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Mehr als 1,6 Millionen Betroffene: Kinderarmut nimmt in Deutschland wieder zu

Mädchen in Hinterhof ohne Schuhe: Gewerkschaftsbund fordert Aktionsprogramm gegen Kinderarmut Zur Großansicht
DPA

Mädchen in Hinterhof ohne Schuhe: Gewerkschaftsbund fordert Aktionsprogramm gegen Kinderarmut

In einem der reichsten Länder der Welt steigt die Zahl von Kindern in Armut: Mehr als 1,6 Millionen Mädchen und Jungen unter 15 Jahren leben laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" von Hartz IV.

Nürnberg - 1,64 Millionen Jungen und Mädchen sind in Deutschland auf Hartz IV angewiesen. Das geht aus einer Statistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) hervor, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet. Im Mai 2014 lag der Anteil der von Armut betroffenen Kinder in der Altersgruppe unter 15 Jahren demnach bei 15,7 Prozent. 2012 waren es noch genau 15 Prozent gewesen, zuvor soll der Trend sogar rückläufig gewesen sein.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) fordert deshalb ein Aktionsprogramm für Eltern, die mit ihren Kindern schon länger von Hartz IV leben müssen. "Es passt nicht zusammen, über Fachkräftemangel zu diskutieren und zugleich zuzulassen, dass etwa 1,9 Millionen Kinder unter 18 Jahren im Hinterhof unserer Wohlstandsgesellschaft in Hartz-IV-Armut leben müssen", sagte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach der "SZ".

Das Aktionsprogramm soll sich den Angaben zufolge zunächst auf die 450.000 Eltern konzentrieren, die arbeitslos gemeldet sind, Kinder im Haushalt haben, Hartz IV nicht mit einem Zusatzjob aufstocken und an keiner Maßnahme eines Jobcenters teilnehmen. Solche Eltern müssten "eine neue berufliche Perspektive erhalten, auch um ihre Vorbildrolle gegenüber ihren Kindern zu stärken", forderte Buntenbach.

Dem DGB schwebe dabei vor, mehr geförderte Arbeitsplätze zu schaffen, "sofern eine Beschäftigung anders nicht möglich ist". Das Programm müssten Jobcenter, Kommunen, der Bund, Wohlfahrtsverbände und Vereine gemeinsam tragen.

Das Kinderhilfswerk hatte berichtet, in Deutschland lebten insgesamt 2,8 Menschen unter 18 Jahren in einkommensschwachen Familien - was gleichbedeutend sei mit schlechteren Startchancen im Leben. Die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung bezifferte in einer Studie die Zahl der armutsgefährdeten Kinder auf 2,4 Millionen. In einer Umfrage sagten zwei Drittel der Befragten, zur Bekämpfung von Kinderarmut würden sie auch höhere Steuern zahlen.

ulz/AFP

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 34 Beiträge
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1. Danke GroKo - NOT!
Korken 11.10.2014
Wie war es bei den Koalitionsverhandlungen kurz nach deren Beginn zu hören: Es wird keine Unterstützung für Familien geben! Frei nach dem Motto, was kümmert mich mein Geschwätz von gestern. Im Wahlkampf haben Lügen nunmal Hochkonjunktur - besonders gegenüber den Leistungsträgern und Zukunftssichernden. Die GroKo betreibt einen regelrechten RAUBBAU an der derzeitg arbeitenden Bevölkerung und deren Nachwuchs, nicht wahr Frau Nahles! Ausgequetscht mehr als eine Zitrone mit Aussichten fürs Alter, die einen Fragen lassen, warum überhaupt noch arbeiten gehen? Da schenkt, wirklich SCHENKT man den sowieso schon Habenden noch was drauf und verweigert gleichzeitig den Malochenden die hart erarbeitete und rechtlich zustehende Rentebeitragssenkung. Im Grunde also eine weitere BELASTUNG für Arbeitnehmer, insbesondere Familien! Ganz toll Deutschland, Deine Zukunft verramscht aus Berlin. Toi, toi, toi! Falls erlaubt, gleich hier nochmal zum Nachlesen: http://www.wiwo.de/politik/deutschland/koalitionsverhandlungen-familien-als-restposten-der-politik/9108582.html
2. Familien mit Kindern ist Resteverwertung der GroKo!
Korken 11.10.2014
Wie war es bei den Koalitionsverhandlungen kurz nach deren Beginn zu hören: Es wird keine Unterstützung für Familien geben! Frei nach dem Motto, was kümmert mich mein Geschwätz von gestern. Im Wahlkampf haben Lügen nunmal Hochkonjunktur - besonders gegenüber den Leistungsträgern und Zukunftssichernden. Die GroKo betreibt einen regelrechten RAUBBAU an der derzeitg arbeitenden Bevölkerung und deren Nachwuchs, nicht wahr Frau Nahles! Ausgequetscht mehr als eine Zitrone mit Aussichten fürs Alter, die einen Fragen lassen, warum überhaupt noch arbeiten gehen? Da schenkt, wirklich SCHENKT man den sowieso schon Habenden noch was drauf und verweigert gleichzeitig den Malochenden die hart erarbeitete und rechtlich zustehende Rentebeitragssenkung. Im Grunde also eine weitere BELASTUNG für Arbeitnehmer, insbesondere Familien! Ganz toll Deutschland, Deine Zukunft verramscht aus Berlin. Toi, toi, toi! Falls erlaubt, gleich hier nochmal zum Nachlesen: http://www.wiwo.de/politik/deutschland/koalitionsverhandlungen-familien-als-restposten-der-politik/9108582.html
3. Das ist doch kein Widerspruch!
Tolotos 11.10.2014
"Deutschland" ist vor allem deshalb reich, weil die Reichen immer reicher werden, und die Statistik dann so tut, als bekämen alle etwas vom anwachsenden Kuchen. Die Mittelschicht wird durch die kalte Progression abgzockt, die Allgemeinheit durch steigende Abgaben, und der Staat, dem es angeblich so gut geht, kann sich keine Schulen, Straßen, Bundeswehrausrüstung uvm. leisten. Aber solange es der Klientel unserer Politiker, der Lobby, gut geht, besteht ja für die Politik kein Grund zur Sorge, denn die Spenden und Aufsichtsratsposten werden bei ihnen sein!
4. Armut muss nicht Verwahrlosung nach sich ziehen
nelia2011 11.10.2014
Das Bild bedeutet nicht Armut sondern Verwahrlosung und Liederlichkeit. Wir waren auch, nach heutigem Maßstäben sogar bitter arm, aber so hätte Muttern uns nicht rumlaufen lassen und eine warme Mahlzeit und Schulbrote gab es auch immer. Da war Mutter stolz, lieber hat sie verzichtet. Immer wieder wird übertrieben und liebe Vorformten immer nach mehr Geld schreien hilft, sondern produziert weitere Armut. Schaltet das Gehirn eine, wie man mit sehr wenig Geld anständig über die Runden kommt und wenn es Socken stricken, Kleider nähen und einfallsreiches Kochen ist.
5.
mesalliance 11.10.2014
drecksland der kinderverächter, sage ich da nur.. hauptsache immer an den lästigen kindern sparen, die brauchen weder bildung noch hilfe wenn die eltern dumm oder psychisch abnorm sind, schließlich sind eltern immer das beste für ihre kinder (per gesetz so verankert, macht unmöglich kinder vor psychopathischen eltern zu retten), und vor allem spart der staat so geld und mühen.. superinvestition in die zukunft, das kann ja noch toll werden (vielleicht hilft ja ein wirtschaftliches argument gegen herzloses verhalten???)
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