Krisenbekämpfung: Japan beschließt enormes Konjunkturpaket

Die Regierung des neuen japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe will der Wirtschaft des Landes mit einem enormen Konjunkturpaket aus der Krise helfen. Das Kabinett beschloss Investitionen in Höhe von umgerechnet 175 Milliarden Euro, die unter anderem 600.000 neue Arbeitsplätze schaffen sollen.

Tokio - Die Wirkung von Konjunkturpaketen ist umstritten, der neue japanische Ministerpräsident Shinzo Abe setzt aber trotzdem alles auf diese Karte. Am Freitag beschloss seine Regierung ein Maßnahmenpaket von umgerechnet 175 Milliarden Euro. Damit sollen unter anderem große öffentliche Bauprojekte für den schnelleren Wiederaufbau der Tsunami-Region im Nordosten des Landes finanziert werden. Rund 600.000 neue Arbeitsplätze verspricht sich die Regierung davon.

Außerdem solle das Programm der chronischen Deflation und dem hohen Yen-Kurs entgegenwirken, sagte Abe. Beides macht der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt seit Jahren zu schaffen. Der Regierungschef gab das Ziel aus, im Haushaltsjahr 2013/2014 ein Wirtschaftswachstum von zwei Prozent zu erreichen. Im Jahr 2011 sank die japanische Wirtschaftsleistung um 0,6 Prozent.

Mehr als die Hälfte des Konjunkturprogramms wird von der Regierung in Tokio getragen, der Rest soll von Kommunen und dem Privatsektor gestemmt werden. Auch wenn viele Ökonomen bezweifeln, dass das Konjunkturprogramm eine nachhaltige Wirkung haben wird, reagierte die Börse in Tokio sofort: Nach Bekanntgabe des Milliardenpakets legte der Nikkei Chart zeigen-Index um gut 1,3 Prozent auf fast 10.800 Punkte zu.

Umgerechnet 35 Milliarden Euro sollen in den Wiederaufbau des von der Erdbeben-, Tsunami- und Atomkatastrophe im März 2011 schwer getroffenen Nordostens sowie in die Restaurierung von Tunneln, Brücken und anderer veralteter Infrastruktur fließen. Mit 30 Milliarden Euro sollen Unternehmen bei der Expansion ins Ausland unterstützt werden, etwa um die für japanische Firmen ungünstigen Wechselkurse auszugleichen. Besonders gefördert werden sollen die Forschung und Entwicklung in Bereichen wie Energie, Landwirtschaft oder Gesundheit.

nck/AFP/Reuters

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insgesamt 47 Beiträge
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1.
uezegei 11.01.2013
Ein Paket, das Arbeitsplätze schaffen "soll". Und das passiert, wenn überhaupt, auch nur, wenn die "Soll"-Seite, sprich Staatschulden, weiter kräftig ausgebaut wird. Wird es denn nicht endlich Zeit, dass die Menschheit sich Gedanken macht über Alternativen zu einem System, dass nur noch über Zwangswachstum mittels Schulden funktioniert? Natürliches Wachstum ist doch schon lange nicht mehr drin.
2. Kreislauf
Izmi 11.01.2013
Zitat von sysopDie Regierung des neuen japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe will der Wirtschaft des Landes mit einem enormen Konjunkturpaket aus der Krise helfen. Das Kabinett beschloss Investitionen in Höhe von umgerechnet 175 Milliarden Euro, die unter anderem 600.000 neue Arbeitsplätze schaffen sollen. Japan beschließt Konjunkturpaket von 175 Milliarden Euro - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/japan-beschliesst-konjunkturpaket-von-175-milliarden-euro-a-876917.html)
Interessant! Pro Arbeitsplatz werden fast 300.000 Euro aufgewendet. Warum zahlt man die nicht einfach an die Leute aus?Oder wer kriegt von dem Kuchen genau was? Und wer bezahlt anschließend die Zeche?
3. Nachfrage
Progressor 11.01.2013
Zitat von uezegei... Natürliches Wachstum ist doch schon lange nicht mehr drin.
Bitte erläutern Sie, was Sie unter "natürlichem" Wachstum verstehen. Insbesondere unter Berücksichtigung woher dann die Erhöhung der nachfragewirksamen Geldmenge kommt.
4.
muellerthomas 11.01.2013
Zitat von ProgressorBitte erläutern Sie, was Sie unter "natürlichem" Wachstum verstehen. Insbesondere unter Berücksichtigung woher dann die Erhöhung der nachfragewirksamen Geldmenge kommt.
Danke. Ich hatte überlegt, ob ich das auch frage, dachte mir dann aber, das ist eh sinnlos.
5.
na,na,na 11.01.2013
Zitat von IzmiInteressant! Pro Arbeitsplatz werden fast 300.000 Euro aufgewendet. Warum zahlt man die nicht einfach an die Leute aus?Oder wer kriegt von dem Kuchen genau was? Und wer bezahlt anschließend die Zeche?
Na überlegen sie mal, wenn je 300.000 Euro an die Leute direkt ausgezahlt werden sollen, wann diese Summe aufgebraucht ist, danach stehen die Personen wieder ohne Job da. Es wäre doch sicher interessant, dieses auch bei uns zu machen 90 Milliarden in die Wirtschaft zu spendieren (wir zahlenen ja sowieso schon Milliarden in EEG) dann könnte es bei uns auch mehr Arbeitsplätze geben und weniger Hartz IV.
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