Schwacher Privatkonsum Japans Wirtschaft schrumpft stärker als erwartet

Analysten hatten damit gerechnet, dass Japans Wirtschaft im Schlussquartal 2015 um 1,2 Prozent schrumpft. Doch nun teilte die Regierung mit: Das Minus falle größer aus.

Fußgänger in Tokio: Der private Verbrauch ging um real 0,8 Prozent zurück
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Fußgänger in Tokio: Der private Verbrauch ging um real 0,8 Prozent zurück


Hintergrund ist die gedämpfte Kauflaune der Verbraucher: Die japanische Wirtschaft ist im Schlussquartal 2015 stärker als erwartet geschrumpft. Das Bruttoinlandsprodukt fiel im Zeitraum von Oktober bis Dezember auf das Jahr hochgerechnet um 1,4 Prozent, wie die Regierung auf der Basis vorläufiger Daten bekanntgab. Analysten hatten im Schnitt mit einem Minus von 1,2 Prozent gerechnet.

Offenbar wirken die Anreize der japanischen Regierung zur Ankurbelung des Konsums bislang nicht wie erhofft: Die Ausgaben der Privathaushalte - die in der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt 60 Prozent der Wirtschaftsleistung ausmachen - gingen um real 0,8 Prozent zurück. Exporte in Schwellenländer konnten das nicht ausgleichen.

Japans Ministerpräsident Shinzo Abe war vor rund drei Jahren mit dem Versprechen angetreten, das Wirtschaftswachstum anzukurbeln und die lang anhaltende Deflation zu stoppen. Das Land leidet unter anderem darunter, dass die Bevölkerungszahl zurückgeht und die Menschen immer älter werden.

Erst vor knapp einer Woche war Japans Börse eingebrochen, der Leitindex Nikkei hatte 5,2 Prozent tiefer bei 16.128 Punkten geschlossen. Um die Konjunktur anzukurbeln, hatte die Bank of Japan Ende Januar Negativzinsen eingeführt.

aar/dpa/Reuters



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