Wirtschaft


Kritik der Bundesregierung: Kassenärzte-Chef knickt im Gehaltsstreit ein

350.000 Euro sollte Ärztechef Köhler als Jahresgehalt kassieren - zu viel fand Gesundheitsminister Bahr und drang auf eine Senkung: Jetzt einigten sich beide. Auch ein drohender Gerichtsstreit ist damit wohl passé.

KBV-Chef Köhler: "Verzerrte Diskussion"Zur Großansicht
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KBV-Chef Köhler: "Verzerrte Diskussion"

Berlin - Wochenlang herrschte dicke Luft zwischen Andreas Köhler und Daniel Bahr. Nun kommt der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) dem Gesundheitsminister entgegen. Die "verzerrte Diskussion" der vergangenen Wochen belaste die Sacharbeit, sage Köhler am Dienstag. "Sie widerspricht auch meinem Verständnis von der Wahrnehmung meines Amtes und schadet auf Dauer den Interessen der Ärzteschaft und der Institution KBV."

Das Bundesgesundheitsministerium hatte sich dagegen gewandt, dass Köhlers Gehalt Mitte vergangenen Jahres um 90.000 Euro auf 350.000 Euro im Jahr aufgestockt wurde. Die Verträge genügten den Grundsätzen von Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit nicht, hieß es zur Begründung. Als Rechtsaufsicht drohte das Ministerium damit, einen Verpflichtungsbescheid zu erlassen, gegen den wiederum die KBV gerichtliche Schritte hätte einleiten können.

Köhler teilte nun mit, er sei dem Ministerium bei der Frage der Gestaltung seines Arbeitsvertrags entgegengekommen. Die Vorsitzenden der Vertreterversammlung habe er gebeten, kurzfristig entsprechende Änderungen am Vertrag vorzunehmen. Details nannte er nicht. "Wir sind auf dem Weg zu einer sachgerechten Lösung", sagte ein Sprecher Bahrs der Nachrichtenagentur dpa.

Das "Handelsblatt" berichtete unter Berufung auf Regierungskreise, Köhler sei nicht nur bereit, sein Jahresgehalt zu senken. Auch die auf 91 Prozent dieser Vergütung hochgeschraubten Versorgungsansprüche sollten wieder auf den alten Stand vor der Erhöhung von 78 Prozent zurückgeführt werden. Außerdem verzichte Köhler auf den Anspruch, sich bei vorzeitiger Auflösung seines Vertrages die Bezüge für die gesamte Laufzeit auszahlen zu lassen, berichtete die Zeitung. "Dieser Kompromiss schafft eine gute Basis für die weitere Zusammenarbeit", sagte der CDU-Gesundheitsexperte Jens Spahn.

yes/Reuters

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insgesamt 23 Beiträge
riffelblech 27.03.2012
als altgedienter Kassenarzt sehe ich mit entsetzen die gleiche abzockementalität der " kassenfürsten" wie vor zehn jahren,die "herde der Schafe " hat es nicht gelernt ihr wölfe in die wüste zu schicken,die [...]
Zitat von sysop350.000 Euro sollte Ärztechef Köhler als Jahresgehalt kassieren - zu viel fand Gesundheitsminister Bahr und drang auf eine Senkung: Jetzt einigten sich beide. Auch ein drohender Gerichtsstreit ist damit passé. Kritik der Bundesregierung: Kassenärzte-Chef knickt im Gehaltsstreit ein - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,824135,00.html)
als altgedienter Kassenarzt sehe ich mit entsetzen die gleiche abzockementalität der " kassenfürsten" wie vor zehn jahren,die "herde der Schafe " hat es nicht gelernt ihr wölfe in die wüste zu schicken,die KBV und die KVen sind Disziplinierungs und gängeleinrichtungen der niedergelassen kassenärzte und selbstbedienungsläden einer großen reihe von kassenfunktionären, die in der tätigkeit ein super bezahltes zubrot zu ihrer eigentglichen arbeit sehen,das sie die eigene saat auffressen ,hat sich leider offensichtlich noch nicht rumgesprochen,dieses system gehört abgeschafft und die funktionäre wieder an ihren arbeitsplatz,aber die feigheit der deutschen ärzte ist wohl mit nichts zu über treffen,macht euch doch endlich frei von diesen blutegeln
schnitti23 27.03.2012
Ab einer bestimmten Gehaltsklasse verlieren sie den Kontakt zur Realität. Dann nimmt die Selbstbedienung überhand, welche man mit allerlei Begründungen versieht. Das ist ein typischer Fall, an dem Deutschland krankt. Ein [...]
Ab einer bestimmten Gehaltsklasse verlieren sie den Kontakt zur Realität. Dann nimmt die Selbstbedienung überhand, welche man mit allerlei Begründungen versieht. Das ist ein typischer Fall, an dem Deutschland krankt. Ein Funktionär, von den Beitragszahlern bezahlt, entblödet sich nicht, sich in einer unverschämten Art und Weise zu bereichern. Solche Selbstbedienungsleute gehören ins Gefängnis! Allein die Erhöhung von 90 000 Euro ist schwindelerregend. 90% aller Arbeitnehmer können von solch einer- nein, nicht Erhöhung, sondern Jahresentlohnung nur träumen.
mqp 27.03.2012
der Typ gehöhrt vor Gericht! Was ist mit dem schon gezahlten Geld?
der Typ gehöhrt vor Gericht! Was ist mit dem schon gezahlten Geld?
rein-menschlich 27.03.2012
An dieser Nachricht stört mich die Überschrift und das bisherige Forum. Die Formulierung "Knickt ein" halte ich für unangebracht angesichts eines Ergebnisses von Verhandlungen und Einsicht. Genau deshalb stellen sich [...]
An dieser Nachricht stört mich die Überschrift und das bisherige Forum. Die Formulierung "Knickt ein" halte ich für unangebracht angesichts eines Ergebnisses von Verhandlungen und Einsicht. Genau deshalb stellen sich sonst Beteiligte stur ob des Status Quo. Es ist eine Schlagzeile, die reserviert ist für die billige Boulevard-Presse. Warum will der "Spiegel" wiedermal dahin? Genauso schlimm das bisherige Forum. Ein Kassenarzt kippt den Jauchekübel aus über seine Vertreter. Was hat er bislang getan für seine Standesvertreter? Altgedienter Kassenarzt, da stimmen wohl nur die ersten drei Buchstaben. #schnitti23 und #mqp Wo ist denn die Selbstbedienung? Mein Kommentar hat nichts mit dem Vorgang als solchem zu tun, mich stört der Umgang damit und (Neid-)Kommentare in die (Wunsch-)Richtung Wiedereinführung der Todesstrafe.
Yami 28.03.2012
überall wo mit zwang geld eingenommmen wird, ist nichts anderes zu erwarten. ohne markt keine effizenz.
überall wo mit zwang geld eingenommmen wird, ist nichts anderes zu erwarten. ohne markt keine effizenz.
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  • Dienstag, 27.03.2012 – 19:01 Uhr
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Chronologie der Gesundheitsreformen
Es dauert fast drei Jahrzehnte, bis es in der Bundesrepublik zur ersten größeren Gesundheitsreform kommt: Mit dem "Kostendämpfungsgesetz" der sozial-liberalen Koalition versucht die Regierung, die Inanspruchnahme von Leistungen zu steuern: Sie führt Zuzahlungen bei Arznei-, Verbands- und Heilmitteln ein - in Höhe des aus heutiger Sicht niedlichen Betrags von einer Mark pro Medikament.






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