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Jahreswirtschaftsbericht: Regierung erwartet Aufschwung auch 2012

Im neuen Jahreswirtschaftsbericht sagt die Bundesregierung nach SPIEGEL-Informationen ein andauerndes und robustes Wachstum für Deutschland voraus. Erste Firmen kündigen an, die Arbeitnehmer am Aufschwung zu beteiligen.

Wirtschaftsminister Brüderle: Aufwärtstrend auch im kommenden Jahr Zur Großansicht
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Wirtschaftsminister Brüderle: Aufwärtstrend auch im kommenden Jahr

Berlin/Hamburg - Die Bundesregierung rechnet für das laufende Jahr mit einem Wirtschaftswachstum von bis zu 2,4 Prozent und für 2012 von immerhin bis zu 1,9 Prozent. Das geht dem SPIEGEL zufolge aus dem Jahreswirtschaftsbericht hervor, den Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) am Mittwoch dem Kabinett vorlegen will. Auf die genauen Werte will sich Brüderle demnach erst kurz vor der Kabinettsentscheidung festlegen.

Damit korrigiert der Minister die Wachstumserwartung für das laufende Jahr merklich nach oben. Zuletzt war die Regierung noch von 1,8 Prozent ausgegangen. Im abgelaufenen Jahr ist die deutsche Wirtschaft nach ersten Angaben des Statistischen Bundesamts um 3,6 Prozent gewachsen. Das war der höchste Wert seit der Wiedervereinigung, dem war allerdings in der Finanzkrise ein Minus von 4,7 Prozent vorausgegangen.

Die bessere Konjunktur entspannt auch die Lage der Staatsfinanzen. Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) strebt laut SPIEGEL dieses Jahr eine Neuverschuldung von rund 40 Milliarden Euro statt der geplanten 48 Milliarden Euro an.

Ebenfalls profitieren dürften die öffentlichen Haushalte. In der "Süddeutschen Zeitung" hieß es am Samstag, der Aufschwung werde inzwischen nicht mehr nur vom Export, sondern auch vom privaten Konsum im Inland getragen. Dem Blatt zufolge rechnen Wirtschaftsweise, Ifo-Institut und Bundesagentur für Arbeit für das laufende Jahr mit einer durchschnittlichen Arbeitslosenzahl knapp unter der Drei-Millionen-Grenze.

Angesichts der guten Wachstumszahlen sprachen sich führende Manager für spürbare Lohnerhöhungen aus. "Wir müssen die Arbeitnehmer selbstverständlich im Rahmen der Möglichkeiten am Aufschwung beteiligen", sagte der Vorstandschef der Deutschen Post, Frank Appel, der "Welt am Sonntag". Zustimmung kam etwa von BASF-Chef Jürgen Hambrecht: "Natürlich besteht die Forderung nach mehr Geld für die Mitarbeiter, und sie ist auch berechtigt."

