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Kallasvuo dankt ab: Nokia holt Microsoft-Manager an die Spitze

Der Rücktritt kommt plötzlich, aber nicht überraschend: Nokia-Chef Olli-Pekka Kallasvuo dankt ab. Der Manager steht schon länger in der Kritik - er hat im Wettbewerb gegen Apple & Co. Fehler gemacht. Jetzt soll ein Microsoft-Manager den wankenden Handy-Riesen wieder konkurrenzfähig machen.

Nokia-Chef Olli-Pekka Kallasvuo: Rücktritt nach heftiger Kritik Zur Großansicht
REUTERS

Nokia-Chef Olli-Pekka Kallasvuo: Rücktritt nach heftiger Kritik

Espoo - Nokia bekommt einen neuen Chef. Der Microsoft-Manager Stephen Elop werde schon am 21. September das Ruder bei dem Handy-Konzern übernehmen, teilte Nokia am Freitag in Espoo mit. Die Aktie schoss nach Bekanntgabe der Personalie zum teil sechs Prozent im Plus.

In den vergangenen Monaten war immer wieder über einen Abgang des Vorstandsvorsitzenden Olli-Pekka Kallasvuo spekuliert worden. Er hatte es nicht geschafft, den Handy-Riesen auf dem Markt der intelligenten Handys (Smartphones) konkurrenzfähig zu machen.

Es sei an der Zeit, die Erneuerung des Unternehmens voranzutreiben, sagte Verwaltungsratschef Jorma Ollila. Elop habe die richtige Erfahrung und Führungskompetenz, um das ganze Potenzial von Nokia zu erschließen.

Kallasvuo werde bis zum 21. September zurücktreten und auch seine Aufgaben als Mitglied des Verwaltungsrates abgeben. Dem Gremium des gemeinsam mit dem Technologiekonzern Siemens geführten Netzausrüsters Nokia Siemens Networks bleibe er dagegen als nicht-geschäftsführendes Mitglied erhalten.

Die Finnen sind zwar immer noch nach Marktanteilen größter Handyhersteller weltweit, hatten aber in den vergangenen Monaten schwer zu kämpfen. Vor allem im lukrativen Smartphone-Geschäft hat Nokia den Anschluss an Konkurrenten wie Apple oder Blackberry-Hersteller Research in Motion verloren. Für zusätzlichen Druck sorgen Geräte mit dem Google-Betriebssystem Android.

Im Frühjahr hatte Nokia eine große Umstrukturierung angekündigt und eine eigene Abteilung für die sogenannten Smartphones gegründet. Damals musste bereits der bisherige Leiter der Handy-Sparte gehen.

Aufgrund seines Vertrags hat Kallasvuo Anspruch auf eine Abfindung von insgesamt rund 4,6 Millionen Euro. Zudem erhalte er eine Entschädigung im Gegenwert der ihm 2007 gewährten 100.000 limitierten Nokia-Aktien.

ssu/AFP/dpa

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1. NOKIA braucht die Blutgrätsche
dunham 10.09.2010
Zitat von sysopDer Rücktritt kommt plötzlich - aber nicht überraschend: Nokia-Chef Olli-Pekka Kallasvuo dankt ab. Der Manager steht schon länger in der Kritik - er im Wettbewerb gegen Apple & Co. Fehler gemacht. Jetzt soll ein Microsoft-Manager den wankenden Handy-Riesen wieder konkurrenzfähig machen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,716700,00.html
NOKIA braucht die Blutgrätsche. Ohne ein Modell mit Android und eines mit Windows Mobile wird Nokia keine Zukunft haben. Die ausgezeichnete Hardware der meisten Phones steht in keinem Verhältnis zu Symbian und seinen unfreundlichen Entwicklerwerkzeugen und dem ungeordneten Angebot an Apps. Als alter treuer Nokia-Fan habe ich jetzt ein Motorola Milestone bestellt. Das Milestone hält, was Nokia mit dem N97 versprochen hat. DH
2. Ms?
Robert Hut, 10.09.2010
Na, wenn die da mal nicht vom Regen in die Traufe kommen. 2020 macht Nokia wieder Gummistiefel, wetten?
3. Huch?
mustermannfrau, 10.09.2010
Zitat von sysopDer Rücktritt kommt plötzlich - aber nicht überraschend: Nokia-Chef Olli-Pekka Kallasvuo dankt ab. Der Manager steht schon länger in der Kritik - er im Wettbewerb gegen Apple & Co. Fehler gemacht. Jetzt soll ein Microsoft-Manager den wankenden Handy-Riesen wieder konkurrenzfähig machen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,716700,00.html
Wie jetzt? Nokia hat Fehler im Wettbewerb gegen Apple & Co. gemacht? Kann nicht sein - die Stiftung Warentest hat doch letztens zwei Nokia-Smartphones zu Testsiegern erklärt!
4. was ein Jammer
rideshare 10.09.2010
Nokia - welch ein verschwendetes Potential. Einen überwältigenden Marktanteil - vergeigt. Den perfekten Zukauf (Navteq) - verschenkt. Die richtigen Geschäftsideen (local based services) - leider nicht umgesetzt. Ein unüberschaubares Produkt-Sortiment wird flankiert von einem Hüh und Hott in Sachen Betriebs-Software. Dabei hätten sie nur ihr eigenes Konzept umsetzen müssen ("Empty Seats Travelling"). Dann wäre der Begriff Smartphone heute gleichbedeutend mit Nokia und sie bräuchten keine abgehalfterten Microsoft-Manager an Bord zu holen...
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