Jahreswirtschaftsbericht Regierung sagt deutschen Job-Boom voraus

Die Maschinen brummen, die Auftragsbücher füllen sich - und die Regierung sagt Deutschland einen langen Aufschwung voraus. Bis 2012 werde die Wirtschaft deutlich wachsen - die Beschäftigung werde auf ein neues Rekordniveau steigen.

Dachdecker in Halle: "Den Wohlstand von morgen sichern"
DPA

Dachdecker in Halle: "Den Wohlstand von morgen sichern"


Berlin - Jetzt wird wieder in die Hände gespuckt, Deutschland steigert sein Bruttosozialprodukt. Die Regierung rechnet im laufenden Jahr mit einem Wachstum von 2,3 Prozent; für 2012 wird ein Plus von 1,8 Prozent erwartet. Die Prognose steht im aktuellen Wirtschaftsbericht mit dem Titel "Deutschland im Aufschwung - den Wohlstand von morgen sichern". Die Regierung hat ihn am Mittwochvormittag in Berlin vorgestellt.

Angesichts des kräftigen Wachstums rechnet die Regierung mit einem Rekord-Beschäftigungsniveau. 2010 standen 40,5 Millionen Menschen in Lohn und Brot - schon das war Rekord. Dieses Jahr werde die Zahl auf 40,8 Millionen steigen, heißt es in dem Bericht.

"Der wirtschaftliche Aufschwung ist insbesondere ein Beschäftigungsaufschwung", schreibt die Bundesregierung. Das werde dazu führen, dass die Arbeitslosenquote 2011 auf durchschnittlich sieben Prozent sinkt; 2010 lag sie bei 7,7 Prozent. Das wären 2,94 Millionen Arbeitslose im Durchschnitt des laufenden Jahres.

Auch das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte nehme so stark wie seit Anfang des Jahrzehnts nicht mehr zu. Der private Konsum würde im laufenden Jahr um 1,6 Prozent zulegen, heißt es im Bericht. Die Binnennachfrage werde so zum Wachstumstreiber. Die Impulse aus dem Außenhandel gehen dagegen leicht zurück. Für Exporte wie Importe sagt die Regierung im laufenden Jahr Wachstumsraten von rund 6,5 Prozent voraus. 2010 waren die Einfuhren noch um 13 Prozent und die Ausfuhren um 14,2 Prozent gewachsen.

Wirtschaftsbericht: Die wichtigsten Zahlen

Wert 2009 2010 2011
BIP -4,7 3,6 2,3
Erwerbstätige 0,0 0,5 0,8
Arbeitslosenquote 8,2 7,7 7,0
Exporte -14,3 14,2 6,5
Bruttolöhne* -0,2 2,2 2,1

*Je Arbeitnehmer (nominal); alle Angaben in Prozent; Quelle: Bundeswirtschaftsministerium

Deutschland unter der Defizitgrenze

Die maßgeblichen Risiken für den Aufschwung kommen nach Angaben der Regierung aus der Weltwirtschaft. "Es ist zu erwarten, dass das weltwirtschaftliche Wachstum in diesem Jahr etwas an Fahrt verliert." Dabei wirkten sich die Konsolidierungsprozesse in den USA und Japan und die Schuldenkrise in Europa aus. Zudem bestehe die Gefahr, dass manche Länder neue protektionistische Maßnahmen ergreifen, um den eigenen Aufschwung zu schützen.

In dem Bericht bekennt sich die Regierung zu einer konsequenten Konsolidierungsstrategie. Damit erschließe sie sich auch Spielräume für steuerliche Entlastungen. Bereits kurzfristig solle das Steuersystem vereinfacht werden. Zudem sollten Bezieher unterer und mittlerer Einkommen "möglichst noch in dieser Legislaturperiode" steuerlich entlastet werden.

Die Bundesregierung erwartet, dass Deutschland bereits in diesem Jahr mit einer Defizitquote von rund zweieinhalb Prozent wieder unter der europäischen Defizitgrenze von drei Prozent bleibt. Der Jahreswirtschaftsbericht basiert auf zahlreichen Annahmen. Dazu gehört die eines Ölpreises von rund 94 Dollar im Jahresdurchschnitt 2011, eines Euro-Kurses von etwa 1,32 US-Dollar und eines europäischen Leitzinses von einem Prozent.

