig Bestand haben dürften. Sollte die Politik in den Ländern nicht rasch Strukturmängel beheben, eine gerechtere Verteilung des Wohlstands erreichen und besser für die Zukunft vorsorgen, könne der Aufschwung schneller als erwartet enden. Zudem dürfte dann nach Obstfelds Worten die Bekämpfung von Krisen schwieriger werden.

In den USA selbst wird die Wirtschaft in diesem Jahr laut IWF-Prognose um 2,7 und 2019 dann um 2,5 Prozent zulegen. Das ist ein kräftiger Aufschlag im Vergleich zum Herbst 2017, als die Experten nur 2,3 Prozent plus in diesem und 1,9 Prozent im nächsten Jahr vorhersagten. Die Steuererleichterungen für die Unternehmen würden die Investitionen nach oben treiben, erwartet der IWF, und auch die Handelspartner der USA dürften profitieren.

bam/Reuters



insgesamt 29 Beiträge
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Bueckstueck 22.01.2018
1. Blabla
IWF-Prognosen folgen dem credo "heute hü, morgen hott" - dies beruht auf der recht absurden Annahme, die Geldgeschenke an Konzerne und deren Begünstigte würden urplötzlich in Investitionen statt Dividenden umgemünzt.
unky 22.01.2018
2. Zweifel sind angebracht
Im Text heißt es: "Sollte die Politik in den Ländern nicht rasch Strukturmängel beheben, eine gerechtere Verteilung des Wohlstands erreichen und besser für die Zukunft vorsorgen, könne der Aufschwung schneller als erwartet enden. Zudem dürfte dann nach Obstfelds Worten die Bekämpfung von Krisen schwieriger werden." Glaubt jemand ernsthaft daran, dass unsere Politiker das hinkriegen? Dazu müssten sie erstens willens und zweitens fähig sein. Ich glaube daran nicht. Meines Erachtens steuern wir mit Riesenschritten in die nächste große Krise.
Actionscript 22.01.2018
3. Was für ein Unsinn
Der Autor vergisst, dass das Geld für die Steuerreform - un die kostet dem Staat viel Geld - von irgendwoher kommen muss. Und das Geld wird vom Haushalt genommen wie Medicaid, Medicare, Essensmarken, Infrastruktur usw. Auch die Krankenkassenbeiträge werden steigen, da nicht jeder mehr versichert sein muss. Der Autor wirft mit Zahlen um sich und glaubt doch tatsächlich, dass die Firmen etwas von ihrem Reichtum abgeben werden. Das haben sie bisher nicht getan und werden es auch in Zukunft nicht tun. Die paar kleinen Bonuszahlungen an Arbeitnehmer, die einige Firmen wie Walmart und at&t gemacht haben, sind Augenwischerei und sollen die Republikaner im Sattel halten. Ausserdem hat es ähnliche Wachstumsraten unter Obama auch gegeben.
Thunder79 22.01.2018
4. die Party geht weiter...
Und je mehr Alkohol fließt, umso heftiger wird der Kater am nächsten Morgen..... Aber gut, feiern ist ja auch geil!
ex_berliner 22.01.2018
5.
"Sollte die Politik in den Ländern nicht rasch Strukturmängel beheben, eine gerechtere Verteilung des Wohlstands erreichen und besser für die Zukunft vorsorgen, könne der Aufschwung schneller als erwartet enden. Zudem dürfte dann nach Obstfelds Worten die Bekämpfung von Krisen schwieriger werden" Strukturmaengel werden nicht behoben, Verteilungsgerechtigkeit wird weiterhin auf der Strecke bleiben, Zukunftsvorsorge bleibt auch eine Fehlanzeige und daher koennen wir getrost davon ausgehen, dass dieser "sugar-rush" schnell vorueber sein wird und die naechste Krise nicht nur tiefer wird als die vergangene, sondern auch deutlich laenger anhaelt. Great Depression II kommt. Das Fundament ist gelegt.
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