Geld von Baufirma angenommen Japanischer Wirtschaftsminister tritt zurück

Der japanische Ministerpräsident Abe verliert einen seiner wichtigsten Vertrauten in der Regierung: Wirtschaftsminister Amari tritt zurück. Er hatte Geld von einer Baufirma angenommen - sieht den eigentlichen Fehler daran aber bei seinen Mitarbeitern.

Akira Amari: Rücktritt nach Bestechungsvorwürfen
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Akira Amari: Rücktritt nach Bestechungsvorwürfen


Japans Wirtschaftsminister Akira Amari tritt nach Korruptionsvorwürfen zurück. Er wolle damit verhindern, dass der Skandal ein schlechtes Licht auf die Regierung wirft, sagte Amari. Er räumte ein, Geld von einer Baufirma angenommen zu haben. Anschließend habe er jedoch seine Mitarbeiter angewiesen, das Geld korrekt als politische Schenkung zu verbuchen. Weil die Mitarbeiter Fehler begangen hätten, sei ein Teil des Geldes verschwunden. Als ihr Vorgesetzter müsse er die Verantwortung übernehmen.

In einem Medienbericht hatte es geheißen, Amari und seine Mitarbeiter hätten das Geld als Gegenleistung für Hilfe bei Landstreitigkeiten und Abfallbeseitigung erhalten. Amari soll 12 Millionen Yen - umgerechnet 92.000 Euro - angenommen haben.

Amari ist ein Vertrauter von Ministerpräsident Shinzo Abe und spielte eine wichtige Rolle bei der Gestaltung der Wirtschaftspolitik. Abe will Japan mit massiven Staatsausgaben aus der jahrelangen Deflation und Konjunkturflaute führen. Diese Strategie ist unter dem Schlagwort "Abenomics" bekannt. Neuer Wirtschaftsminister wird Nobuteru Ishihara.

mmq/Reuters

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