Gewerkschaft warnt Chronische Personalnot legt viele Kitas lahm

"Die Lage ist dramatisch schlecht": Im Winter dezimieren Krankheitsfälle die ohnehin dünne Personaldecke in vielen Kindertagesstätten - benötigt werden laut Gewerkschaft bundesweit 100.000 zusätzliche Stellen.

Kita in Schleswig-Holstein (Archiv)
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Kita in Schleswig-Holstein (Archiv)


Viele Eltern kleiner Kinder kennen das Problem: Gerade im Winter, wenn Erzieherinnen und Erzieher mit Erkältungen ausfallen, arbeiten Kindertagesstätten mit Notbesetzungen. Nach Ansicht der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) steckt dahinter ein struktureller Personalmangel. Die Personaldecke sei insgesamt zu dünn, um Ausfälle aufzufangen.

"Eigentlich bräuchten wir 100.000 Leute sofort, um vernünftig zu arbeiten", sagt GEW-Hauptvorstandsmitglied Björn Köhler. "Die Lage ist dramatisch schlecht." Eltern spüren den Mangel an Erzieherinnen und Erziehern deutlich. Deutschlandweit gibt es zu wenige Kita-Plätze, doch manche neue Einrichtung kann gar nicht loslegen, weil Personal fehlt. Auch kommt es immer wieder vor, dass Krippen und Kindergärten vorübergehend schließen müssen, weil es bei Krankheitsfällen nicht genug Kräfte gibt, die einspringen können.

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Das Bundesfamilienministerium kennt die Situation und hat jüngst ein Förderprogramm aufgelegt: Ministerin Franziska Giffey (SPD) will die Länder von Sommer 2019 an bis 2022 mit rund 300 Millionen Euro unterstützen, um mehr Kita-Fachkräfte zu gewinnen. "Vor allem in städtischen Ballungsräumen sind teilweise gravierende Engpässe zu verzeichnen", sagt eine Ministeriumssprecherin zur Personallage.

beb/dpa



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