Umfrage Jeder dritte Arbeitslose hat ausländische Wurzeln

Menschen mit Migrationshintergrund haben in Deutschland häufig schlechtere Startbedingungen auf dem Arbeitsmarkt. Nach einer Umfrage hat jeder dritte Arbeitslose ausländische Wurzeln. Ein Grund für die schlechten Jobaussichten könnte die fehlende Ausbildung vieler Zuwanderer sein.

Arbeitsagentur in Leipzig (Archivbild): Viele Zuwanderer sind schlecht ausgebildet
DPA

Arbeitsagentur in Leipzig (Archivbild): Viele Zuwanderer sind schlecht ausgebildet


Nürnberg - Die Bundesagentur für Arbeit (BA) sieht bei der Vermittlung von Arbeitslosen mit ausländischen Wurzeln Nachholbedarf. "Gemessen am Bevölkerungsanteil können Menschen mit Migrationshintergrund häufig nicht hinreichend erfolgreich am Erwerbsleben teilnehmen", teilte die Bundesagentur anlässlich des Integrationsgipfels der Bundesregierung an diesem Dienstag mit. Sie beruft sich dabei auf eine eigene Umfrage unter Arbeitslosen.

Demnach hat gut jeder dritte Arbeitslose in Deutschland ausländische Wurzeln. Unter den Hartz-IV-Empfängern liege ihr Anteil sogar bei 42 Prozent, habe die Umfrage vom Dezember 2012 ergeben. Besonders hoch sei der Anteil arbeitsloser Hartz-IV-Bezieher mit Migrationshintergrund in Hessen (57 Prozent), Hamburg (54,8 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (51 Prozent).

Grund für die Arbeitslosigkeit von Migranten ist nach Vermutung der Bundesagentur häufig eine unzureichende Schul- und Berufsausbildung. Von den Erwerbslosen mit ausländischen Wurzeln haben der Umfrage zufolge 52 Prozent keinen Schulabschluss; bei Erwerbslosen ohne Migrationshintergrund liegt der Anteil dagegen bei 48 Prozent.

Über eine abgeschlossene Berufsausbildung verfügen demnach lediglich 18 Prozent der Arbeitslosen mit Migrationshintergrund. Zum Vergleich: 82 Prozent der Arbeitslosen ohne ausländische Wurzeln haben laut der Studie einen Berufsabschluss. Den Unterschied führt die Bundesagentur auch darauf zurück, dass in einigen europäischen Ländern formale Berufsausbildungen keine so große Rolle spielten wie in Deutschland.

stk/dpa



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