KZVK Pensionskasse der katholischen Kirche fehlen Milliarden

In der Pensionskasse der Diözesen fehlen 5,5 Milliarden Euro. Der katholischen Kirche drohen dadurch im schlimmsten Fall die Zahlungsunfähigkeit ganzer Bistümer. Die Kasse weist dies als extrem unrealistisches Szenario zurück.

Katholische Bischöfe im Vatikan (Archivbild)
DPA

Katholische Bischöfe im Vatikan (Archivbild)


Die Pensionskasse der katholischen Kirche hat offenbar gravierende Probleme. In der Kirchlichen Zusatzversorgungskasse (KZVK) des katholischen Verbands der Diözesen Deutschlands fehlen rund 5,5 Milliarden Euro, wie ein Sprecher bestätigte. Zuvor hatte die "Frankfurter Allgemeiner Zeitung" ("FAZ") darüber berichtet. Der katholischen Kirche drohten finanzielle Verwerfungen bis hin zur Zahlungsunfähigkeit ganzer Bistümer, heißt es in dem Bericht.

Ein Sprecher der KZVK wies diese Möglichkeit als extrem unrealistisch zurück. Mit aller Deutlichkeit sei hervorzuheben, dass die Kasse über Jahrzehnte hinweg kein Problem habe, ihren Rentenzahlungsverpflichtungen nachzukommen. Die Auszahlung von Renten sei nicht gefährdet.

Die KZVK ist einer der größten nichtstaatlichen Altersversorgungseinrichtungen in Deutschland. In ihr sind 1,1 Millionen Versicherte und 150.000 Rentenempfänger organisiert. Ihre Gesamtbilanz hat einen Umfang von 22,5 Milliarden Euro.

Die Deckungslücke in der Bilanz der KZVK sei zum 31. Dezember 2014 berechnet worden, schreibt die "FAZ". Hauptgrund sei die niedrigere "Verzinsung auf den Kapitalmärkten, die sich aus der Politik der EZB" ergebe, sagte ein Sprecher der KZVK. Vor dem gleichen Problem stehen zahlreiche weitere Unternehmen aus der Privatwirtschaft.

Die Kasse will die Lücke durch höhere Beiträge für die Arbeitgeber schließen, teilte die KZVK mit. Diese höheren Beiträge seien bereits beschlossen und würden seit Januar dieses Jahres entrichtet.

Am Mittwoch hatte laut "FAZ" der Verwaltungsrat der KZVK getagt. Kommenden Montag sollen die Diözesanbischöfe darüber beraten, wie man die KZVK moderner und womöglich privatwirtschaftlicher gestalten kann.

ssu

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insgesamt 30 Beiträge
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Seite 1
Gregor Weißenborn 21.04.2016
1.
Der katholischen Kirche in Deutschland mag ja Geld in der Pensionskasse fehlen. Aber das darf nicht zu der Annahme führen, dass der Steuerzahler hier dass Portemonnaie öffnen solle. Die katholische Kirche insgesamt gesehen sitze ja bekanntlich auf gigantischen Vermögen und die genannten Beträge dürften locker aus der Portokasse zu begleichen sein.
sekundo 21.04.2016
2. Ich schlage vor, dass
man sich entweder an das Kölner Bistum oder an das München-Freisinger wendet. Die Brüder dort werden gern behilflich sein, voll nächstenliebemässig, Alter!! Hallejuhja!!
UluKay 21.04.2016
3. ?????????
Also um das Vermögen der katholischen Kirche brauchen wir uns doch jetzt nicht wirklich Sorgen machen. Oder ?
jamon 21.04.2016
4.
oje....da muss dann aber ganz schnell der steuerzahler aushelfen, oder?
!!!Fovea!!! 21.04.2016
5. Unglaublich....
Wo sind denn die Milliarden an Euro geblieben, die der deutsche Staat jährlich an die Kirche überweist? Bischofssitz in Limburg verkaufen, der bringt sicher was ein?! Die Schätze des Vatikans neu bewerten und dann verkaufen?! Die katholische Kirche ist wie ein europäischer Staat, der ständig unterstützt werden will und das Geld versickert... Mögliche Parallelen sind unbeabsichtigt.
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