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Kampf gegen die globale Krise Kürzen, klotzen, hoffen

Monteur in Görlitz: Klotzen gegen die Krise?Zur Großansicht
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Monteur in Görlitz: Klotzen gegen die Krise?

Spanien und Portugal - der König spart mit, Bangen um das Rating

Von Helene Zuber, Madrird

Spanien

Spanien gehört zu den großen Verlierern der Krise - weil der Wirtschaftsboom der vergangenen zehn Jahre fast ausschließlich vom Wohnungsbau und privaten Konsum befeuert wurde. Das Land hat deshalb besonders unter der globalen Krise und dem Zerplatzen der Immobilienblase gelitten. Im Dezember 2009 warnte die Rating-Agentur Standard & Poor's, sie könnte die Kreditwürdigkeit Spaniens erneut von jetzt AA+ herabstufen.

Bereits im Januar vor einem Jahr hatte Spanien die beste Note verloren - weil die Europäische Kommission schätzt, dass die Staatsverschuldung von 39,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts im Jahr 2008 Ende 2010 auf 66,3 Prozent des BIP angeschwollen sein wird. Das Haushaltsdefizit könnte dieses Jahr rund zehn Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) erreichen.

Dabei hatte Spanien mit dem wohl größten Konjunkturpaket der EU von über 50 Milliarden Euro versucht, die Folgen der Krise einzudämmen. So hebt Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero hervor, dass die Stützung des Bankensektors den öffentlichen Kassen 1,6 Millionen Gewinn eingebracht hätte. Der Staat sei für ein Viertel der Kredite an Familienunternehmen aufgekommen. Der sogenannte Plan E, Baumaßnahmen der Gemeinden und Regionalregierungen, habe eine halbe Million Arbeitsplätze geschaffen. So konnte die Arbeitslosigkeit gerade noch unter 20 Prozent gedrückt werden.

Weil die Regierung außerdem Hilfen beim Neuwagenkauf gewährte, sind im November 2009 die Zulassungen um 40 Prozent gestiegen. Darüber hinaus hat die Regierung dafür gesorgt, dass 40 Prozent der angefangenen Immobilienprojekte als Sozialwohnungen zur Verfügung gestellt werden.

Um all das zu finanzieren, sieht der neue Haushalt Steuererhöhungen vor. So soll die Mehrwertsteuer ab Juli auf 18 Prozent steigen, die Kapitalertragsteuer auf 21 Prozent. Hochbezahlte Ausländer, wie Spitzensportler, sollen künftig 43 statt wie bisher nur 24 Prozent Einkommensteuer leisten. Darüber hinaus wird allen Steuerzahlern die Vergünstigung von 400 Euro gestrichen.

Aber auch der Staat will sparen, sogar König Juan Carlos soll erstmals in der Geschichte des Landes keine höheren Bezüge als die 8,9 Millionen Euro von 2009 für die Repräsentationspflichten seiner Familie erhalten. Die öffentlichen Ausgaben sollen um 3,9 Prozent sinken und 185,24 Milliarden Euro betragen. 51,6 Prozent davon sind für soziale Belange bestimmt. Großer Verlierer sind das Umweltministerium, dessen Bezüge um 10,3 Prozent gekürzt werden, und das Ministerium für Wissenschaft, das 8,77 Prozent weniger erhält. Dabei hatte Zapatero im Herbst ein neues Modell für nachhaltiges Wachstum befürwortet, das sich gerade auf Forschung und Technologie und eine verbesserte Bildung stützen sollte.

Portugal

Auch für Portugal haben Ratingagenturen wie Fitch und Moody's zu Beginn des neuen Jahres erneut eine Warnung ausgesprochen. Sie könnten die im vergangenen Februar auf A+ gesenkte Qualifikation in den kommenden 12 bis 18 Monaten nochmals reduzieren. Denn auch in Portugal hat sich das Haushaltsdefizit im vergangenen Jahr auf acht Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) verdreifacht. Die Staatsverschuldung liegt damit bei 77 Prozent des BIP.

