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Kampf gegen Deflation: Japans Zentralbank lockert überraschend Geldpolitik

Männer vor einer Anzeige des Nikkei-Index: Wirtschaft soll angekurbelt werden Zur Großansicht
AFP

Männer vor einer Anzeige des Nikkei-Index: Wirtschaft soll angekurbelt werden

Um die Konjunktur anzukurbeln und die Deflation zu bekämpfen, lockert die japanische Notenbank ihre Geldpolitik - und weitet die Geldbasis um jährlich 80 Billionen Yen aus. Der Nikkei-Index schoss nach der Entscheidung nach oben.

Tokio - Die japanische Wirtschaft schwächelt - nun will die Regierung gegensteuern. Überraschend beschloss die Zentralbank am Freitag, die Geldbasis um jährlich 80 Billionen Yen auszuweiten (582 Milliarden Euro). Zudem soll der Ankauf von Staatsanleihen um ein Volumen von 30 Billionen Yen im Jahr erhöht und die Haltedauer der Papiere auf bis zu zehn Jahre verlängert werden.

Der Nikkei-Index schoss nach dieser Entscheidung nach oben. Der Index für 225 führende Werte stieg um 755,56 Punkte oder knapp fünf Prozent auf 16.413,76 Zähler. Das ist der höchste Stand seit sieben Jahren.

Zugleich zog der Dollar zum Yen auf den höchsten Stand seit sechs Jahren an. Eine Anhebung der Verbrauchssteuer im April sowie ein deutlicher Rückgang bei den Ölpreisen habe jüngst zu einem Druck auf die Preise geführt, hieß es zur Begründung. Als Folge sei die Nachfrage gesunken.

Regierung und Zentralbank wollen das Land von der langjährigen Deflation - also einem konjunkturschädlichen Preisverfall - befreien. Die Teuerungsrate in Japan ohne Lebensmittel betrug demnach im September im Vergleich zum Vorjahresmonat drei Prozent. Angepeilt für das kommende Frühjahr ist eine Rate von zwei Prozent.

Wirtschaftsminister Akira Amari sagte, die Regierung sei bereit, die Wirtschaft anzukurbeln. Es sei aber noch keine Entscheidung über ein neues Konjunkturprogramm getroffen worden. Die Arbeitslosenquote in Japan war im September gestiegen, gleichzeitig ging die Zahl der verfügbaren Stellen erstmals seit mehr als drei Jahren zurück.

vks/Reuters/dpa

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1. ow
david-39 31.10.2014
Wenn man nun in Europa und den USA merkt, dass QE und Rückkäufe nichts bringen außer großen Blasen, fangen die Japaner damit an. Die Werte von DAX und DOW sind doch kein Abbild der Realität, wenn Firmen mit Hilfe von niedrigsten Zinsen ihre eigenen Aktien aufkaufen. 2015 wird interessant.
2. Abegeddon
Herr Hold 31.10.2014
Ja, die Kurse werden wieder steigen, die Aktienmärkte freut es. Der Rest der Welt ist davon offensichtlich unberührt. Bis die Blase wieder platzt.
3.
treasurer 31.10.2014
die japanische Zentralbank betreibt nun schon seit mehr als 20! Jahren eine niedrige und lockere Geldpolitik. Was hat es geholfen? Ausser den Aktienbesitzern höhere Kurse zu bescheren, nichts. Das schlimme daran ist, sollte es vielleicht doch mal wirken und die Wirtschaft so richtig wieder ins Laufen kommen, dann müssten sie die Zinsen erhöhen, was mit der Staatverschuldung zum Bankrott führen würde!...... Im Übrigen würde das auch für alle anderen Länder gelten, in denen diese Politik der Zentralbanken verfolgt wird :-). Sollte jemand nun denken, das machen doch alle!?, hat er damit recht :-). Bei einigen Ländern würde schon eine Zinserhöhung von 1,5-2% zu einer Zinslast der Staatsverschuldung führen, die nicht mehr zu tragen ist ;-)
4. Tja...
zerozero123 31.10.2014
...so etwas passiert mit einem Schuldgeldsystem. Dieses Geldsystem ist nicht nachhaltig und nicht auf Langfristigkeit aufgebaut. Neues Geld kann nur und ausschliesslich durch Schulden entstehen. Auf Schulden gibt es Zinsen. Daraus folgt, die Menge aller Schulden ist immer grösser als die Menge des existierenden Geldes. Alte Schulden können nur durch neue Schulden bezahlt werden. Das Schuldenrad dreht sich weiter und schneller, das ist das einzige was sicher ist.
5. ?
skorpianne 31.10.2014
Zitat von zerozero123...so etwas passiert mit einem Schuldgeldsystem. Dieses Geldsystem ist nicht nachhaltig und nicht auf Langfristigkeit aufgebaut. Neues Geld kann nur und ausschliesslich durch Schulden entstehen. Auf Schulden gibt es Zinsen. Daraus folgt, die Menge aller Schulden ist immer grösser als die Menge des existierenden Geldes. Alte Schulden können nur durch neue Schulden bezahlt werden. Das Schuldenrad dreht sich weiter und schneller, das ist das einzige was sicher ist.
"Neues Geld kann nur und ausschliesslich durch Schulden entstehen." Da fragen Sie mal bei der EZB nach. Die "drucken" es einfach.
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