Kampf gegen die Krise: Japans Zentralbank kauft noch mehr Anleihen

Die japanische Notenbank dreht den Geldhahn weiter auf. Die Währungshüter lockern zum dritten Mal innerhalb von vier Monaten ihre Geldpolitik und kaufen noch mehr Staatsanleihen. Die Hoffnung: Die Wirtschaft soll endlich wieder wachsen.

Tokio - Die japanische Notenbank (BOJ) weitet ihr milliardenschweres Anleihen-Kaufprogramm aus. Die Zentralbank beschloss am Donnerstag einstimmig, das Programm zur Stützung der Wirtschaft um zehn Billionen Yen zu erhöhen. Es hat nun ein Volumen von 101 Billionen Yen, das sind umgerechnet rund 908 Milliarden Euro.

Damit lockert die japanische Notenbank ihre Geldpolitik das dritte Mal innerhalb von vier Monaten. Zudem teilte die BOJ mit, dass man bei der nächsten Sitzung im Januar die bisherigen Richtwerte zur Inflation überdenken wolle. Bislang gilt hier ein Korridor von null bis zwei Prozent als Orientierung.

Die wirtschaftlichen Erwartungen wurden gesenkt. Angesichts der Schuldenkrise in der Eurozone "sind die Exporte und die Industrieproduktion zurückgegangen, was sich auf die Inlandsnachfrage und die Investitionen auswirkt", hieß es. Die Stimmung, insbesondere in der Produktion, sei zurückhaltender geworden. Vor diesem Hintergrund "schwächele" die japanische Wirtschaft etwas. Und dieser Zustand werde bis auf weiteres anhalten.

Japans Wirtschaft steckt in der Rezession und könnte diese nach Ansicht von Ökonomen Anfang 2013 hinter sich lassen. Dabei setzen Beobachter auf Schützenhilfe der Notenbank. Der angehende Ministerpräsident Shinzo Abe hatte im Wahlkampf für eine lockere Geldpolitik und Konjunkturprogramme geworben, um Japan aus der Spirale von Wirtschaftsflaute und Deflation zu befreien. Ökonomen gehen davon aus, dass Abes Politik mittelfristig zur Abwertung des Yen führt, was vor allem die exportabhängige Industrie sehnsüchtig erwartet.

cte/Reuters

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