Mehrbelastung Kalte Progression kostet Steuerzahler offenbar 3,3 Milliarden Euro

Im Juni hat das Bundeskabinett milliardenschwere Steuerentlastungen beschlossen. In diesem Jahr wird die Belastung jedoch erst einmal steigen.

Euromünzen und Eurogeldscheine auf einer Gehaltsabrechnung
DPA

Euromünzen und Eurogeldscheine auf einer Gehaltsabrechnung


Die sogenannte kalte Progression belastet die Steuerzahler in diesem Jahr offenbar mit 3,3 Milliarden Euro. Das berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland unter Berufung auf den Entwurf des "Dritten Steuerprogressionsberichts" vom Bundesfinanzministerium.

Der Begriff kalte Progression bezeichnet den Effekt, bei dem wegen des progressiven Steuertarifs in Verbindung mit der InflationEinkommenssteigerungen aufgezehrt werden. Insbesondere mittlere und untere Einkommenwerden bei gering steigendem Einkommen so überproportional stark durch Steuernbelastet (lesen Sie hier, wie die kalte Progression funktioniert).

Dem Bericht zufolge sind in diesem Jahr rund 32 Millionen Steuerpflichtige betroffen, die durch die kalte Progression durchschnittlich 104 Euro verlören. Das sind 19 Euro mehr, als der "Zweite Steuerprogressionsbericht" Ende 2016 für das Jahr 2017 vorhersagte. Für das vergangene Jahr hatte das Finanzministerium damals mit einer Belastung von insgesamt 2,1 Milliarden Euro gerechnet.

Laut dem aktuellen Entwurf würde die Belastung im nächsten Jahr 3,8 Milliarden Euro betragen. Diese Effekte sollen jedoch nachträglich kompensiert werden. Im Juni hatte das Bundeskabinett dazu auf Initiative von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) Steuerentlastungen beschlossen. Durch Tarifänderungen sollen die Steuerzahler im nächsten Jahr um 2,2 Milliarden Euro und ab 2020 um weitere 2,1 Milliarden Euro entlastet werden. Steuerzahlern blieben so durchschnittlich vier bis elf Euro mehr im Monat.

kko/afp



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