Der Leitzins im Euro-Raum - der wichtigste Zins zur Versorgung der Banken mit Zentralbank-Geld - verharrt seit Mai 2009 auf dem niedrigen Niveau von 1,0 Prozent, trotz der zuletzt gestiegenen Inflation. Das Problem für die Europäische Zentralbank: Höhere Zinsen würden Kredite verteuern und könnten daher Gift für die Erholung der Konjunktur sein. Auch die US-Notenbank Fed setzt seit Jahren auf eine extreme Niedrigzinspolitik.

In der Niedrigzinspolitik der Zentralbanken sieht Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auch Gefahren. Zwar hätten niedrige Zinsen "aus der Krise geholfen", sagte Merkel dem Magazin "Stern". Andererseits berge die große Menge billigen Geldes auf dem Markt ein Problem: Es gelte, "dass die Spekulation umso stärker werden kann, je geringer die Zinsen sind". Deshalb unterstütze sie Frankreichs G-20-Präsidentschaft bei der Absicht, zum Beispiel Rohstoffspekulationen zu bekämpfen.

ssu/dpa-AFX/Reuters



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insgesamt 33 Beiträge
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Seite 1
Mannskerl 19.01.2011
1. Brummende Sachen ...
Zitat von sysopDie Maschinen brummen, die Auftragsbücher füllen sich - und die Regierung sagt Deutschland einen langen Aufschwung voraus. Bis 2012 werde die Wirtschaft deutlich wachsen*- die Beschäftigung werde auf ein neues*Rekordniveau steigen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,740330,00.html
Ah, mal wieder? Auf wessen Kosten denn diesmal? Bei Wahrsagerei sollte man immer vorsichtig sein. (siehe letztens das Urteil zu Esoterikern).
Mueller-Luedenscheid 19.01.2011
2. Prima
und ich bekomme dann von diesen Jobs gleich drei. Mit einem müßte ich nämlich "aufstocken", mit 2 Wohngeld beantragen und mit 3 kann ich dann ab und zu mal zu ALDI. Einfach super.
heinz.mann 19.01.2011
3. Wir wollen keine " Jobs"...
Zitat von sysopDie Maschinen brummen, die Auftragsbücher füllen sich - und die Regierung sagt Deutschland einen langen Aufschwung voraus. Bis 2012 werde die Wirtschaft deutlich wachsen*- die Beschäftigung werde auf ein neues*Rekordniveau steigen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,740330,00.html
wir wollen richtige Arbeitsstellen mit vernünftigen Verträgen und guter Bezahlung. Damit man auch Steuern zahlen kann, die Sozialkassen entlastet werden und der Konsum angekurbelt wird.
kundennummer 19.01.2011
4. Doublette
Zitat von sysopDie Maschinen brummen, die Auftragsbücher füllen sich - und die Regierung sagt Deutschland einen langen Aufschwung voraus. Bis 2012 werde die Wirtschaft deutlich wachsen*- die Beschäftigung werde auf ein neues*Rekordniveau steigen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,740330,00.html
Die gestrige Jubelmeldung hat nicht gereicht, habter gleich noch ne zweite rausgehauen, SEHR GUT! Verteilt doch diesen Artikel in den Hartz-Behörden zum Aushang in den Wartezonen damit die Leute auch wissen was sie zu fühlen haben. Schon wegen dem Glücksindex !!
...ergo sum, 19.01.2011
5. langsam wird es peinlich
Ein dickes Wahljahr naht und natürlich haben wir da DER Boom auf dem Arbeitsmarkt. WAHNsinn ! .... und, - wieviele "Jobs" hat dann der Normalbürger um alle anfallenden Rechnungen pro Monat zu zahlen ? So 3-5 ? Ja, klar doch. Alles super ind D und die weiteren Aussichten sind SO rosig, - traumhaft, einfach wunderbar in diesem Land mit diesen so fähigen Politikern leben zu dürfen .... Sonst noch irgendwelche Superaussichten ?
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