Kampf gegen die globale Krise Kürzen, klotzen, hoffen

Wirtschaft und Politik stehen vor existentiellen Fragen, die über die Zukunft der globalen Ökonomie entscheiden: mehr Schulden oder strikter sparen? Neue Konjunkturpakete oder Rückzug des Staates? Europa, Asien und die USA sind sich uneinig - SPIEGEL-ONLINE-Korrespondenten analysieren die Krisenstrategien.

Monteur in Görlitz: Klotzen gegen die Krise?
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Monteur in Görlitz: Klotzen gegen die Krise?


Hamburg - Es klang fast ein wenig hilflos, als Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Haushaltsdebatte ihre finanzpolitische Zukunftsstrategie skizzierte: Sie wolle die Wirtschafts- und Finanzkrise mit "neuem Denken" überwinden, sagte die CDU-Politikerin - und erntete dafür höhnische Kommentare von Seiten der Opposition. SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier sprach von "politischem Totalversagen", Grünen-Fraktionschefin Renate Künast bemängelte ein fehlendes Zukunftskonzept.

Kein Wunder, bei einer Rekord-Neuverschuldung von fast 86 Milliarden Euro im Haushalt 2010 hören sich die wolkigen Worte der Kanzlerin nicht nach handfestem Krisenmanagement an. Doch klar ist: Angesichts der schweren Wirtschaftsflaute fehlen auch der Opposition die Rezepte. Zwar mäkeln SPD und Co. an Merkels Plänen herum, die mit Steuersenkungen Wachstum schaffen will. Die eigenen Konzepte aber scheinen nicht viel mehr Aussicht auf Erfolg zu haben.

So wie Deutschland geht es vielen Industrie- und Schwellenländern: Sie kämpfen mit den finanziellen Folgen der Bankenkrise; sie suchen nach Wegen, um die malade Konjunktur anzukurbeln; sie hadern mit Haushaltslöchern und steigender Arbeitslosigkeit.

Jede Regierung sucht nun nach der geeigneten Strategie gegen den Absturz. SPIEGEL ONLINE zeigt, mit welchen Mitteln Regierungen in Europa, Asien und Amerika die größte globale Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten bekämpfen:

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Baikal 24.01.2010
1. Keine Freiheit für die Möwenpick-Mafia
Zitat von sysopWirtschaft und Politik stehen vor existentiellen Fragen, die über die Zukunft der globalen Ökonomie entscheiden: mehr Schulden oder strikter sparen? Neue Konjunkturpakete oder Rückzug des Staates? Europa, Asien und die USA sind sich uneinig - SPIEGEL-ONLINE-Korrespondenten analysieren die Krisenstrategien. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,672958,00.html
Neue Konjunkturpakete nützen nichts, wenn die Metadaten bleiben: Sowohl die Verteilung der Arbeit als auch der Einkommen dürfen nicht so bleiben. Technologischer Fortschritt bedeutet Rationalisierung und damit den Ausschluß großer Bevölkerungsteile aus der Erwerbsarbeit, die schiefe Einkommensverteilung allein schon über den Zinseffekt die weitere Kapitalakkumulation. Ökonomisch notwenige Institutionen wie die der Kapitalsammelstellen sind zu verstaatlichen.
snurdlebug 24.01.2010
2. Global geht nicht
Frueher haben wir oft die Nase vorn gehabt weil wir besser waren. Das "besser sein" laesst sich nicht auf die Dauer durchhalten wo Wissen ueberall gleichmaessig verfuegbar ist. Wie kann man z.B. in Deutschland noch irgendwas konkurrenzfaehig produzieren, wenn die Chinesen genauso schlau werden und ebenso effektiv arbeiten , nur dass sie ein Zehntel der Lohnkosten haben?
volkmargrombein 24.01.2010
3. Kampf gegen die globale Krise: Kürzen, klotzen,
Zitat von sysopWirtschaft und Politik stehen vor existentiellen Fragen, die über die Zukunft der globalen Ökonomie entscheiden: mehr Schulden oder strikter sparen? Neue Konjunkturpakete oder Rückzug des Staates? Europa, Asien und die USA sind sich uneinig - SPIEGEL-ONLINE-Korrespondenten analysieren die Krisenstrategien. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,672958,00.html
Auf der einen Seite hat man die Geschichte der Weltwirtschaftskrise aus den zwanziger Jahren, die Millionen von Menschen in Verarmung und Verwahrlosung getrieben hat, mit den bekannten Folgen für die ganze Welt. Andererseits gibt es Kreise, die die von ihnen selbst herbei geführte Krise nutzen, um eine neue Blase zu erzeugen und daran heftigst mit zu verdienen. Diese Klientel hat sich inzwischen als skrupellos und lern unfähig selbst disqualifiziert. Auch dies wieder auf Kosten der Bürger. So stehen die Politiker unter dem Druck der Angebots - und Nachfrage- orientierten Politik. Die sogenannten Wirtschaftswissenschaftler streiten sich derweil fleißig über den richtigen Weg. Und da sie nicht wirklich Wissenschaftler sind, ist sehr viel Ideologie, sprich Interessenpolitik im Spiel. Es gibt kein Patentrezept, wie uns diverse Figuren vorgaukeln wollen. Und die Rezepte, die das Desaster herbeigeführt haben, werden von einigen wieder als Heilsbringer angepriesen. Es fehlt demnach an wirklichen Fachleuten, die unabhängig arbeiten. Hinzu kommen höchst eigennützige Staatsinteressen. Als wäre das nicht schon genug, besteht latent vielerorts die Gefahr von Unruhen, die in blutige Katastrophen ausarten könnten. Somit ist viel Fingerspitzengefühl und höchste Intelligenz erforderlich, um ein Krisenmanagement der besonderen Art zu bewerkstelligen! Somit besteht die Notwendigkeit, viele internationale Gespräche zu führen um Staaten politisch und wirtschaftlich stabil zu halten und man muss mit allem Nachdruck die Lobbyisten von den Entscheidungsebenen fern zu halten!
llothar 24.01.2010
4. Kürzen
Kürzen ist die Lösung. Und zwar diese Ökonomen und Politiker um eine Kopflänge kürzen die immer noch nicht begriffen haben das wir ein System ohne Wachstum und ohne Wachstumbeschleunigung brauchen. Das Industriezeitalter neigt sich dem Peak Stadium entgegen. Schrumpfende billige Energie und Rohstoffe werden ihr übriges tun. Jetzt heisst es teilen, nicht besitzen.
nemansisab, 24.01.2010
5. Kürzen, klotzen, hoffen
Zitat von sysopWirtschaft und Politik stehen vor existentiellen Fragen, die über die Zukunft der globalen Ökonomie entscheiden: mehr Schulden oder strikter sparen? Neue Konjunkturpakete oder Rückzug des Staates? Europa, Asien und die USA sind sich uneinig - SPIEGEL-ONLINE-Korrespondenten analysieren die Krisenstrategien. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,672958,00.html
Und? Mein Jahreseinkommen ist schon gekürzt. Das Klotzen habe ich in Anbetracht der Tatsache, dass ich meine Gesundheit erhalten und nicht in ein Burnout geraten will, eingestellt. Reiner Selbsterhaltungstrieb, weil mein Arbeitgeber seiner Fürsorgepflicht nicht mal ansatzweise nachkommt. Dann hoffe ich mal ne Runde......
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