Deutsche Nachlässe: Jede fünfte Erbschaft ist mehr als 100.000 Euro wert

Die durchschnittliche Erbschaft in Deutschland steigt stark im Wert. Laut einer Studie ist jeder fünfte Nachlass größer als 100.000 Euro. Die Wahrscheinlichkeit, ein Eigenheim überschrieben zu bekommen, hat sich verdoppelt.

Testament: Wahrscheinlichkeit, ein Eigenheim zu erben, hat sich verdoppelt Zur Großansicht
DPA

Testament: Wahrscheinlichkeit, ein Eigenheim zu erben, hat sich verdoppelt

Hamburg - Erben in Deutschland können nach einer Studie mit deutlich größeren Nachlässen rechnen. Gut jede fünfte Erbschaft habe künftig einen Wert von 100.000 Euro und mehr. Das ergab eine Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach unter 1613 Bundesbürgern im Auftrag der Postbank. Bei einer Umfrage im Vorjahr waren es erst 15 Prozent.

"Das Erbvolumen wird drastisch und auf ein historisches Niveau steigen", kommentierte Postbank-Vorstand Michael Meyer die Ergebnisse. Bayern habe von allen Bundesländern den höchsten Anteil von Menschen mit Vererbungsplänen. Streit ist offenbar programmiert: Jeder vierte Nachlassempfänger erwartet Konflikte.

Der Wert der Erbschaften steigt laut Studie vor allem deshalb, weil immer öfter Immobilien enthalten seien. Dies ist demnach in 55 Prozent der Erbschaften der Fall. Die Wahrscheinlichkeit, ein Eigenheim zu erben, wird sich in Deutschland demnach verdoppeln. Bargeld soll der Studie zufolge in 53 Prozent der Fälle vererbt werden. Häufig sind auch Möbel, Autos und Schmuck im Nachlass enthalten.

Jeder Achte hat sein Testament schon einmal geändert

Exakt drei Viertel aller Erbschaften werden für die Kinder der Erbschaftsgeber geplant. An zweiter Stelle stehen Ehegatten mit 37 Prozent als Nachlass-Empfänger, gefolgt von Enkelkindern, Geschwistern und Lebenspartnern. Mehrfachnennungen waren bei dieser Frage möglich.

18 Prozent der Deutschen ab 16 Jahre haben laut Postbank-Studie ein Testament. Unter denen, die sich mit dem Vererben schon beschäftigt haben, sind es 31 Prozent. Jeder Fünfte überprüft sein Testament regelmäßig, und immerhin jeder Achte hat sein Testament schon mindestens einmal geändert.

Besonders viel zu vergeben haben Menschen, die selbst schon einmal geerbt haben. Sie schätzen ihren Nachlass laut Studie fast doppelt so häufig auf einen Wert von 100.000 Euro und mehr wie jene, die noch nie geerbt haben. Zudem besitzen drei Viertel von ihnen Immobilien, unter allen Deutschen ist das nur zu 46 Prozent der Fall. Die Folge: Vermögen ballen sich immer stärker bei den entsprechend Begünstigten.