can/AFP/dpa

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1. Na ist das Fein!!??
DrStrom66 16.01.2011
Da geben die Unternehmen was ab. Wie nett und der Staat zieht es wieder ab, durch höhere Steuern und Abgaben. Das ist rechte linke Tasche !
2. Ist schon einer hier gewachsen?
Lutz Krumm, 16.01.2011
Was mich immer wieder fasziniert ist, wie genau so Leute wie Herr Brüderle die wirtschaftliche Entwicklung vorhersagen können. Zwar war er vorgestern noch von einem Wachstum von 1,8% ausgegangen, jetzt aber rechnet er mit bis zu 2,4%. Aber: ---Zitat von SpOn--- Auf die genauen Werte will sich Brüderle demnach erst kurz vor der Kabinettsentscheidung festlegen. ---Zitatende--- Was ich daraus lerne: (1) Herr Brüderle muss schnell noch mal in die Glaskugel gucken, bevor er sich festlegt. Dann stimmt es dafür aber auch bis zur dritten Nachkommastelle. (2) Das Wirtschaftswachstum ist von einem Kabinettsbeschluss abhängig. Ach so. Da war ich Dummie doch tatsächlich bisher immer davon ausgegangen, bei einer derart exportlastigen Wirtschaft wie der unseren hinge das Wirtschaftswachstum von einer Menge Faktoren ab, die nicht durch Kabinettsbeschluss festgelegt werden könnten. Lese ich allerdings auch noch etwas anderes als die Weisheiten des Herrn Brüderle, dann geht mir auf, dass die Wirtschaftsleistung in Deutschland fast nur im _ersten Halbjahr_ des Jahres 2010 gewachsen ist, im dritten Quartal war schon wieder tote Hose (viertes Quartal liegt noch nicht vor). Sehr ermutigend, muss man schon sagen. Übrigens hatte 2010 mehr Arbeitstage als üblich, weiß normalerweise zumindest jeder Arbeitnehmer. Worum geht es eigentlich? Ach so, in dem Kabinettsbeschluss wird über die zukünftige geplante Staatsverschuldung befunden. Da braucht man günstige Zahlen. Dann ist ja alles gut. Der Nebeneffekt: ---Zitat von SpOn--- Erste Firmen kündigen an, die Arbeitnehmer am Aufschwung zu beteiligen. ---Zitatende--- Daran wollte man uns auch noch mal schnell erinnern: in diesem unserem verblühenden Lande wird die Beteiligung der Arbeitnehmer an der Wirtschaftsleistung nicht mehr erstritten und ausgehandelt, sondern von den „Firmen“ gewährt. Als wenn wir das nicht längst wüssten. Ein Link zum Thema (http://www.jjahnke.net/rundbr80.html#2268)
3. Neuverschuldung = Wachstum?
MarkusW77 16.01.2011
Wachstum...??? ziehen wir mal die Neuverschuldung des Staates vom BIP ab, können wir sehen, daß das Wachstum der letzten Jahre (Jahrzehnte) immer auf den Schulden des Staates (der Bürger) beruht... ohne neue Schulden kein Wachstum
4. Wasser in den Wein
Haligalli 16.01.2011
Zitat von sysopIm neuen Jahreswirtschaftsbericht sagt die Bundesregierung nach SPIEGEL-Informationen ein andauerndes und robustes Wachstum für Deutschland voraus. Erste Firmen kündigen an, die Arbeitnehmer am Aufschwung zu beteiligen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,739756,00.html
Schön wärs - wenn das von allen Unternehmen so gesehen würde. Ich gehe mal jede Wette ein, dass "Hund" demnächst wieder bellt. Er hat bisher nach jeder Äußerung seine Unternehmenskumpane nach ordentlicher Beteiligung der Beschäftigten Wasser in den Wein gegossen - und das nicht zu knapp.
5. Verwachsen
Lutz Krumm, 16.01.2011
Zitat von MarkusW77Wachstum...??? ziehen wir mal die Neuverschuldung des Staates vom BIP ab, können wir sehen, daß das Wachstum der letzten Jahre (Jahrzehnte) immer auf den Schulden des Staates (der Bürger) beruht... ohne neue Schulden kein Wachstum
Eine noch kürzere Ableitung für den Unfug unserer Wachstumsideologie habe ich noch nie gelesen. So einfach kann das sein! „Herzmerci hiefür, ergebenst“, hätte Horst Tomayer jetzt wohl geschrieben. So erklärt sich nämlich auch, warum der Herr Minister Brüderle unbedingt kurz vor der Kabinettssitzung noch mal in die Glaskugel gucken muss. Die wollen die Neuverschuldung doch schließlich möglichst passgenau auf die erwünschte Wirtschaftsentwicklung abstimmen. In einem Staat wie dem unseren, in dem die Wirtschaft die Regierung kontrolliert, ist das nämlich genau so üblich wie in einem anderen (hierzulande verschrieenen) Staat, in dem die Regierung die Wirtschaft kontrolliert. Wie das geht? Keine Sorge, unsere Politiker wissen das zwar auch nicht, und der zuständige Fachminister vermutlich am allerwenigsten, aber dafür haben die ja schließlich selbstlose Hilfe in Gestalt des „externen Sachverstands“. Da kann überhaupt nichts schiefgehen. Das darf man gar nicht zu Ende denken. Sonst käme man nämlich womöglich noch dahinter, dass das, was uns hier immer so wohltönend als „Wirtschaftswachstum“ verkauft wird, in Wahrheit nichts anderes ist als eine Umverteilung der Früchte unserer Arbeit von unten nach oben. Nichts anderes bedeutet die Gleichung Wachstum=Verschuldung. Die Schuldner bei dem Spielchen sind nämlich wir, und wir schaffen auch die wachsende Leistung. Aber wie gesagt: so weit sollten wir nicht denken.
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