Euro-Krise: Währungsfonds drängt Frankreich zu hartem Sparkurs

Rüffel vom Internationalen Währungsfonds: Der IWF wirft der französischen Regierung vor, zu wenig für mehr Wettbewerbsfähigkeit zu tun. Die Wirtschaft des Landes werde im kommenden Jahr nur minimal wachsen.

Washington - Der Internationale Währungsfonds fordert von Frankreich, den Sparkurs zu verschärfen. Die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit sei ein Risiko für die Wirtschaftsentwicklung. Um Vertrauen und Glaubwürdigkeit zu wahren, müsse die französische Regierung im nächsten Jahr auf jeden Fall das Defizitziel von drei Prozent erreichen, teilte der IWF am Freitag in Washington mit. Sollte die französische Wirtschaft schwächer wachsen als erwartet, müsse die Regierung in Paris gegensteuern.

Einige Mitglieder des Direktoriums hätten sich während der Sitzung aber auch gegen eine Verschärfung des Sparkurses ausgesprochen, weil dies das Wachstum nur noch weiter abwürgen würde. Die französische Wirtschaft wird nach Einschätzung des Statistikamts in diesem Jahr kaum wachsen. Für 2012 ist demnach lediglich mit einem Plus von 0,1 Prozent zu rechnen.

Die Prognose der Behörde fällt damit schlechter aus als die offizielle Schätzung der Regierung, die ein Wachstum von 0,3 Prozent für das Gesamtjahr erwartet. 2011 hatte die französische Wirtschaft noch um 1,7 Prozent zugelegt. Der Ausblick fällt kaum besser aus. So rechnet die Statistikbehörde auch für die ersten beiden Quartale 2013 mit einem Plus von jeweils 0,1 Prozent.

Damit dürfte der Druck auf die sozialistische Regierung von Präsident François Hollande wachsen, ihre Wachstumsprognose für 2013 von bislang 0,8 Prozent nach unten zu korrigieren. Die schwache Wirtschaftsentwicklung könnte es Hollande zudem erschweren, 2013 das Defizitziel von drei Prozent einzuhalten.

cte/Reuters

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 38 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Dominosteine
Lempriere_S 22.12.2012
Griechenland, Portugal, Irland, Spanien, Italien, Frankreich, ..., Deutschland. In wenigen Jahren sind wir Wohlstand und Vermögen los. Das Gute daran: Man kann wieder von vorn anfangen, zumindest diejenigen, die wirklich etwas können.
2. Abwärtsspirale nach unten
grauselman-fdp 22.12.2012
Wo wird das alles noch enden? Wie weit nach unten will man die Abwärtsspirale noch voran drehen? Wie wäre es einmal wenn man das Geld von denen holen würde die es auch haben? Leute wie z.B. dieser Schauspieler aus Frankreich dem der "kleine Mann" gerade sein Vermögen gerettet hat und sich jetzt vom Acker macht?
3.
cdv 22.12.2012
Was sollte man von einem Land erwarten, das sozialistisch regiert wird? Nach dem intelligenten Sarkozy kam der Spinner Hollande.
4. Von Frankreich lernen heißt verlieren lernen
schandmaul1000 22.12.2012
Eine Reise durch Frankreich zeigt dem Besucher was man alles falsch machen kann.Viel real gelebte DDR gepaart mit der Servicewüste BRD der achtziger Jahre und einem großen Schuß amerikanischer Arroganz.Die perfekte Mischung ein Land für lange Zeit in die Scheiße zu reiten.
5. jeanne d`arc
lebenslang 22.12.2012
Zitat von sysopRüffel vom Internationalen Währungsfonds: Der IWF wirft der französischen Regierung vor, zu wenig für mehr Wettbewerbsfähigkeit zu tun. Die Wirtschaft des Landes werde im kommenden Jahr nur minimal wachsen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/iwf-waehrungsfonds-bemaengelt-frankreichs-wettbewerbsfaehigkeit-a-874467.html
die schwäbische hausfrau weiss es seit generationen. auf pump in saus und braus leben kann so schön sein, aber grausam wird es wenn zahltag ist. und der zahltag kommt, immer. in europa hat sich dieser zahltag bereits drohend angekündigt, griechenland ist mittendrin. nur wer zahlt und wie gezahlt wird bleibt offen und ist gegenstand des schweren ringes im euro-raum. vielleich wollen nicht wahrhaben, das die party wohl vorüber ist und noch mehr geld ausgeben, noch mehr schulden machen. ein graus für die schwäbische hausfrau. und eine egoistische verantwortungslosigkeit sondergleichen. bedeutet es doch den zahltag der kommenden generation aufs auge zu drücken, bloss um selbst keine nachteile erfahren zu müssen. die schwäbische hausfrau (in form von frau merkel) plädiert für ein "cool down", ein langsames runterfahren der ansprüche um einen brutalen zahltag ala "die kohle jetzt und sofort" abzuwenden. um noch zu retten was zu retten ist, müssen einige (die, die im verhältnis zu ihrer tatsächlich erbrachten wirtschaftlichen leistung am meisten gepumptes geld verprasst haben) etwas rigeroser runterfahren. die franzosen begreifen das noch nicht wirklich, aber die zahl mehrt sich, die vor den nackten tatsachen nicht mehr die augen verschliessen wollen und können. die schwäbische hausfrau wird einst als die jeanne d`arc der eurorettung in die geschichte eingehen - es sei denn sie wird vorher abgewählt und die märchenerzähler übernehmen wieder das steuer.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Staat & Soziales
RSS
alles zum Thema Eurokrise
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 38 Kommentare