Berlin - Über Jahre sind die Kosten für Medikamente immer weiter gestiegen. Dass sich dieser Trend umkehrt, ist noch nicht ausgemacht. Aber 2011 haben die gesetzlichen Krankenkassen zumindest einmal weniger für Medikamente ausgegeben als noch 2010. Die Arzneimittelausgaben seien um rund 1,2 Milliarden Euro auf rund 29 Milliarden Euro zurückgegangen, teilte der Verband Forschender Arzneimittelhersteller (VFA) am Montag mit.
Grund seien vor allem die gesunkenen Arzneimittelpreise. So sind den Angaben zufolge etwa zwei Drittel dieser Absenkung auf die Steigerung der gesetzlich verordneten Rabatte zurückzuführen. Zu etwa einem Drittel haben demnach Preissenkungen der Hersteller, teilweise im Rahmen von Rabattverträgen, die Kosten reduziert.
VFA-Hauptgeschäftsführerin Birgit Fischer verwies darauf, dass der Gesetzgeber bei den Arzneimittelpreisen massiv eingegriffen habe. Angesichts des schärferen Wettbewerbs warnte Fischer vor weiteren gesetzlichen Eingriffen. Die Fortschritte bei der Versorgung der Patienten würden dadurch gefährdet. "Die Grenze, bis wann Arzneimittelpreise für die Hersteller noch wirtschaftlich sind, um an weiteren dringend benötigten Arzneimitteln zu forschen, ist erreicht", so die Verbandschefin.
Der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) kritisierte die Angaben der Pharmalobby und verwies auf gestiegene Arzneimittelausgaben im laufenden Jahr. Im ersten Halbjahr habe der Anstieg 3,5 Prozent betragen, teilte der Verband mit. "Wenn das so weiter geht, werden sich die Mehrausgaben in diesem Jahr auf eine Milliarde Euro summieren. Wer heute über die Kosten spricht, sollte nicht das vergangene Jahr betonen, sondern die Gegenwart", sagte Verbandssprecher Florian Lanz.
cte/dapd/Reuters
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