EZB-Chefposten Weidmanns Chancen auf EZB-Chefposten schwinden

Bundesbank-Chef Weidmann galt fast als gesetzt für den Posten an der Spitze der Europäischen Zentralbank. Doch jetzt schwinden seine Hoffnungen. Denn ein anderes EU-Spitzenamt könnte an einen Deutschen gehen.

Bundesbankchef Jens Weidmann
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Bundesbankchef Jens Weidmann


Für viele Beobachter galt Bundesbank-Chef Jens Weidmann fast als gesetzt für den Posten an der Spitze der Europäischen Zentralbank. Doch jetzt schwinden seine Hoffnungen, denn ein anderes Spitzenamt in Brüssel rückt in Reichweite der Deutschen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel wiegelt zurzeit grundsätzlich ab, wenn es um Spekulationen zur Besetzung von EU-Spitzenposten geht. Es seien noch keine Entscheidungen getroffen worden, sagte sie am Donnerstag am Rande ihrer Georgien-Reise in Tiflis. Das "Handelsblatt" hatte berichtet, Merkel wolle nicht mehr den Bundesbankchef als Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB) durchsetzen, sondern lieber einen Deutschen an die Spitze der EU-Kommission bringen.

Merkel sagte, die Personalentscheidungen auf europäischer Ebene begännen jetzt erst. Zunächst wird die Europäische Volkspartei (EVP) am 6. September den Nominierungsprozess für ihren Spitzenkandidaten für die Europawahl im kommenden Jahr starten. Bestimmt werden soll er dann am 8. November.

Merkel sagte, davon hänge auch ab, wie die anderen Entscheidungen ausgingen. Spitzenkandidat könnte EVP-Fraktionschef und CSU-Vize Manfred Weber werden. Im Fall eines Wahlsiegs am 26. Mai 2019 könnte er Anspruch auf das Amt des Kommissionspräsidenten erheben, das derzeit Jean-Claude Juncker innehat. Für zwei Deutsche in Spitzenämtern der Europäischen Union ist aber kein Platz.

Weidmann selbst war am Donnerstag auf einer Veranstaltung in Berlin nicht auf den "Handelsblatt"-Bericht eingegangen. Der Chefvolkswirt der Commerzbank, Jörg Krämer, nannte den Bericht "recht glaubhaft". Bislang gilt Weidmann als aussichtsreicher Kandidat für die Nachfolge von EZB-Präsident Mario Draghi, dessen Amtszeit im Herbst 2019 endet.

mik/dpa-AFX

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Seite 1
Der Programmierer 24.08.2018
1. Können wir nichtmal den Mist mit den Nationalitäten lassen?
Es sollte um Fähigkeiten und Qualifikation gehen und nicht darum, welches Land in einem Pass steht!
fried75 24.08.2018
2. War völlig klar
Weidmann wird natürlich nicht EZB Präsident. Die Bundesregierung um Merkel will doch selber nicht mehr Zinsen für Ihre Schulden zahlen. Der deutsche Sparer, also die breite Masse der Bevölkerung, wird dabei weiter enteignet, zum Vorteil Süd-Europas. Hab ich hier schon so vor Monaten geschrieben. Soviel zur Merkel-Demokratie.
freizeitverkaeufer 24.08.2018
3. EZB-Vorsitz hat für Deutschland. ...
....absoluten Vorrang. Sonst können sich die übrigen EURO-Staaten ihren Euro bald abschminken. Deutschland muss ein ständiges Vorstandsmitglied stellen mit 30% Stimmanteil im Vorstand. Das jetzige Vorstandskonzept ist undemokratisch und benachteiligt den deutschen Steuerzahler. Über 30% des EZB - Kapitals stellt Deutschland. Entsprechende Reformen wären nicht nationalistisch sondern nur lauter demokratisch.
acitapple 24.08.2018
4.
Zitat von Der ProgrammiererEs sollte um Fähigkeiten und Qualifikation gehen und nicht darum, welches Land in einem Pass steht!
Glauben Sie ernsthaft irgendein anderes Land fände es toll wenn die Hälfte der Chefposten mit Leuten aus einem einzigen Land besetzt wären ?
acitapple 24.08.2018
5.
Zitat von fried75Weidmann wird natürlich nicht EZB Präsident. Die Bundesregierung um Merkel will doch selber nicht mehr Zinsen für Ihre Schulden zahlen. Der deutsche Sparer, also die breite Masse der Bevölkerung, wird dabei weiter enteignet, zum Vorteil Süd-Europas. Hab ich hier schon so vor Monaten geschrieben. Soviel zur Merkel-Demokratie.
Auch ein Weidmann könnte nicht an der Zinsschraube drehen. Italien wäre in wenigen Monaten bankrott und das wäre wohl das Ende der EU. Wofür ? Damit ein paar deutsche Sparer 2% statt 0,5% Zinsen auf ihr Sparbuch bekommen ? Ich denke das ist es nicht wert.
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