Abschaltung von Kraftwerken Union und FDP bieten Kohlekompromiss an, Grünen-Chefin lehnt ab

Um die Klimaschutzziele doch noch zu erreichen, wollen die Grünen 20 Kohlemeiler abschalten. Union und FDP haben in den Jamaika-Gesprächen nun die Stilllegung von zehn Kraftwerken vorgeschlagen - aber ob das reicht?

Kohlekraftwerk Mehrum in Hohenhameln
DPA

Kohlekraftwerk Mehrum in Hohenhameln


Grünen-Chefin Simone Peter hat das Angebot von Union und FDP zur Abschaltung von bis zu zehn größeren Kohlekraftwerken abgelehnt. "Das, was da auf dem Tisch liegt, das reicht den Grünen nicht aus", sagte Peter am Rand der Jamaika-Sondierungen. Um die nationalen Klimaschutzziele 2020 zu erreichen, müssten 20 Kraftwerksblöcke abgeschaltet werden.

Hintergrund des Streits um die Kohle ist, dass sich alle Verhandler zwar zu den Klimaschutzzielen 2050, 2030 und auch 2020 bekennen. Die Abschaltung alter Kohlemeiler soll dafür einen Anteil von etwa der Hälfte bringen. Den anderen Teil sollen Verkehr, Industrie und Gebäude liefern.

Mehr zum Kraftwerksstreit lesen Sie hier: Warum die CDU bei der Kohle mauert

Es gebe weiter eine Differenz mit Union und FDP, die nur von einer Lücke von 32 bis 66 Millionen Tonnen C02-Verringerung bis 2020 ausgingen, sagte Peter. Stand der wissenschaftlichen Erkenntnis sei aber, dass die durch zusätzliche Klimaschutzmaßnahmen zu überbrückende Lücke 90 bis 120 Millionen Tonnen betrage, fügte sie hinzu.

Insgesamt müsse der deutschen CO2-Ausstoß um 156 Millionen Tonnen reduziert werden. Ein Teil werde durch schon beschlossene Maßnahmen erbracht.

beb/Reuters



insgesamt 118 Beiträge
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hausfeen 13.11.2017
1. 10, die dann doppelt intensiv buddeln.
So kann man auch über den Tisch gezogen werden. Außerdem sollten Union und FDP das nicht den Grünen zuliebe machen, sondern wegen der Umwelt und der Gesundheit der eigenen Wählerklientel. Das mit den Arbeitsplätzen ist sowieso ein saudummes Argument. Wer in alte Hüte investiert, steht morgen nackerd da. Die NRW-Kohlereviere wären heute besser aufgestellt, wenn rechtzeitig in die Konversion von Kohle zu Wind und Solar investiert worden wäre.
florianm-k 13.11.2017
2. Sehr gut so
Wichtig bei diesem wichtigen Vorhaben standhaft zu bleiben. Allerdings stellt sich mir immer die Frage, ob z.B. beim Autoverkehr die realen Werte oder die Betrugswerte der Hersteller zum CO2-Ausstoß zu Grunde gelegt werden. Vermutlich Zweitere, was eine noch größere Lücke bedeuten würde.
joke61 13.11.2017
3. Um hier seriös zu wirken,
sollte der Autor auch die Anzahl Kohlekraftwerke in BRD angeben. Das sind nämlich 148! Die Grünen fordern 20 Abschaltungen und mit Sicherheit die größten Dreckschleudern. Jetzt kann jeder das Angebot der CDU/FDP selber beurteilen. Ich persönlich bin der Meinung hier gibt es nichts zu feilschen. Denkt an die Zukunft der Erde, unsere Kinder, Enkel und Urenkel. Die müssen das, im wahrsten Sinne des Wortes, ausbaden!
UnitedEurope 13.11.2017
4.
Wenn sie da einknicken haben die Grünen bewiesen dass sie nicht Mal bei ihrem absolut wichtigsten Kernthema was reissen können, was ein Eingeständnis der Überflüssigkeit wäre. Ich halte die Abschaltung vieler Kohlekraftwerke für richtig, aber als 9% Partei hat man halt schlechte Karten.
guidomuc 13.11.2017
5. Alle reden vom Abschalten...
aber kann uns mal bitte jemand erklären, was stattdessen ANgeschaltet wird, woher also der Strom dann kommt und welche Konsequenzen das für wen hätte?
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