Schwacher Außenhandel Japans Exporte brechen um 14 Prozent ein

Die schlechten Nachrichten für die japanische Wirtschaft reißen nicht ab: Im Juli gingen die Ausfuhren so stark zurück wie zuletzt Ende 2009. Vor allem der starke Yen setzt den Unternehmen zu.

Hafen von Tokio
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Hafen von Tokio


Japans Wirtschaft leidet weiter unter einem sehr schwachen Außenhandel. Im Juli seien die Ausfuhren im Vergleich zum Vorjahresmonat um 14 Prozent zurückgegangen, teilte das Finanzministerium mit. Das ist der stärkste Einbruch seit Oktober 2009.

Vor allem der starke Yen und die sinkende Nachfrage aus China machen den Exporteuren zu schaffen. Der Yen hat in diesem Jahr rund 20 Prozent zum Dollar aufgewertet. Das macht viele japanische Produkte auf dem Weltmarkt teurer und geht zulasten der Gewinne von Firmen wie Toyota und Sony. Nach China verkauften japanische Unternehmen im Juli knapp 13 Prozent weniger, in die USA betrug das Minus knapp zwölf Prozent.

Im Vorfeld hatten Analysten mit einem Rückgang in dieser Höhe gerechnet - sie gehen davon aus, dass der schwache Trend vorerst anhalten werde.

Für die Regierung in Tokio sind die Zahlen erneut ein Rückschlag. Sie will die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt nach den USA und China mit einem riesigen Konjunkturpaket und einer lockeren Geldpolitik der Notenbank wieder in Schwung bringen. Seit vielen Jahren wächst die Wirtschaft in Japan kaum, so auch zuletzt im zweiten Quartal. Das Bruttoinlandsprodukt zog von April bis Juni auf das Jahr hochgerechnet nur um 0,2 Prozent an, auch weil viele Firmen weniger investierten.

brk/Reuters



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thequickeningishappening 18.08.2016
1. Tja
Japan ist zu teuer, Deutschland zu billig! Die Loehne dort koennen nicht runter gehen wg Zinslast; in Deutschland koennen Sie nicht hoch gehen wg Leistungsbilanz Export? Es gab mal einen Song einer deutschen Band. Frei uebersetzt: Einer muss immer die Zeche zahlen.
mali123 18.08.2016
2. Der Kapitalismus ist tot
und das ist der Beweis. Wie soll man da bloß die Zinsen noch weiter senken? Im Grunde genommen ist das eine Enteignung der Reichen bzw. Sparer, weil diese ja das Geld haben zum sparen. Das hätte man auch durch höhere Steuern besser hinbekommen und es wäre nicht so weit gekommen, dass gar nix mehr geht. Das Problem ist auch dort, dass ganz wenige fast alles haben und dann steht das Rad still.
skr72 18.08.2016
3. Wichtiger als Burka Verbot
Es ist wirklich kaum noch auszhalten: Sollte das Bankensterben in Japan beginnen, da wird auch in D kein Stein mehr auf den anderen bleiben. Was macht unsere Regierung? Sie kümmert sich um so einen Unfug wie Burka Verbot. Sind den alle Gaga geworden?
agoptron 18.08.2016
4. Ist auch Selbstgemacht
Wenn ich z.b. daran denke wie schwer es inzwischen ist in vielen Regionen einen HONDA Motorrad Händler mit Werkstatt zu finden wundert mich das nicht. Selbst in vielen Ballungsgebieten muß man 50km und mehr bis zum nächsten Händler fahren. Das ist Kundenunfreundlich und inakzeptabel. Honda hat sich seine bisherigen Händler zum teil vergrault oder ins Nirwana geschickt. Wenn ich aber vor einer Kaufentscheidung stehe kann das Produkt noch so gut sein, habe ich keinen entsprechenden Service in der Nähe freut sich der Mitbewerber. Und der kam in diesem Fall aus Europa. Auch rächt sich jetzt das vieles eben nicht mehr qualitativ hochwertig aus Japan kommt, dafür sind die Kunden nicht bereit "japanische Preise" zu zahlen. Die oft nicht vorhandene Produktverfügbarkeit ist ein weiteres Problem.
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