Kampf um Rohstoffe: China droht Indien wegen Ölgeschäft

China und Indien sind die Großmächte Asiens - und Konkurrenten im Kampf um Rohstoffe. Nun droht ihr Streit zu eskalieren: Ein Ölgeschäft der Inder mit Vietnam erzürnt die Führung in Peking.

Chinesische Ölplattform: Peking liegt im Wettlauf um die Rohstoffe vorn Zur Großansicht
REUTERS / China Newsphoto

Chinesische Ölplattform: Peking liegt im Wettlauf um die Rohstoffe vorn

Peking - So deutlich werden die Herren in Peking selten: "Indiens Energiepolitik gerät in einen extrem gefährlichen Strudel", schreibt die Parteipostille "China Energy News", ein Sprachrohr der chinesischen Regierung. Die Inder sollten schnellstmöglich aus dem Meer verschwinden. Sie spielten dort mit dem Feuer. Das klingt wie eine handfeste Drohung und dürfte auch genau so gemeint sein.

Auslöser des Ärgers ist eine Kooperation zwischen Indien und Vietnam bei der Förderung von Öl im umstrittenen Südchinesischen Meer. Am Mittwoch hatte der indische Staatskonzern Oil and Natural Gas bekanntgegeben, mit PetroVietnam bei der Erkundung neuer Ölfelder zusammenzuarbeiten - für die Chinesen ein nicht hinnehmbarer Affront.

China und Vietnam streiten sich seit langem um Teile des Südchinesischen Meeres. Immer wieder kommt es zu militärischen Drohgebärden. Dahinter stecken auch wirtschaftliche Interessen: Unter dem Meeresboden liegen gewaltige Öl- und Gasvorkommen, die bisher wegen der Grenzstreitigkeiten noch nicht ausgebeutet wurden. Auch die Philippinen, Brunei, Malaysia und Taiwan erheben Ansprüche.

Dass nun ausgerechnet Indien in einer solch umstrittenen Region nach Öl bohrt, ist für die Regierung in Peking ein schwerer Schlag. Schließlich sind die Inder die härteste Konkurrenz der Chinesen, wenn es um die ökonomische Vorherrschaft in der Region geht.

Der Rohstoffhunger der beiden aufstrebenden Volkswirtschaften ist gigantisch. Sie brauchen Öl, Gas, aber auch die besonders begehrten Seltenen Erden, um ihr rasantes Wachstumstempo aufrechtzuerhalten.

China versucht deshalb bereits seit Jahren sich über seinen Staatsfonds China Investment Corporation (CIC) wichtige Rohstoffquellen zu sichern - in Asien, aber zum Beispiel auch in Afrika. Zuletzt ist auch Indien in das Rennen eingestiegen. Nach Medienberichten bereitet das Land die Gründung eines eigenen Staatsfonds vor, der ebenfalls international investieren könnte.