Erst vor Weihnachten hat die Regierung des Sozialisten José Sócrates einen Nachtragshaushalt von fast fünf Milliarden Euro durch das Parlament bringen müssen, weil die bewilligten Schulden von 10,1 Milliarden Euro überschritten wurden.

Da Sócrates bei den Wahlen im September die absolute Mehrheit eingebüßt hat, muss er für den kommenden Haushalt Bündnisse mit den Oppositionsparteien bemühen. Dabei wird die entscheidende Frage sein, ob das Land sich tatsächlich zu einem Sparkurs durchringen kann - vor der Wahl hat man sich vor den notwendigen harten Einschnitten gescheut.

Jetzt aber ist etwa der Streik der Lehrer, der die sozialistische Regierung monatelang lähmte durch Zugeständnisse beigelegt worden und es wird wieder diskutiert, den aufgeblähten Beamtenapparat zu reduzieren und unnötige Dienstleistungen einzustellen. Auch die Löhne und Gehälter im öffentlichen Dienst sollen eingefroren werden.

Die Krise hat das stark exportorientierte Land umso härter getroffen, da das Mitte-links-Kabinett von Sócrates gerade erst durch strenge Maßnahmen das Haushaltsdefizit, das 2005 - als er an die Regierung kam - noch 6,1 Prozent des BIP ausgemacht hatte, auf 2,6 Prozent im Jahr 2007 mehr als halbiert hatte.

