Kampf um Jakobsmuscheln Französische Fischer machen Briten "Friedensangebot"

Gleiche Fangrechte für alle: Mit diesem Angebot wollen französische Fischer den "Jakobsmuschel-Krieg" mit britischen Kollegen beenden. Die Gegenseite findet es vor einem Treffen "wirklich schwierig, optimistisch zu sein".

Zusammenstoß zwischen französischen und britischen Fischern im Ärmelkanal
REUTERS

Zusammenstoß zwischen französischen und britischen Fischern im Ärmelkanal


Nach zum Teil gewalttätigen Auseinandersetzungen um Jakobsmuscheln im Ärmelkanal haben französische Fischer ihren britischen Kollegen ein Angebot gemacht. Vor einem Treffen von Branchenvertretern beider Länder in London am Mittwochnachmittag sagte der Präsident des normannischen Fischereiverbands, Dimitri Rogoff, er wolle gleiche Fangrechte für alle.

Vergangene Woche hatten bis zu 40 französische Kutter britische Schiffe im Ärmelkanal abgedrängt. Die Franzosen klagen über strenge Fangauflagen für die teuren Muscheln, während die Briten in den internationalen Gewässern außerhalb der Zwölf-Meilen-Zone keine Beschränkungen haben. In britischen Medien ist nach Scharmützeln im Ärmelkanal bereits von einem "Jakobsmuschel-Krieg" die Rede.

"Ich mache ihnen ein Friedensangebot", sagte Rogoff nun an die britischen Fischer gewandt: "Wir teilen alles und es gibt keine Geschichten mehr." Er betonte, bis vergangenes Jahr habe ein Abkommen mit Großbritannien geregelt, dass die Fischer beider Länder nur zwischen dem 1. Oktober und dem 15. Mai hätten fischen dürfen.

Dann hätten die Briten die Abmachung aber mit kleineren Booten unterlaufen, und nun gelte die Auflage nur noch einseitig für die Franzosen. Rogoff beklagte, die Briten hätten zuletzt "zum Nachteil der Franzosen" 35.000 Tonnen Jakobsmuscheln aus dem Ärmelkanal gefischt, die Franzosen aber nur 30.000 Tonnen.

Briten fordern Zugeständnisse

Mike Park vom schottischen Verband Scottish White Fish Producers Association sagte vor dem Krisentreffen im Landwirtschaftsministerium in London, es sei "wirklich schwierig, optimistisch zu sein". Die Franzosen müssten selbst auch Zugeständnisse machen, statt nur Forderungen zu erheben.

Die Stimmung ist auch durch Äußerungen aus dem französischen Landwirtschaftsministerium aufgeheizt: Dieses hatte erklärt, bei neuen Scharmützeln stehe die Marine zum Eingreifen bereit.

Im Video: Brexit - Die Hoffnung der englischen Fischer

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dab/AFP



insgesamt 5 Beiträge
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Seite 1
Oberleerer 05.09.2018
1.
Die Bestände sollten soweit reduziert werden, daß sich der kommerzielle Abbau nicht mehr lohnt. Leider sorgt der Kapitalismus dafür, daß es sich bei Knappheit noch sehr lange lohnt.
aurichter 05.09.2018
2. Wie bitte?
Die Schotten machen eine halbe Weltreise, um den Franzosen vor der Haustür in der Seine Mündung die Meeresfrüchte abzuluchsen und stellen sich noch als Opfer hin? Muss man dies wirklich verstehen? Zusätzlich will eine Britische Marine unterstützend eingreifen, wenn die Wilderer dies wünschen? Jetzt sehen die EU Bürger sehr deutlich wie die Briten ihre Interessen durchsetzen wollen und dabei berechtigte Bedürfnisse anderer Länder beiseite wischen und zusätzlich hier schon mit militärischen Mitteln drohen. Stellt die Quenn dann demnächst auch wieder Kaperbriefe aus?
touri 05.09.2018
3.
Zitat von aurichterDie Schotten machen eine halbe Weltreise, um den Franzosen vor der Haustür in der Seine Mündung die Meeresfrüchte abzuluchsen und stellen sich noch als Opfer hin? Muss man dies wirklich verstehen? Zusätzlich will eine Britische Marine unterstützend eingreifen, wenn die Wilderer dies wünschen? Jetzt sehen die EU Bürger sehr deutlich wie die Briten ihre Interessen durchsetzen wollen und dabei berechtigte Bedürfnisse anderer Länder beiseite wischen und zusätzlich hier schon mit militärischen Mitteln drohen. Stellt die Quenn dann demnächst auch wieder Kaperbriefe aus?
Öhm die Franzosen haben laut dem Artikel mit der Marine gedroht. Wobei ich mich an der Stelle Frage, ob die sich da nicht ein wenig mehr abbeissen als sie schlucken können...
Proggy 05.09.2018
4. Neues Waterloo im Kanal
Zitat von touriÖhm die Franzosen haben laut dem Artikel mit der Marine gedroht. Wobei ich mich an der Stelle Frage, ob die sich da nicht ein wenig mehr abbeissen als sie schlucken können...
Dafür, waren unsere Freunde doch schon immer bekannt - für das große Abbeißen. Keiner fragt mehr, wieso die Franzosen ihren Fischern etwas verbieten (können die Briten nix für) was den Briten nicht verboten ist. Das ist kein Manko der Briten! Es ist eine französische Verodnung geltend für französische Fischer und kein EU-Ding, an welches die Briten gebunden wären!
Proggy 05.09.2018
5. Wilderer?
Zitat von aurichterDie Schotten machen eine halbe Weltreise, um den Franzosen vor der Haustür in der Seine Mündung die Meeresfrüchte abzuluchsen und stellen sich noch als Opfer hin? Muss man dies wirklich verstehen? Zusätzlich will eine Britische Marine unterstützend eingreifen, wenn die Wilderer dies wünschen? Jetzt sehen die EU Bürger sehr deutlich wie die Briten ihre Interessen durchsetzen wollen und dabei berechtigte Bedürfnisse anderer Länder beiseite wischen und zusätzlich hier schon mit militärischen Mitteln drohen. Stellt die Quenn dann demnächst auch wieder Kaperbriefe aus?
Sie wissen aber schon worum es geht? 1. Um internationale Gewässer 2. Um eine französische Verodnung, geltend NUR für französische Fischer und kein EU-Ding, (Die Franzosen halten sich auch nicht an rein britische Verordnungen)! 3. Die Briten, haben die Berechtigung dort zu fischen - solange sie in der EU sind. Die Briten werden sich sicher nicht beschweren, wenn sich die Franzosen selbst 'beschneiden'. Aber sich schützen, wenn man sie angreift. ...und btw. Die Schotten fahren den gleichen Weg, den die EU Fangflotte nimmt um vor Schottlands Küste (noch) zu fischen!
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