Kampf gegen Schulden: Portugal trimmt Arbeitsmarkt auf Wettbewerb

Portugal macht ernst: Die Regierung reformiert den Arbeitsmarkt, schafft Feiertage ab, kürzt Gelder für Erwerbslose. Die Maßnahmen gelten als wichtiger Schritt im Kampf gegen die Schuldenkrise. Gewerkschafter sind entsetzt - und sprechen von einer "Rückkehr zum Feudalismus".

Lissabon - Portugal kämpft gegen die Schuldenkrise: Die hat Regierung mit Unternehmerverbänden und kleineren Gewerkschaften ein Abkommen über tiefgreifende Arbeitsmarktreformen unterzeichnet. Die erzielte Vereinbarung sei "ehrgeiziger, innovativer und kühner" als die mit den internationalen Geldgebern vereinbarten Reformziele, sagte der liberal-konservative Ministerpräsident Pedro Passos Coelho am Mittwoch nach der Unterzeichnungszeremonie in Lissabon. Passos sprach von einem "historischen Tag" für das ärmste Land Westeuropas.

Der größte Gewerkschaftsdachverband des Landes, der rund 800.000 Mitglieder starke CGTP, unterzeichnete das Abkommen allerdings nicht. Die angestrebten Reformen stellten "eine Rückkehr zum Feudalismus" dar, klagte der Verband. Das Abkommen, das unter anderem Entlassungen erleichtert, drei Feiertage abschafft, das Arbeitslosengeld, Zahlungen für Überstunden und Abfindungen kürzt und auch die Höchsturlaubsdauer von 25 auf 22 Tage pro Jahr reduziert, wurde auch von der Opposition als sozial ungerecht zurückgewiesen.

Als Gegenleistung für das 78 Milliarden Euro schwere Hilfspaket der EU und des Internationalen Währungsfonds (IWF) hat sich Portugal verpflichtet, das Haushaltsdefizit rasch zu senken.

ssu/dpa

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1. heuchlerische Gewerkschaften
CHANGE-WECHSEL 18.01.2012
Zitat von sysopPortugal macht ernst: Die Regierung reformiert den Arbeitsmarkt, schafft Feiertage ab, kürzt Gelder für Erwerbslose. Die Maßnahmen gelten als wichtiger Schritt im Kampf gegen die Schuldenkrise. Gewerkschaftler sind entsetzt - und sprechen von einer "Rückkehr zum Feudalismus". Kampf gegen Schulden: Portugal trimmt Arbeitsmarkt auf Wettbewerb - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,809952,00.html)
Die heuchlerischen Gewerkschaften haben doch all die Jahrzehnte dazu beigetragen, dass die Arbeitgeber und Geldadligen wieder den Feudalismus einführen konnten. Wo bleibt der Wettbewerb für die Arbeitgeber und Geldadligen? Die ersaufen langsam in ihrer Dekadenz und ihrem Geld? Warum gehen eigentlich die Feudaldamen und Feudalherren nicht arbeiten? Die Gewerkschaften und selbsternannten Gewerkschaftsvertreter sind doch alle gekauft. Sie habe geholfen den Feudalismus einzuführen!
2. Verkehrt
caecilia_metella 18.01.2012
Arbeit billiger machen heißt Arbeit entwerten. Die Qualität der Arbeit wird dadurch nicht besser. Und Zeit noch mehr beschleunigen grenzt heute schon an Selbstmord.
3. Wie ist das wohl in Portugal ?
DerNachfrager 18.01.2012
Lassen sie mich mal raten: Die "großen Gewerkschaften" vertreten eine Feudalelite von hochbezahlten, unkündbaren und stinkfaulen Festangestellten, die sie als "Arbeitnehmerschaft" bezeichnet. Die sind zwar längst in der Minderheit, aber sie haben genug Besitzstände zu verteidigen, um sich eine riesige Gewerkschaft zu leisten. Derweil wird die Arbeit von Leiharbeitern und anderen Lohnsklaven erledigt, denen man keine Rechte beschneiden kann, die sie sowieso nicht haben. Höchsturlaub ? Kündigungsschutz ? Betriebsrat ? Wie konnte es wohl dazu kommen ? Keine Ahnung, die Genossen waren da wohl gerade mit dem alten VW-Betriebsrat auf einer Dienstreise...
4.
Rainer Helmbrecht 18.01.2012
Zitat von caecilia_metellaArbeit billiger machen heißt Arbeit entwerten. Die Qualität der Arbeit wird dadurch nicht besser. Und Zeit noch mehr beschleunigen grenzt heute schon an Selbstmord.
Irgendwie stimmt etwas nicht mit den Wirtschaftswissenschaftlern. Sie verorten die Lösung der Probleme in der Finanzwelt, im Kapital, in der Forschung, im Fleiß der Unternehmer, in der Intelligenz der Politiker, in der unmäßigen Bevölkerung, die immer nur Haben will, aber wenn die Kacke wirklich am Dampfen ist, dann müssen die blöden Arbeiter einfach auf ihren ohnehin kargen Lohn verzichten und mehr arbeiten. Im selben Moment wird eine Volkswirtschaft gerettet und die Politiker haben gute Arbeit geleistet, vielleicht ist das Problem richtig beschrieben, wenn man sagt, wer selber arbeitet, verliert den Überblick. Wenn das arbeitende Volk nicht den Überblick verlieren würde, hätten wir uns der Blutsauger der Führung, aus Wirtschaft und Kapital entzogen. All dieser Spinner, die uns einreden, dass sie 16 bis 18 Std/Tag für das Volk arbeiten. MfG. Rainer
5.
pedronho 18.01.2012
Zitat von CHANGE-WECHSELDie heuchlerischen Gewerkschaften haben doch all die Jahrzehnte dazu beigetragen, dass die Arbeitgeber und Geldadligen wieder den Feudalismus einführen konnten. Wo bleibt der Wettbewerb für die Arbeitgeber und Geldadligen? Die ersaufen langsam in ihrer Dekadenz und ihrem Geld? Warum gehen eigentlich die Feudaldamen und Feudalherren nicht arbeiten? Die Gewerkschaften und selbsternannten Gewerkschaftsvertreter sind doch alle gekauft. Sie habe geholfen den Feudalismus einzuführen!
Warum sollten diese Leute arbeiten gehen? Sie haben doch schon immer nur auf Kosten anderer gut gelebt. Die großen Eroberer haben doch nichts anderes vollbracht, als den Großteil der Urbewohner zu töten, zu versklaven und die Kolonien auszubeuten. Ist doch nur eine willkommene Weiterführung ihres alten Prinzips, nun die Segnungen der EU zu genießen und die in den Rachen geworfenen Gelder ( mehr als 150 Mrd. € ) zu verprassen. Wer jemals glaubt, dieser kaputte Staat mit der höchsten EU-Quote Selbständiger ( die durchweg keine Steuern zahlen ) könne einmal EU-Mitglied ohne Unterstützung durch Länderausgleichs-Milliarden sein, kennt die portugiesische Mentalität nicht....Bei allem Respekt, selbst die wenigsten Akademiker hier beherrschen auch nur die Grundrechenarten... Na ja, kleines Land, wenig Bevölkerung noch kleineres Bruttosozialprodukt.....eigentlich alles nur pea nuts für überzeugte Europäer....
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