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insgesamt 65 Beiträge
Baikal 24.01.2010
Neue Konjunkturpakete nützen nichts, wenn die Metadaten bleiben: Sowohl die Verteilung der Arbeit als auch der Einkommen dürfen nicht so bleiben. Technologischer Fortschritt bedeutet Rationalisierung und damit den Ausschluß [...]
Zitat von sysopWirtschaft und Politik stehen vor existentiellen Fragen, die über die Zukunft der globalen Ökonomie entscheiden: mehr Schulden oder strikter sparen? Neue Konjunkturpakete oder Rückzug des Staates? Europa, Asien und die USA sind sich uneinig - SPIEGEL-ONLINE-Korrespondenten analysieren die Krisenstrategien. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,672958,00.html
Neue Konjunkturpakete nützen nichts, wenn die Metadaten bleiben: Sowohl die Verteilung der Arbeit als auch der Einkommen dürfen nicht so bleiben. Technologischer Fortschritt bedeutet Rationalisierung und damit den Ausschluß großer Bevölkerungsteile aus der Erwerbsarbeit, die schiefe Einkommensverteilung allein schon über den Zinseffekt die weitere Kapitalakkumulation. Ökonomisch notwenige Institutionen wie die der Kapitalsammelstellen sind zu verstaatlichen.
snurdlebug 24.01.2010
Frueher haben wir oft die Nase vorn gehabt weil wir besser waren. Das "besser sein" laesst sich nicht auf die Dauer durchhalten wo Wissen ueberall gleichmaessig verfuegbar ist. Wie kann man z.B. in Deutschland noch [...]
Frueher haben wir oft die Nase vorn gehabt weil wir besser waren. Das "besser sein" laesst sich nicht auf die Dauer durchhalten wo Wissen ueberall gleichmaessig verfuegbar ist. Wie kann man z.B. in Deutschland noch irgendwas konkurrenzfaehig produzieren, wenn die Chinesen genauso schlau werden und ebenso effektiv arbeiten , nur dass sie ein Zehntel der Lohnkosten haben?
volkmargrombein 24.01.2010
Auf der einen Seite hat man die Geschichte der Weltwirtschaftskrise aus den zwanziger Jahren, die Millionen von Menschen in Verarmung und Verwahrlosung getrieben hat, mit den bekannten Folgen für die ganze Welt. Andererseits [...]
Zitat von sysopWirtschaft und Politik stehen vor existentiellen Fragen, die über die Zukunft der globalen Ökonomie entscheiden: mehr Schulden oder strikter sparen? Neue Konjunkturpakete oder Rückzug des Staates? Europa, Asien und die USA sind sich uneinig - SPIEGEL-ONLINE-Korrespondenten analysieren die Krisenstrategien. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,672958,00.html
Auf der einen Seite hat man die Geschichte der Weltwirtschaftskrise aus den zwanziger Jahren, die Millionen von Menschen in Verarmung und Verwahrlosung getrieben hat, mit den bekannten Folgen für die ganze Welt. Andererseits gibt es Kreise, die die von ihnen selbst herbei geführte Krise nutzen, um eine neue Blase zu erzeugen und daran heftigst mit zu verdienen. Diese Klientel hat sich inzwischen als skrupellos und lern unfähig selbst disqualifiziert. Auch dies wieder auf Kosten der Bürger. So stehen die Politiker unter dem Druck der Angebots - und Nachfrage- orientierten Politik. Die sogenannten Wirtschaftswissenschaftler streiten sich derweil fleißig über den richtigen Weg. Und da sie nicht wirklich Wissenschaftler sind, ist sehr viel Ideologie, sprich Interessenpolitik im Spiel. Es gibt kein Patentrezept, wie uns diverse Figuren vorgaukeln wollen. Und die Rezepte, die das Desaster herbeigeführt haben, werden von einigen wieder als Heilsbringer angepriesen. Es fehlt demnach an wirklichen Fachleuten, die unabhängig arbeiten. Hinzu kommen höchst eigennützige Staatsinteressen. Als wäre das nicht schon genug, besteht latent vielerorts die Gefahr von Unruhen, die in blutige Katastrophen ausarten könnten. Somit ist viel Fingerspitzengefühl und höchste Intelligenz erforderlich, um ein Krisenmanagement der besonderen Art zu bewerkstelligen! Somit besteht die Notwendigkeit, viele internationale Gespräche zu führen um Staaten politisch und wirtschaftlich stabil zu halten und man muss mit allem Nachdruck die Lobbyisten von den Entscheidungsebenen fern zu halten!
llothar 24.01.2010
Kürzen ist die Lösung. Und zwar diese Ökonomen und Politiker um eine Kopflänge kürzen die immer noch nicht begriffen haben das wir ein System ohne Wachstum und ohne Wachstumbeschleunigung brauchen. Das Industriezeitalter [...]
Kürzen ist die Lösung. Und zwar diese Ökonomen und Politiker um eine Kopflänge kürzen die immer noch nicht begriffen haben das wir ein System ohne Wachstum und ohne Wachstumbeschleunigung brauchen. Das Industriezeitalter neigt sich dem Peak Stadium entgegen. Schrumpfende billige Energie und Rohstoffe werden ihr übriges tun. Jetzt heisst es teilen, nicht besitzen.
nemansisab 24.01.2010
Und? Mein Jahreseinkommen ist schon gekürzt. Das Klotzen habe ich in Anbetracht der Tatsache, dass ich meine Gesundheit erhalten und nicht in ein Burnout geraten will, eingestellt. Reiner Selbsterhaltungstrieb, weil mein [...]
Zitat von sysopWirtschaft und Politik stehen vor existentiellen Fragen, die über die Zukunft der globalen Ökonomie entscheiden: mehr Schulden oder strikter sparen? Neue Konjunkturpakete oder Rückzug des Staates? Europa, Asien und die USA sind sich uneinig - SPIEGEL-ONLINE-Korrespondenten analysieren die Krisenstrategien. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,672958,00.html
Und? Mein Jahreseinkommen ist schon gekürzt. Das Klotzen habe ich in Anbetracht der Tatsache, dass ich meine Gesundheit erhalten und nicht in ein Burnout geraten will, eingestellt. Reiner Selbsterhaltungstrieb, weil mein Arbeitgeber seiner Fürsorgepflicht nicht mal ansatzweise nachkommt. Dann hoffe ich mal ne Runde......
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