1,5 Milliarden Euro Kabinett beschließt Förderung für Kraft-Wärme-Kopplung

Mit 1,5 Milliarden Euro will die Bundesregierung umweltfreundlichere KKW-Anlagen fördern. Das ist doppelt so viel Geld wie ursprünglich geplant. Zahlen sollen dies vor allem die Verbraucher.

Braunkohlekraftwerk Neurath (Archiv): CO 2 -Ausstoß um 40 Prozent reduzieren
DPA

Braunkohlekraftwerk Neurath (Archiv): CO2-Ausstoß um 40 Prozent reduzieren


Bis 2020 will die Bundesregierung den CO2-Ausstoß um 40 Prozent gegenüber 1990 reduzieren. Um diese Klimaziele zu erreichen, setzt das Kabinett auf umweltfreundlichere Kraftwerke: Künftig sollen jährlich 1,5 Milliarden Euro für den Ausbau von mit Gas betriebenen Anlagen aufgewendet werden. Das geht aus dem neuen Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz (KWK) hervor, das das Kabinett am Mittwoch beschloss.

Die jährliche Fördersumme ist damit doppelt so hoch wie bislang vorgesehen. Gleichzeitig werde damit ein wichtiger Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele geleistet und für eine faire Verteilung der Kosten gesorgt, erklärte Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD).

Finanziert werden soll dies - ähnlich wie bei der Ökostrom-Förderung - mit einer Umlage auf alle Verbraucher. Pro Jahr muss der Durchschnittshaushalt dafür mit rund zehn Euro mehr rechnen. Um den Anstieg für Privatverbraucher und Mittelstand zu dämpfen, sieht der Gesetzentwurf eine stärkere Kostenbeteiligung von Industrie-Großverbrauchern als bisher vor. Stromkostenintensive Betriebe müssen demnach 0,03 Cent Aufschlag pro Kilowattstunde aufwenden.

Bei der Kraft-Wärme-Kopplung wird die bei der Stromproduktion abfallende Wärme für die Industrie oder für die Heizungen von Haushalten in Ballungsräumen genutzt. Daher gilt die Technik als besonders effizient. Die Anlagen werden zudem überwiegend mit dem vergleichsweise teuren, aber klimafreundlichen Gas befeuert. Neue oder modernisierte KWK-Anlagen, die Kohle als Brennstoff verwenden, sollen künftig nicht mehr bezuschusst werden. Gas-Anlagen, die Kohle ersetzen, bekommen dafür einen Bonus.

brk/dpa/Reuters

Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 65 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
marbh 23.09.2015
1.
umweltfreundlichere KKW-Anlagen? Muss KWK heissen (nur zur Info!) sonst Kernkraft:-)
laxness 23.09.2015
2. die Kraft-Wärmekopplung
ist Blödsinn, denn durch das geringere Delta T sinkt der Winkungsgrad des Kraftwerks
specialsymbol 23.09.2015
3. Schon wieder eine Zulage
Unter dem Deckmäntelchen "Öko". Profitieren werden wieder die Konzerne die konventionelle Energie bereitstellen, während Ökostromanbieter erneut steigende Preise rechtfertigen dürfen.
karljosef 23.09.2015
4. Die unteren 50% der Bevölkerung wird jubeln
Zitat: "Finanziert werden soll dies - ähnlich wie bei der Ökostrom-Förderung - mit einer Umlage auf alle Verbraucher." Sie tragen gerne zur CO2-Reduzierung bei! Hoch lebe unsere Schwarze Null!
schamot 23.09.2015
5. faire Verteilung
Der Normalbüger hat dafür zu Zahlen. Typisches "Fairnesverständnis" von Gabriel.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.