stk/Reuters

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insgesamt 69 Beiträge
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1. gut so
systemfeind 16.10.2011
Zitat von sysopChina und Indien sind die Großmächte Asiens - und Konkurrenten im Kampf um Rohstoffe. Nun droht*ihr Streit zu eskalieren: Ein Öl-Geschäft der Inder mit Vietnam erzürnt die Führung in Peking. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,792067,00.html
Endlich beginnt der lange Krieg um die letzten Ölbestände.
2. Endlich Krieg??
tobi_g 16.10.2011
Zitat von systemfeindEndlich beginnt ... Krieg ...
Hören Sie sich mal selbst zu. Wenn Sie Krieg so toll finden, gehen Sie doch nach Afghanistan - und wenn die Welt für Sie ach so furchtbar ist, wüsste ich auch eine Lösung.
3. Werbung
vitalik 16.10.2011
Sowas blüht doch allen Ländern in absehbarer Zukunft.
4. alles Gute
partey 16.10.2011
Zitat von systemfeindEndlich beginnt der lange Krieg um die letzten Ölbestände.
Ich bin auch froh, dass es endlich losgeht. Vermieden werden konnte es ja nicht, und nun hat das bange Warten ein Ende. In ein paar Jahren werden wir sehen wie das alles ausgegangen ist. Solange wünsche ich allen Spon-Foristen, Lesern und allen anderen Menschen viel Glück. Lasst euch auch in den jetzt kommenden Zeiten größter Not nicht eure Menschlichkeit und eure Zuversicht rauben. Bleibt fair und anständig, selbst der schlimmste Hunger geht auf die ein oder andere Weise vorbei. Wichtig ist nur mit erhobenem Haupt bis zum Ende zu gehen. Es werden gewiss genug überleben um noch einmal von vorn anzufangen. Viel Glück und alles Gute !
5. ooch...
systemfeind 16.10.2011
Zitat von tobi_gHören Sie sich mal selbst zu. Wenn Sie Krieg so toll finden, gehen Sie doch nach Afghanistan - und wenn die Welt für Sie ach so furchtbar ist, wüsste ich auch eine Lösung.
Warum soll ich jetzt nach Afghanistan gehen ? Also ich würde mit der Flugbereitschaft hinfliegen - so wie der Wulff . Der kommende ( seit langer Zeit absehbare ) Konflikt zwischen China und den usa ( bzw. seinen Stellvertretern ) erfreut mein Herz . Die Geschmäcker sind eben verschieden . Die Amerikaner haben sich verzettelt , wenn der Chinese seine Ölversorgung gefährdet sieht wird es für Indien eng .
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Knappe Rohstoffe: Diesen Branchen drohen Engpässe

Der chinesische Staatsfonds CIC
Der Auftrag
Der chinesische Staatsfonds CIC wurde gegründet, um die enormen Devisenreserven des Landes anzulegen. Insgesamt verfügt China über Devisen im Wert von mehr als drei Billionen Dollar - es sind die größten Reserven der Welt. Offiziell nahm die CIC (China Investment Corporation) die Arbeit Ende September 2007 auf. Der Fonds verfügt mittlerweile über ein geschätztes Kapital von 200 bis 300 Milliarden Dollar. Das Ziel des Fonds ist eine möglichst hohe Rendite. Pro Tag muss der Fonds mindestens 44 Millionen Dollar verdienen, um die Anleihen zu bedienen, die zu seiner Finanzierung ausgegeben wurden. Politischer Einfluss scheint dagegen nicht an erster Stelle zu stehen. Bislang zumindest erwiesen sich die Sorgen westlicher Regierungen als nicht begründet.
Die Mittel
Vom Gesamtkapital des Fonds steht nur etwa die Hälfte für Auslandsinvestitionen zur Verfügung, die andere Hälfte soll inländischen Unternehmen, vor allem den staatlichen Banken, zugute kommen. Allein 67 Milliarden Dollar wurden dazu genutzt, Central Huijin zu kaufen, einen Investment-Arm der chinesischen Zentralbank, der Anteile an Chinas größten Geldhäusern hält. CIC-Chef Lou Jiwei sagte, sein Fonds wolle zur Stabilisierung der globalen Märkte beitragen - ebenso wie andere Staatsfonds, die sich ebenfalls an großen Banken beteiligt haben, als diese in den Strudel der Hypothekenkrise gerieten.
Die Investitionen
In seiner ersten Investition kaufte der Fonds knapp zehn Prozent an der US-Beteiligungsgesellschaft Blackstone für drei Milliarden Dollar. Dieser Anteil hat seit dem Einstieg der CIC im Juni 2007 rund 60 Prozent an Wert eingebüßt, da der Kurs der Aktien stark gefallen ist. Einige Monate später stieg die CIC auch bei Morgan Stanley ein. Für den 9,9-Prozent-Anteil an der US-Investmentbank zahlte sie fünf Milliarden Dollar. Auch bei dieser wohl größten Einzelinvestition verlor die CIC einen Milliardenbetrag. Mittlerweile investiert der Staatsfonds bevorzugt in den weltweiten Rohstoffmärkten, etwa in Indonesien, Russland, Kanada oder Kasachstan. Doch auch eine Beteiligung am deutschen Autobauer Daimler wurde geprüft.

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