Milliardenprojekt China baut riesige Eisenbahnstrecke in Afrika

In Afrika nimmt ein gewaltiges Bauprojekt Form an: eine Eisenbahnstrecke für 13,8 Milliarden Dollar - gebaut und finanziert von chinesischen Konzernen.

AFP

Es ist das wohl ambitionierteste Bauprojekt seit Kenias Unabhängigkeit im Jahr 1963: Eine Eisenbahnstrecke soll bald den kompletten Süden des Landes durchqueren und sich von dort weiter nach Uganda, Ruanda, Burundi erstrecken; eine zweite Strecke soll von Uganda bis in den Südsudan führen.

Jetzt ist der erste Streckenabschnitt beinahe vollendet, berichtet der US-Nachrichtensender CNN - eine wichtige Nachricht auch für China.

An dem Großprojekt haben sich chinesische Unternehmen den Hauptteil gesichert. Gebaut wird die 13,8 Milliarden Dollar teure Strecke von der staatlichen China Road and Bridge Corporation (CRBC). Die chinesische Export-Import-Bank finanziert den Bau zu 90 Prozent, den Rest trägt Kenia.

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Die neue Bahnroute soll die Reise allein auf dem bis 2017 geplanten Streckenteil zwischen Kenias Großstädten Mombasa und Nairobi von heute zwölf auf vier Stunden verkürzen. Dieser erste Abschnitt, der ursprünglich nur bis Nairobi reichen sollte aber bis Naivasha ausgedehnt wird, soll nun laut CNN zu 75 Prozent fertig gestellt sein. Züge können auf der neuen Strecke mit 120 Stundenkilometern fahren und so Kenias überfülltes Transportnetz entlasten.

Das Eisenbahnprojekt ist das teuerste einer ganzen Bauserie in Afrika. Mehr als 131 Milliarden Dollar wurden bereits 2015 in das Verkehrsnetz investiert, hat die Unternehmensberatung Deloitte hochgerechnet. Insgesamt 200 Millarden Dollar sollen bis 2025 in den Ausbau des Straßennetzes des Kontinents fließen, weitere sieben Milliarden Dollar in Flughäfen. Chinesische Unternehmen haben sich bereits bei mehreren Großprojekten Aufträge gesichert.

ssu/kig

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insgesamt 212 Beiträge
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Seite 1
festuca 17.05.2016
1. Wurde auch höchste Zeit.
Die Verkehrswege in Afrika südlich der Sahara, sieht man mal vom Kap ab, stammen doch noch aus der Kolonialzeit, oft vor 1914. Man hat ein ganzes Jahrhundert verschlafen, was man nicht unbedingt allein den Afrikanern anlasten soll. Obwohl die vielen Milliarden "Entwicklungshilfe" bisher in den Taschen korrupter Kleptokraten versickert sind. Vielleicht braucht China diese "Erfahrung" im Umgang mit Afrika noch...
spiegelzelt 17.05.2016
2. China
bekämpft Fluchtursachen. Oder hat die Sache einen Haken für diese afrikanischen Länder?
jungletiger9 17.05.2016
3. Hmmm ...
Wenn ich danach Google, finde ich die Nachrichten, die besagen, dass sich Ruanda vor kurzem dagegen entschieden hat, sich mit der neuen kenianischen Bahnstrecke zu verbinden, und stattdessen eine Verbindung nach Tansania plant.
Referendumm 17.05.2016
4. Und die EU schaut mal wieder nur dumm zu
Tja, während China sich für seine Zukunft wappnet und das rohstoffreiche Afrika eben auch mittels Transportleistungen unterstützt, "investiert" die EU in immer größere Zaunanlagen und in Sozialleistungen für die, welche trotzdem angekommen sind. Wie war noch der Spruch? Gebt den hungernden Menschen keine Fische, sondern lernt sie das Fischen. Solche gigantischen Investitionen seitens China stellen sicherlich eine gute Alternative zu den ständigen Kriegen des Westens in Afrika dar - imho.
hasipapa 17.05.2016
5. Tja
Es heißt immer öfter "Made In China". Wo die Quallität und der gute Preis zuhause sind. Sonst hätten das die Anderen gebaut.
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