Gefahr für die Weltwirtschaft Währungsfonds warnt vor nationalen Egoismen

Trump, Brexit und der Rechtspopulismus in Europa: Der Internationale Währungsfonds fürchtet nationale Alleingänge, die die Weltwirtschaft gefährden - auch wenn das Wachstum kurzfristig zulegen könnte.

US-Präsident Trump (bei einer Osterfeier)
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US-Präsident Trump (bei einer Osterfeier)


Der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht trotz kurzfristig verbesserter Wachstumsaussichten massive Gefahren für die Weltwirtschaft. Er beobachtet insbesondere zunehmende protektionistische Tendenzen mit dem Risiko von Handelskriegen.

"Die Selbstbezogenheit der Politik vielerorts bedroht die weltweite wirtschaftliche Integration und damit die auf Zusammenarbeit fußende wirtschaftliche Ordnung, die der Weltwirtschaft und insbesondere den Schwellen- und den Entwicklungsländern so geholfen hat", teilte der IWF in seinem am Dienstag veröffentlichten Weltwirtschaftsausblick mit.

Neben einer protektionistischen Handelspolitik könnte demnach auch ein schneller Zinsanstieg in den USA zum Problem werden. Dadurch könnten sich die Finanzierungsbedingungen andernorts verschlechtern und der Dollarkurs nach oben getrieben werden. Das würde Länder treffen, die sich stark in Dollar verschuldet haben, weil deren Schuldenlast dann steigen würde.

Prognose für das Wachstum leicht angehoben

Ferner fürchtet der IWF eine Deregulierungswelle im Finanzsektor, die zwar kurzfristig die globale Konjunktur anheizen, zugleich aber die Gefahr von Krisen vergrößern könnte - auch das eine deutliche Warnung vor der Politik von US-Präsident Donald Trump.

Der IWF erhöhte seine Prognose für das Wachstum der Weltwirtschaft 2017 um 0,1 Prozentpunkte auf 3,5 Prozent. 2016 lag das Wachstum bei 3,1 Prozent 2016. Für 2018 erwartet der Fonds unverändert ein Plus von 3,6 Prozent.

Die Beschleunigung des Wachstums erstreckt sich laut IWF-Chefvolkswirt Maurice Obstfeld nicht nur auf die Industriestaaten, sondern auch auf Schwellen- und Entwicklungsländer.

Das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) wird nach Einschätzung des IWF in diesem Jahr um 1,6 Prozent zulegen, in der Eurozone um 1,7 Prozent. Das wären jeweils 0,1 Prozentpunkte mehr als im Januar prognostiziert.

stk/Reuters



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