Harmonie statt Arbeitskampf 2017 war friedlichstes Tarifjahr seit Langem

Kaum Warnstreiks, schnelle Verhandlungen: Die Tarifauseinandersetzungen verliefen im vergangenen Jahr laut einer Auswertung so friedlich wie seit Langem nicht mehr. Doch 2018 dürfte turbulenter werden.

Warnstreik bei der Post im Februar 2018
DPA

Warnstreik bei der Post im Februar 2018


2017 verliefen die Auseinandersetzungen zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern ausgesprochen konfliktarm. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW Köln). Das laufende Tarifjahr werde allerdings konfliktreicher verlaufen, prophezeiten die Forscher.

Sie haben nach eigenen Angaben 16 größere Tarifverhandlungen aus dem Jahr 2017 auf ihre Konfliktintensität untersucht. Lediglich im Einzelhandel sei es mehrfach zu Warnstreiks gekommen, sonst blieb es in der Regel bei geordneten Verhandlungen, die auch noch deutlich schneller zum Ende geführt wurden als in den Jahren zuvor. Nach gut drei Monaten waren sich die Tarifpartner im Schnitt einig. Im Streikrekordjahr 2015 waren im Schnitt mehr als sechs Monate bis zu einer Einigung notwendig.

Konfliktreicher läuft es nach IW-Einschätzung im aktuellen Jahr. Den Auftakt bildeten die bereits 2017 begonnenen Verhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie. Dort hat die IG Metall neben den üblichen stundenweisen Warnstreiks auch ihre neuartigen 24-Stunden-Warnstreiks eingesetzt und dafür sehr viele Beschäftigte mobilisiert. Dieser Tarifstreit endete im Februar nach mehr als drei Monaten.

Erste Warnstreiks gab es zudem im Öffentlichen Dienst und bei der Deutschen Post, während im Bauhauptgewerbe die Verhandlungen kurz vor dem Scheitern standen. Nach Einschätzung des IW-Tarifexperten Hagen Lesch sieht es bislang aber nicht nach Urabstimmungen und Streiks aus.

mmq/dpa



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