Einigung auf Schlichtung Kita-Streik endet vorerst

Ein Schlichter soll den Tarifstreit zwischen Erziehern und kommunalen Arbeitgebern beilegen. Damit gehen die Kita-Streiks in der kommenden Woche vorerst zu Ende.

Ver.di-Kundgebung in Düsseldorf: Delegierte wollen über Verhandlungsstand beraten
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Ver.di-Kundgebung in Düsseldorf: Delegierte wollen über Verhandlungsstand beraten


Die Tarifverhandlungen für Kita-Erzieher und Sozialarbeiter sind gescheitert - trotzdem ist das für viele Eltern erst einmal eine gute Nachricht. Denn beide Seiten haben sich auf eine Schlichtung geeinigt. Damit enden wegen der Friedenspflicht während der Schlichtung die Kita-Streiks in der kommenden Woche vorerst, sagten die Verhandlungsführer der Arbeitgeber und der Gewerkschaften, Thomas Böhle und Frank Bsirske, in Berlin.

Die Verhandlungen seien ergebnislos zu Ende gegangen, weil die Arbeitgeber nicht zu einer überfälligen Aufwertung des Berufsfeldes bereit gewesen seien, sagte Ver.di-Chef Bsirske. Der Präsident des kommunalen Arbeitgeberverbands VKA, Böhle, entgegnete, es seien keine einzelnen Berufsgruppen von angebotenen Gehaltserhöhungen ausgenommen worden.

Am Vormittag wollen 330 Streikdelegierte von Ver.di in Frankfurt/Main den Verhandlungsstand bewerten. Die Gewerkschaften verlangen für alle rund 240.000 Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst mehr Gehalt - im Schnitt unterm Strich zehn Prozent.

syd/dpa



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alexanderschleissinger 04.06.2015
1. Grundsatzfragen
Diese Tarifverhandlungen drehen sich um Grundsatzfragen im Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes. Durch den Wechsel von BAT zu TVöD 2005 ergaben sich für alle Beschäftigtengruppen massive Verschlechterungen. Angefangen vom Wegfall der Familienbezogenen Gehaltsbestandteile über das Ignorieren von Berufserfahrung bei Arbeitgeberwechsel bis hin zur (sehr umstrittenen) Leistungsprämie. Die Arbeitgeberseite (Komunalpolitik) beharrt auf ihrem "Einspartarifvertrag", die Arbeitnehmerseite kämpft für "alte Standards" . Deshalb ist dieser Arbeitskampf so wichtig und so. schwer. Er hat Signalwirkung in alle Bereiche des öD. Nächstes Jahr werden die übrigen Berufsgruppen im TVöD verhandelt. Man kann davon ausgehen, dass die Verhandlungen ebenfalls sehr schwer werden. Vielleicht wäre es an der Zeit für Politik/VKA anzuerkennen, dass sie im Tarifvertrag Änderungen zulassen muss. Ansonsten laufen dem öD viele gute Leute weg...
appel&ei 04.06.2015
2.
da hat sich die "gewerkschaft" verdi wohl ziemlich verrechnet. streik zu spät begonnen -> keine grosse streikwirkung -> nahende schulferien -> schlichtung. und dann (über die bundesländer verteilt) drei monate ohne jedes druckmittel. perfekt für den arbeitgeber, besser geht es für seine verhandlungsposition überhaupt nicht. und glückwunsch allen, die bald durch diese "einheitsgewerkschaft" vertreten werden, nach dem quasi-verbot der spartengewerkschaften!
kasam 04.06.2015
3. Ich hoffe
die Erzieher/innen halten fest zusammen, den gerade Menschen die im sozialen Bereichen arbeiten, werden als Schuhabtreter von der öffentlichen Hand benutzt. Versprechen den Wählern alles mögliche was man aufbauen will und und...Und wenn etwas gemacht wird, hat man kein Geld um gerechte Löhne zu zahlen. Dann heisst es friss oder stirb. Es ist mittlerweile Alltag geworden, das diejenigen die verantwortungsvolle Aufgaben in der Gesellschaft ausführen am schlechtesten bezahlt werden. Politiker ausgenommen, diese können sich meist an nichts erinnern, übernehmen keine Verantwortung, oder waren nie da, dafür bezahlen sie sich aber selber fürstlich.
Furchensumpf 04.06.2015
4.
Zitat von appel&eida hat sich die "gewerkschaft" verdi wohl ziemlich verrechnet. streik zu spät begonnen -> keine grosse streikwirkung -> nahende schulferien -> schlichtung. und dann (über die bundesländer verteilt) drei monate ohne jedes druckmittel. perfekt für den arbeitgeber, besser geht es für seine verhandlungsposition überhaupt nicht. und glückwunsch allen, die bald durch diese "einheitsgewerkschaft" vertreten werden, nach dem quasi-verbot der spartengewerkschaften!
Sie wissen ja anscheinen gut Bescheid - vergessen aber die Eltern bei der ganzen Sache. Der "Druck" auf die Komunen kommt erst noch, nämlich dann wenn die Eltern ihre Beiträge zurückklagen oder wie bei uns dem Bürgermeister die Hälle heiß gemacht wird, damit die Schließzeiten in den Sommerferien gekürzt werden. Unterschätzen Sie mal die betroffenen Eltern nicht.
Furchensumpf 04.06.2015
5.
Zitat von kasamdie Erzieher/innen halten fest zusammen, den gerade Menschen die im sozialen Bereichen arbeiten, werden als Schuhabtreter von der öffentlichen Hand benutzt. Versprechen den Wählern alles mögliche was man aufbauen will und und...Und wenn etwas gemacht wird, hat man kein Geld um gerechte Löhne zu zahlen. Dann heisst es friss oder stirb. Es ist mittlerweile Alltag geworden, das diejenigen die verantwortungsvolle Aufgaben in der Gesellschaft ausführen am schlechtesten bezahlt werden. Politiker ausgenommen, diese können sich meist an nichts erinnern, übernehmen keine Verantwortung, oder waren nie da, dafür bezahlen sie sich aber selber fürstlich.
Das erkennt man doch schon daran, wie viel bei uns in die frühkindliche Bildung investiert wird. Die OECD empfiehlt Investitionen von mindestens 1% des Bruttoinlandsprodukts - in Deutschland sind es gerade mal 0,65%. Zum Vergleich: Schweden investiert über 2%.
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