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Handelsdefizit verdreifacht: Japans Exporte schwächeln

Hafen von Tokio: Sorgen vor einer Flaute der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt Zur Großansicht
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Hafen von Tokio: Sorgen vor einer Flaute der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt

Bei den Ausfuhren nur ein mageres Plus, dafür teure Importe von Öl und Gas: Im ersten Quartal 2014 hat sich Japans Handelsdefizit verdreifacht. Die enttäuschenden Zahlen schüren Sorgen vor einer Flaute der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt.

Tokio - Trotz des Rückenwinds eines billigen Yen schwächeln die japanischen Exporte. Die Ausfuhren legten im März mit einem Plus von 1,8 Prozent zum Vorjahr überraschend wenig zu, wie das Finanzministerium in Tokio am Montag mitteilte. Experten hatten einen Zuwachs von 6,3 Prozent erwartet, im Februar hatte es noch ein Plus von 9,8 Prozent gegeben.

Dabei bekam die Wirtschaft der Exportnation vor allem die Konjunkturabkühlung in China zu spüren. Denn das Wachstum der Ausfuhren in die Volksrepublik verlangsamte sich -von 27,6 Prozent im Februar auf 4,3 Prozent im März. Die enttäuschenden Daten schürten Sorgen vor einer Flaute der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt, denn die Erhöhung der Mehrwertsteuer Anfang April von fünf auf acht Prozent dürfte auch den Binnenkonsum dämpfen.

Da zugleich die Importe mit 18,1 Prozent überraschend kräftig wuchsen, stieg das Defizit in der Handelsbilanz im Fiskaljahr bis Ende März auf den Rekordwert von umgerechnet rund 97 Milliarden Euro. Es war zugleich der 21. Monat in Folge, dass Japan mehr Waren und Dienstleistungen importierte als exportierte.

Das liegt zum einen an den Energie-Einfuhren, auf die das Land seit der Stilllegung seiner Atomkraftwerke nach der Fukushima-Katastrophe vor drei Jahren angewiesen ist. Vor der Reaktorkatastrophe deckte Japan seinen Energiebedarf zu zwei Dritteln aus Kernkraft. Weil das Land inzwischen fast 90 Milliarden Dollar für fossile Brennstoffe ausgegeben hat, um den Strombedarf konventionell zu decken, will die Regierung nun zur Atomkraft zurückkehren - vor einer Woche hat das Kabinett in Tokio einen Energieplan verabschiedet, der drei Jahre nach Fukushima den Atomausstieg der Vorgängerregierung rückgängig macht.

Die aktuellen Probleme liegen zum anderen aber auch an der von der Regierung forcierten Yen-Schwäche, die japanische Waren im Ausland verbilligen und damit eigentlich die Exporte ankurbeln soll, die aber auch die meist in Dollar abgerechneten Importe verteuert.

Zudem haben viele Verbraucher Anschaffungen wegen der höheren Mehrwertsteuer vorgezogen, mit der die Regierung die hohe Staatsverschuldung in den Griff bekommen will.

oka/AFP/Reuters

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insgesamt 82 Beiträge
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1. Japan
longshanksedward8 21.04.2014
ist Zentraleuropa in der wirtschaftlichen Entwicklung immer ein paar Schritte voraus, egal ob Bankenkrise oder Export. Die Probleme Japans schildern meist genau das, was uns erwartet.
2. Wer Wirtschaft lernen will
thequickeningishappening 21.04.2014
soll sich Japan bis und nach 1989 ansehehen!!! Die Leute sind durch die Immobilienblase ueber Generationen verschuldet, der Staat durch die Gemeinhaftung handlungsufahig!
3. Entwicklung
captainpetrov 21.04.2014
Gut das Japans Entwicklung nicht wie unsere verläuft. Die Deflation die sie seit Jahrzehnten haben, möchte ich hier nicht haben. Wir müssen uns erstmal um das Zusammenwachsen der EU kümmern.
4. Zwei Drittel Kernkraft
Oma Eusebia 21.04.2014
Zitat von sysopREUTERSBei den Ausfuhren nur ein mageres Plus, dafür teure Importe von Öl und Gas: Im ersten Quartal 2014 hat sich Japans Handelsdefizit verdreifacht. Die enttäuschenden Zahlen schüren Sorgen vor einer Flaute der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/japan-handelsdefizit-verdreifacht-a-965383.html
Eben noch waren es beo SPON knapp ein Drittel (http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/fukushima-japan-beschliesst-wiedereinstieg-trotz-protesten-a-963833.html) und lt. EIA (http://www.eia.gov/countries/cab.cfm?fips=ja) waren es sogar nur 13% ("Before the 2011 earthquake, Japan was the third largest consumer of nuclear power in the world, after the United States and France, and nuclear power accounted for about 13% of the country's total energy in 2010."). Na ja, irgendwas mit 3 halt.
5. Die Helden des DAX werden entzaubert werden, wenn der YEN tief genug gefallen ist ...
wibo2 21.04.2014
Zitat von sysopREUTERSBei den Ausfuhren nur ein mageres Plus, dafür teure Importe von Öl und Gas: Im ersten Quartal 2014 hat sich Japans Handelsdefizit verdreifacht. Die enttäuschenden Zahlen schüren Sorgen vor einer Flaute der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/japan-handelsdefizit-verdreifacht-a-965383.html
Die Deutschen klopfen sich seit einigen Jahren auf die Schulter, weil es im Export so rund läuft. Ihnen ist bislang nicht aufgefallen, dass der japanische Yen gegenüber dem Euro lange Zeit sehr stark aufgewertet war. Damit war die japanische Industrie nicht mehr international wettbewerbsfähig. Hauptkonkurrent der deutschen Industrie ist aber die japanische. Die Kostenbasis dieser Konkurrenz aus Fernost war lange Zeit ungünstig. Wenn der Yen jetzt aber weiter kräftig abwertet und der Euro wegen der Kapitalzuflüsse weiter aufwertet, dann werden unsere Dax Konzerne alsbald so was von alt aussehen. Die Aktionäre werden dann mit dem Management und den Aufsichtsräten ins Gericht gehen.
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Hauptstadt: Tokio

Staatsoberhaupt:
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