Turbulenzen am Finanzmarkt Japanischer Investor hilft Italien mit Anleihekäufen

Unerwartete Hilfe aus Fernost: Die ungewisse politische Lage in Italien macht die Finanzmärkte nervös. Ein japanischer Investor springt dem Land jetzt zur Seite - und kauft in großem Stil Staatsanleihen.

Börse in Tokio
REUTERS

Börse in Tokio


Der japanische Investor Kampo, einer der größten institutionellen Investoren des Landes, will Italien in der Krise helfen. Der Kauf von italienischen Anleihen soll zu Entspannung an den Kapitalmärkten führen.

"Wir wollen jetzt italienische Bonds mit kurzer Laufzeit kaufen", sagte Atsushi Tachibana, verantwortlicher Vorstand bei Kampo.

Bereits die Ankündigung des Investors zeigte Wirkung: Die Renditen bei den zweijährigen Anleihen Italiens sanken um 95 Basispunkte auf 1,03 Prozent. Sie entfernten sich damit von ihrem zuvor erreichten Fünf-Jahres-Hoch bei 2,7 Prozent.

Anleger hatten nach der gescheiterten Regierungsbildung massiv Gelder aus Italien abgezogen. Kampo gibt an, die gefallenen Kurse seien eine gute Gelegenheit zum Einstieg. Durch die stark schwankenden Preise sei es aber nicht einfach, am Markt zu agieren. "Der Markt hat überreagiert. Wir glauben nicht, dass Italien seine Schulden nicht mehr zurückzahlen kann", sagte Tachibana.

Seit der politischen Krise in Italien geht es an den Finanzmärkten so turbulent zu wie schon lange nicht mehr. In dem hoch verschuldeten Land steht die Bildung einer Übergangsregierung immer noch infrage. Staatschef Mattarella und der designierte Premier Carlo Cottarelli hatten sich am Mittwoch vertagt.

Mehr zu den Hintergründen erfahren sie hier.

eaz/Reuters



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