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Jobmarkt: Immer mehr Ältere sind auf Hartz IV angewiesen

Arbeitsagentur in Berlin: Arbeitslosenzahl erneut gesunken Zur Großansicht
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Arbeitsagentur in Berlin: Arbeitslosenzahl erneut gesunken

Die Arbeitslosigkeit ist auf einem Rekordtief. Doch viele Ältere haben davon selbst in Zeiten des Aufschwungs nichts. Immer mehr von ihnen sind auf Hartz IV angewiesen.

Trotz deutlich gesunkener Arbeitslosigkeit sind immer mehr ältere Menschen ohne Arbeit auf Hartz IV angewiesen. So stieg die Zahl der 55-Jährigen und Älteren mit Hartz IV von rund 257.000 im Jahresdurchschnitt 2010 kontinuierlich um 24 Prozent auf 318.000 im vergangenen Jahr. Das geht aus einer Antwort der Bundesagentur für Arbeit auf eine entsprechende Anfrage der stellvertretenden Linken-Fraktionsvize Sabine Zimmermann hervor.

Im laufenden Jahr setzten sich die Entwicklung fort. Im November 2015 stieg die Zahl der älteren arbeitslosen Hartz-IV-Bezieher im Vergleich zum Vorjahr von rund 315.000 auf 321.000.

Nicht in den Zahlen enthalten sind rund 163.000 Hartz-IV-Bezieher über 58 Jahre, denen ein Jahr lang keine Arbeit angeboten wurde. Diese werden nicht mehr als arbeitslos gezählt. Insgesamt ging die Zahl der Erwerbslosen im Hartz-IV-Bereich seit 2010 um gut neun Prozent auf rund 1,97 Millionen im vergangenen Jahr zurück.

Zimmermann sagte, ältere Erwerbslose und ältere Arbeitnehmer seien nach wie vor die großen Verlierer am Arbeitsmarkt. "Selbst in Zeiten des konjunkturellen Aufschwungs haben sich die Chancen für ältere Langzeiterwerbslose nicht verbessert, sondern weiter verschlechtert", sagte die arbeitsmarktpolitische Fraktionssprecherin.

Bei den Arbeitgebern habe kein Umdenken stattgefunden, auch Älteren verstärkt eine Chance zu geben. Der Bundesregierung warf Zimmermann vor, die Beschäftigungssituation von Älteren schönzureden.

Programmiert sei eine deutliche Zunahme von Altersarmut. "Immer mehr der Älteren im Hartz-IV-Bezug konnten nämlich keine Rentenansprüche erwerben, die über dem Hartz-IV-Niveau liegen", erläuterte Zimmermann. Im Rentenalter seien die Betroffenen dann auf Grundsicherung im Alter angewiesen.

Zimmermann forderte, für ältere Erwerbslose mehr zu tun. Wer als Hartz-IV-Bezieher über 58 Jahren ein Jahr ohne jedes Jobangebot bleibe, dürfe nicht mehr aus der Arbeitslosenstatistik gestrichen werden. Schluss sein müsse auch mit der Zwangsverrentung von Hartz-IV-Beziehern. Denn heute werden Hartz-IV-Beziehende ab 63 verpflichtet, einen Rentenantrag zu stellen.

asc/dpa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 293 Beiträge
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1. das ist ...
frankfurtbeat 20.12.2015
das ist das Ergebnis der aktuellen Politik ... selbst gehöre ich zu der Gruppe >50 und kenne die Situation auf dem Arbeitsmarkt zu gut - es bleibt nur die Selbständigkeit oder für viele Mitbürger eben Hartz4 ... entgegen der Meinung vieler sind das nicht arbeitsscheue Menschen sondern "ausrangierte Arbeitnehmer" ... da hilft auch nicht der Mindestlohn weiter ... so wie eine Frauenquote sollte es eine Quote für AN >50 geben ... das Wissen vieler älterer AN wird unterschätzt ...
2. Die Agenda des Herrn Schrõder
Sonia 20.12.2015
nahm Gleichmacherei vor für Bürger, die Jahrzehnte berufstätig waren u. denjenigen, die noch nie berufstätig waren. Beide Gruppen erhalten letztlich Hartz IV, zudem in gleicher Hõhe. Die SPD wird sich von dieser grõßten sozialen Ungerechtigkeit, die sie zu verantworten hat, nie mehr erholen. Gerade jetzt, wo Hunderttausende neu unter diese Regelung fallen werden, die nie in unserem Land berufstätig waren.
3.
MatthiasPetersbach 20.12.2015
Eine Arbeit, die die Leute nicht anständig ernährt und dafür sorgt, daß sie im Alter versorgt sind, ist KEINE Arbeit. So gesehen gibts in D ne Menge Arbeitslose. Und das hat 0,0 mit Flüchtlingen zu tun.
4. Darf man auch schreiben :
goethestrasse 20.12.2015
Spare bei Zietzen, dann haste un der Not ??? - Ich höre jetzt das Geschrei. Aber nicht alle sind schuldlos. Verzicht heute ist Lebensstandard von morgen. Mit 48 anfangen über das alter nachzudenken oder sich scheiden lassen zur Selbstfindung. Das sollte man auch auf lange Sicht bedenken.
5. Endspiel
Fehlerfortpflanzung 20.12.2015
Ja so ist er halt der Kapitalismus. Ausmustern weil zu teuer ud dann billige, juengere Arbeitskraefte einstellen, am besten mit Zeitvertraegen. Ich glaube die 'Wirtschaft' kanibalisiert die Arbeitsverhaeltnisse und faehrt eine Politik der verbrannten Erde.
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