Umstrittene Keystone-Pipeline Projektplaner beantragen Aussetzung des Prüfverfahrens

Die Pipeline Keystone XL soll einmal Öl von Kanada bis nach Texas transportieren. Doch jetzt haben die Planer beantragt, das Genehmigungsverfahren auszusetzen - womöglich, weil sie auf den nächsten US-Präsidenten hoffen.

TransCanada-Gelände in Nebraska (Archivbild 2014): Mögliche Verzögerungstaktik
REUTERS

TransCanada-Gelände in Nebraska (Archivbild 2014): Mögliche Verzögerungstaktik


Die Planer der heftig umstrittenen Keystone-XL-Ölpipeline von Kanada in die USA haben eine Aussetzung des Genehmigungsverfahrens beantragt. Die TransCanada Corporation teilte am Montag mit, sie habe das US-Außenministerium um ein Moratorium des Prüfverfahrens gebeten.

Gegen die geplante 2000 Kilometer lange Leitung gibt es heftigen Widerstand, unter anderem von Umweltgruppen. Auch US-Präsident Barack Obama hatte sich kritisch zu dem Projekt geäußert. Mit dem Antrag auf Aufschiebung des Genehmigungsverfahrens könnte das Unternehmen versuchen, eine Ablehnung durch das US-Außenministerium zu vermeiden und die Entscheidung in die Hände eines neuen US-Präsidenten zu legen. Obama scheidet in gut einem Jahr aus dem Amt.

Ein Firmensprecher wollte sich zu den Hintergründen des Antrags nicht äußern. Umweltschützer kritisierten den Schritt des Unternehmens als durchsichtiges Manöver und forderten Obama auf, den Verschiebungsantrag abzuweisen und die Pipeline nicht zu genehmigen.

Die US-Demokratin Hillary Clinton gilt als mögliche Nachfolgerin von Obama. Sie hatte Ende September gesagt, das Projekt abzulehnen. "Der Bau der Pipeline ist nicht das, was wir tun sollten, um die globale Erwärmung zu bekämpfen."

In den USA wird seit 2010 über das Projekt debattiert. Die Republikaner befürworten den Bau der Pipeline. Innerhalb der Demokraten streiten zwei Lager: Auf der einen Seite stehen die Gewerkschaften, die das Projekt wegen der Arbeitsplätze befürworten. Umweltschützer auf der anderen Seite lehnen den Bau entschieden ab, weil die Pipeline die Attraktivität erneuerbarer Energien senke.

aar/Reuters/AP



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