Verlorene Generation Uno stuft Jugendarbeitslosigkeit als verheerend ein

Die Internationale Arbeitsorganisation der Uno zeigt in einer Studie die dramatischen Folgen der hohen Jugendarbeitslosigkeit auf. Weltweit haben mittlerweile fast 75 Millionen junge Menschen keinen Job. Vor allem in der EU ist die Lage besorgniserregend.

Arbeitssuchende in Madrid: Jeder zweite Jugendliche ohne Job
REUTERS

Arbeitssuchende in Madrid: Jeder zweite Jugendliche ohne Job


Genf - Die Zahlen sind erschreckend hoch - und eine Besserung ist vorerst nicht in Sicht: Die seit der Finanzkrise dramatisch gestiegene Jugendarbeitslosigkeit schürt nach Überzeugung von Uno-Experten bei Millionen junger Menschen in Europa Hoffnungslosigkeit und das Gefühl sozialer Ausgrenzung.

Es drohe eine "verlorene Generation" heranzuwachsen. Eine aktive Beschäftigungspolitik für Jugendliche müsse daher für Regierungen höchste Priorität haben, fordert die Internationalen Arbeitsorganisation (Ilo) in ihrem jüngsten globalen Bericht zur Situation junger Leute auf den Arbeitsmärkten ("Global Employment Trends for Youth 2012").

Besonders getroffen hat die Krise demnach die 15- bis 24-Jährigen in der EU und den anderen entwickelten Industrieländern. So sei sie von 2008 bis 2011 um 26,5 Prozent gestiegen. 2012 werde sie wahrscheinlich mit 18,0 Prozent nur unwesentlich darunter liegen.

Am weitaus stärksten sei die Jugendarbeitslosigkeit in diesen Ländern infolge der Krise zwischen 2008 und 2009 gestiegen. Danach habe es aber trotz aller Bemühungen keinen nennenswerten Rückgang mehr gegeben. Zum Teil reflektiere das eine nur schwache Erholung der westlichen Volkswirtschaften seit der Krise. Mittelfristig werde zwar ein leichter Rückgang der Jugendarbeitslosigkeit erwartet, "jedoch wird das Vorkrisenniveau kaum vor 2016 erreicht werden".

Regional ist die Arbeitslosigkeit unter jungen Leuten nach dem Ilo-Bericht stark unterschiedlich ausgeprägt. So betrug sie 2008 in Südasien vergleichsweise geringe 8,6 Prozent, im Nahen Osten hingegen 25,7 Prozent. Weltweit hätten mittlerweile fast 75 Millionen junge Menschen keinen Job, vier Millionen mehr als 2007. In Europa gilt vor allem die Jugendarbeitslosigkeit in Spanien und Griechenland als besorgniserregend.

Ohne entschlossene Gegenmaßnahmen von Politik und Wirtschaft werde sich daran bis 2016 kaum etwas ändern, warnen die Ilo-Experten. Bei Millionen junger Menschen erzeuge die erfolglose Suche nach ordentlicher Arbeit ein Gefühl von Nutzlosigkeit.

yes/dpa



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insgesamt 21 Beiträge
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Seite 1
rainman_2 21.05.2012
1. ...
Zitat von sysopREUTERSDie Internationale Arbeitsorganisation der Uno zeigt in einer Studie die dramatischen Folgen der hohen Jugendarbeitslosigkeit auf. Weltweit haben mittlerweile fast 75 Millionen junge Menschen keinen Job. Vor allem in der EU ist die Lage besorgniserregend. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,834194,00.html
Und unsere Politnieten diskutieren das Rentenalter auf 70 Jahre und mehr anzuheben.
pattyboo 21.05.2012
2. Durch chatten wird nichts besser
meine Mutter hat mir auf den Weg mitgegeben, dass Säufer und Spieler das Schlimmste sind, was einem passieren kann. Heute sitzen die Spieler in den Banken. Die Gier dieser Psychopaten ist Auslöser für die NoFutur-Generation in Europa. Qualifizierung und Ausbildung ist das Beste, was wir unseren Kindern mitgeben können
santo.inocente 21.05.2012
3. Das ist der Brennstoff...
...der zukünftigen sozialen Konflikte in der Welt im allgemeinen und in Europa in speziellen. Mal sehen wo die Radikalisierung uns hinführen wird. Als betroffener Familienvater mit zwei Söhnen in dem angeführten Altersbereich, sehe ich der Zukunft mit Bauchgrimmen entgegen.
The Captain 21.05.2012
4.
Zitat von sysopREUTERSDie Internationale Arbeitsorganisation der Uno zeigt in einer Studie die dramatischen Folgen der hohen Jugendarbeitslosigkeit auf. Weltweit haben mittlerweile fast 75 Millionen junge Menschen keinen Job. Vor allem in der EU ist die Lage besorgniserregend. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,834194,00.html
Den Zustand einer Gesellschaft kann man erkennen, wie sie mit ihren Alten und Kranken und ihrer Jugend umgeht. In der Hinsicht haben wir also deutlich Nachholbedarf. Zum einen muss endlich mal auch ein Forderungskatalog auf den Tisch, welcher der Jugend und den jungen Erwachsenen eine Zukunft ermöglicht: *Keine unbezahlten Praktika mehr* Dauerhaftes Arbeiten als unbezahlter Praktikant gehört endlich abgeschafft. Praktikanten müssen wie vollwertige Arbeitnehmer bezahlt werden (Nettobetrag), Praktikumsstellen sind öffentlich auszuschreiben. *Ausbildungspflicht für Unternehmen* Ohne Möglichkeit, sich freizukaufen. Die Menge an Ausbildungsplätzen richtet sich nach der Größe des Unternehmens. *Übernahmepflicht über 2 Jahre* Weil kein Unternehmer Arbeitnehmer ohne Berufserfahrung einstellt - die zwei Jahre sollten also kurzerhand "Pflicht" werden, wenn keine zwingenden Gründe gegen eine Weiterbeschäftigung sprechen (Nichtbestehen der Prüfung, Faulheit, ...). *Abi-Pflicht abschaffen* Keine Berufe mit "Abi-Pflicht" - entweder Studium oder Realschule. Fertig.
shokaku 21.05.2012
5.
Zitat von sysopREUTERSDie Internationale Arbeitsorganisation der Uno zeigt in einer Studie die dramatischen Folgen der hohen Jugendarbeitslosigkeit auf. Weltweit haben mittlerweile fast 75 Millionen junge Menschen keinen Job. Vor allem in der EU ist die Lage besorgniserregend. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,834194,00.html
Was soll das Gejammer? Diese Entwicklung wurde doch durch den Eine Welt Wahn der letzten Jahrzehnte geradezu erzwungen. Wer den grössten Teil seiner Wertschöpfungskette aktiv nach Ostasien verlagert, aus Profitgründen, aus Umweltschutzgründen, aus Gerechtigkeitsgründen, braucht sich über Massenelend in den ehemaligen Industrieländern nicht zu wundern. Das wird in Zukunft nur noch ausgeprägter werden.
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