ssu/dpa-AFX

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insgesamt 124 Beiträge
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1. ...
neuroheaven 31.05.2012
höhere erbschaftssteuer, aber pronto
2. Wie wärs denn mal mit der Aussage...
moeschtijall 31.05.2012
...*Ohne Fleiß kein Preis* ?!? Jawohl, ich gehöre auch zu denen, die einmal Imobilien vererben ohne selbst je Geld oder Imobilien geerbt zu haben. Möglich war aber auch das nur mit vielen Entbehrungen und harter Arbeit. Auch Seitens meiner beiden Kinder. Kleidung und Spielsachen für die Beiden gab es meistens nur von ALDI....incl. dem Spott der lieben Mitschüler. Inzwischen sind Beide gut ausgebildete, pflichtbewusste und arbeitende Mitglieder unserer Gesellschaft, welche sich und meinen Enkeln aufgrund *mietgünstigeren Wohnens auch mal ein wenig gönnen können. Ach ja, erwähnen möchte ich auch, daß meine Kinder diesen Umstand sehr wohl zu schätzen wissen und mir außer Ihrer Liebe, Fürsorge und Dankbarkeit auch sehr viel Achtung und Respekt schenken.
3. milchmädchenrechnung
meinerlei 31.05.2012
Dieser Beitrag ist von großer geistiger Schlichtheit. Die jetzt erbende Generation muss später mit wesentlich verringerten Rentenbezügen leben, was in manchen Fällen zum Glück durch eine Erbschaft teilkompensiert wird. Insgesamt steht die Generation der angeblichen Supererben aber wesentlich schlechter da. Von einer Ballung von Vermögen zu sprechen, ist daher sachlich falsch. Angesichts einer durchschnittlichen Lebensarbeitsleistung von rund 1,5 mio € eines Durchschnittsbundesbürgers sind im Übrigen 100.000 € Erbschaft, die in dieser Höhe auch nur für 20% anfallen, nicht so viel. Also: statt Meinungsmache in Richtung "die Reichen werden immer reicher" lieber mal zum Taschenrechner greifen, liebe Redakteure.
4.
corvidae 31.05.2012
Die Tatsache, dass sich Wohlstand über die Generationen hinweg fortsetzt und dabei noch wächst, ist daher auch ein entscheidender Faktor bei der weit auseinander strebenden Vermögensverteilung. Wer nichts hat, vererbt nichts und wenn es die nachfolgende Generation aus diesem nichts etwas schafft dann setzt sich das fort. diametral anders ist das bei vermögenden, wo jede Generation auf ein solides Fundament aufbauen kann, dieses zu erhalten oder gar auszubauen ist ungleich leichter als mit leeren Händen zu agieren. Früher haben Wirtschaftskrisen und vor allem Kriege die Vermögensverhältnisse eines Großteils der Bevölkerung alle paar Generationen zwangsweise homogenisiert, keiner hatte mehr etwas, alle zurück auf Los. Nach dem wir aber nun schon sehr lange (Gottlob!!) in friedlichen und stabilen Zeiten leben fällt dieses natürliche Korrektiv natürlich aus. Umso größer wird die Verantwortung des Staates, dafür zu sorgen das die Schere zwischen Armut und Reichtum nicht unaufhaltsam auseinnander driftet. Die Entwicklung zeigt dass diese Bemühungen "ausbaufähig" sind. PS. Letzteres gilt natürlich nur, wenn man, wie ich, der Ansicht ist, dass eine (in Maßen) homogenere Verteilung von Reichtum innerhalb einer Bevölkerung ein sozialverträgliches Miteinander und somit eine höhere Lebensqualität für alle fördert.
5.
Thraex 31.05.2012
Zitat von sysopDie durchschnittliche Erbschaft in Deutschland steigt stark im Wert. Laut einer Studie ist jeder fünfte Nachlass größer als 100.000 Euro. Die Wahrscheinlichkeit, ein Eigenheim überschrieben zu bekommen, hat sich verdoppelt. Jede fünfte Erbschaft ist mehr als 100.000 Euro wert - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,836189,00.html)
Der erste Erbt 500.000€ Der zweite Erbt 20.000€ Der dritte Erbt 10.000€ Der vierte Erbt 1.000€ Der fünfte Erbt nicht Im Schnitt Erben alle 106.200€ Was soll also diese Meldung, nur weil es immer mehr Millionäre gibt die entsprechend viel zu vererben haben und somit der Schnitt nach oben gezogen wird, heißt das nicht das davon alle was haben oder so wie impliziert werden soll, den Deutschen geht es allen super. Kommt ein Statistiker in ein Restaurant und sieht eine Frau ne Spargelsuppe Essen und rechnet aus wieviele Suppen die Frau in einem Jahr Essen wird, sieht aber bei rausgehen nicht, das die Frau sagt , Igitt, nie wieder Spargelsuppe.
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